Rhein-Pfalz Kreis Auf der Suche nach dem Räubertrio

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Die Polizei fahndet noch nach den drei Männern, die in der Nacht zum Samstag in Bobenheim-Roxheim einen 31-Jährigen überfallen und im Gerangel verletzt haben sollen. Derzeit würden mögliche DNA-Spuren ausgewertet und Anwohner befragt, informierte der Leiter der Polizeiinspektion Frankenthal anlässlich eines Treffens des Kriminalpräventiven Rats der Gemeinde am Montag.

Polizeioberrat Heiko Arnd ist sich bewusst, dass der Vorfall in der Straße Im Gehren für Bestürzung in der Bevölkerung gesorgt hat, gerade weil Bobenheim-Roxheim ein vergleichsweise sicheres Pflaster ist, wie er im Verlauf der Gremiensitzung erläuterte. Wie am Montag berichtet, war der 31 Jahre alte Bobenheim-Roxheimer gegen 0.30 Uhr auf dem Weg von der Feuerwehrparty nach Hause von drei Unbekannten wegen Geld angegangen und mit einem Messer bedroht worden. Gesicherte DNA-Spuren und Befragungen im Umkreis des Tatorts sollen jetzt weitere Erkenntnisse bringen, sagt Heiko Arnd zum Stand der Ermittlungen. Einer der Männer soll 1,78 Zentimeter groß sein, einen dunklen Teint sowie kurze schwarze Haare haben und einen leichten Bart tragen. Die Kleidung zur Tatzeit: dunkler Pullover mit Aufschrift vorne und schwarze Nato-Hose. Die beiden anderen Männer sollen kleiner sein. Einer von ihnen trug eine dicke schwarze Jacke und eine mit einem großen „A“ verzierte Kappe. Inspektionsleiter Arnd hofft auch deshalb auf Hinweise aus dem Dorf, weil er die Bobenheim-Roxheimer in Sachen Kriminalität als äußerst aufmerksam und sensibel erlebt. In etwa 80 Prozent der im vergangenen Jahr aufgeklärten Fälle hätten achtsame Bürger entscheidende Hinweise gegeben. In ihrer Kriminalitätsstatistik 2015 für Bobenheim-Roxheim berichteten Heiko Arnd und Polizeikommissar Kai Weber von 572 Straftaten, 32 mehr als im Jahr zuvor. Zwischen 2011 und 2013 seien es allerdings um die 600 Delikte gewesen. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl stehe die Gemeinde überdurchschnittlich gut da. Die Aufklärungsquote lag bei 60,8 Prozent. Zum Vergleich: In Maxdorf wurden nur rund 50 Prozent der Straftaten aufgeklärt. Den Draht zwischen Polizei und Bürgern bezeichnete Arnd als sehr gut. Präventions- und Beratungsangebote, insbesondere mit Blick auf die Verhinderung von Wohnungseinbrüchen, würden gut angenommen. Überdies stehe in Frankenthal eine Opferschutzbeauftragte mit Rat und Tat zur Seite, wenn es darum gehe, Tatfolgen zu mildern. Die Anzahl der Rohheitsdelikte – dazu zählen Körperverletzung, Raub und Freiheitsberaubung, ist um 15 auf 88 Fälle gestiegen. Den größten Teil der Delikte machten im vergangenen Jahr Diebstähle aus. Hier unterscheiden die Beamten zwischen Diebstählen „unter erschwerten Umständen“, zum Beispiel Einbruch (von 96 auf 113 Fälle gestiegen), und „ohne erschwerende Umstände“, zum Beispiel Ladendiebstahl (gesunken von 119 auf 109 Fälle). Mehr als verdoppelt (17 Fälle) haben sich Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei der sogenannten Straßenkriminalität stieg die Fallzahl von 121 auf 146, der Umfang der Vermögens- und Fälschungsdelikte blieb mit 100 fast konstant. Der Sichtweise, dass mehr Asylbewerber auch mehr Kriminalität bedeuteten, widersprach Heiko Arnd in der Sitzung des Kriminalpräventiven Rats: „Unter den Flüchtlingen ist die Kriminalitätsquote nicht höher, auch wenn das von Populisten oft behauptet wird.“ Der Leiter der Polizeiinspektion Frankenthal sagte aber auch, man stehe erst am Beginn einer genauen statistischen Erhebung. Im nächsten Jahr könne man dazu sicher mehr sagen. In Bobenheim-Roxheim seien seit Jahresanfang rund 20 von Flüchtlingen begangene Straftaten registriert worden, wobei man unterscheiden müsse zwischen Delikten innerhalb des Wohnheims im Pfalzring, zum Beispiel Handgreiflichkeiten im Streit, und außerhalb des Heims, zum Beispiel Ladendiebstahl. Arnd bezeichnet die Quote als „verschwindend gering“. Zu etwaigen Gerüchten oder Sorgen im Hinblick auf den Raubüberfall am Samstag versichert Heiko Arnd, dass es „derzeit keine Hinweise darauf gibt, dass die Täter aus dem Umfeld der Unterkunft im Pfalzring kommen“. Für den Ersten Beigeordneten Frank Peter (CDU) signalisierte die Jahresstatistik 2015 Entspannung. „Die Zahlen sind zum Glück moderat, und dass wir hier nicht mit null Straftaten rechnen können, dürfte auch klar sein“, sagte Peter und dankte der Polizei für die konstruktive Zusammenarbeit. Aber auch die Gemeinde habe Präventionsinitiativen gestartet, zum Beispiel mit dem Amt des Seniorensicherheitsbeauftragten. Im Herbst soll es eine Informationsveranstaltung zum Thema Einbruchsprävention geben. (wek/ww)

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