Rhein-Pfalz Kreis Außergewöhnliche Momente

Vor den Wappen der Verbandsgemeinde und den Ortsgemeinden spielte das Kurpfälzische Kammerorchester, hier mit Dirigent Sebastian
Vor den Wappen der Verbandsgemeinde und den Ortsgemeinden spielte das Kurpfälzische Kammerorchester, hier mit Dirigent Sebastian Lastein an der Klarinette.

«Dannstadt-Schauernheim». Wer für den Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim am Donnerstag Karten ergattert hat, hat neben der Ansprache von Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) und Gesprächen bei Sekt oder Saft auch ein großartiges Konzert erlebt. Es gab stehenden Applaus für die Musiker und strahlende Gesichter bei den Organisatoren. Das Zentrum Alte Schule war mit 420 Gästen ausverkauft.

Lang war die Schlange der Gratulanten, die Veth und die Ortsbürgermeister Gabriele Böhle (CDU, Hochdorf-Assenheim), Bernd Fey (CDU, Dannstadt-Schauernheim) und Karl Arnold (parteilos, Rödersheim-Gronau) am Eingang empfingen. Dass alle drei Ortschefs bei der Kommunalwahl am 26. Mai nicht mehr antreten, dadurch ein großer personeller Wechsel bevorsteht, sprach Veth auch in seinem mit vielen Fotos begleiteten Rück- und Ausblick an. Er dankte seinen Bürgermeister-Kollegen für deren langjähriges Wirken und stellte in Wort und Bild die bisher bekannten Kandidaten für deren Nachfolge vor. Veth erinnerte an zahlreiche Ereignisse und Veranstaltungen des vergangenen Jahres in der derzeit 14.211 Einwohner zählenden Verbandsgemeinde – allen voran die zweite Hälfte des Jubiläumsjahres 1250 Jahre Dannstadt-Schauernheim, mit dem „Schauernheimer Teil“: „Das waren außergewöhnliche Momente der Zusammenarbeit und des Engagements“, betonte der Bürgermeister. Die Errichtung des Modells des Feurigen Elias auf dem Verkehrskreisel, der erste Kunst- und Genussmarkt, die zahlreichen Ortsfeste, aber auch die 120 Einsätze der Feuerwehren im vergangenen Jahr – dies alles seien Beispiele für das Engagement der Einwohner. Bauprojekte wie der Ausbau der Kitas oder der Spatenstich für die lang ersehnte Ortsrandstraße, der im Frühjahr erfolgen soll, zählte Veth ebenfalls auf. „Lassen Sie uns neue Herausforderungen zuversichtlich anpacken“, rief Veth den Gästen zu. Hatte die Verbandsgemeinde in den vergangenen Jahren Kabarettisten aus der Region zu Gast, so setzten die Organisatoren diesmal ganz auf die Musik – mit großem Erfolg. Das Kurpfälzische Kammerorchester spielte unter Leitung des in Dannstadt wohlbekannten Dirigenten und Klarinettisten Sebastian Lastein. Der viel gefragte Musiker leitet mehrere Orchester, darunter das des Musikvereins Harmonie Dannstadt, und ist unter anderem künstlerischer Leiter der „Wachenheimer Serenade“. Nachdem Lastein zunächst – ganz ohne Musik – dem Bürgermeister eine riesige Neujahrsbrezel überreicht hatte, packte er mit dem Orchester einen nach eigener Aussage „untypischen musikalischen Neujahrsblumenstrauß“ aus. Das lag auch an Solist Marco Santini, Geiger und Komponist aus Italien, – der aber nicht Komponist genannt werden will: „Ich schreibe nur Melodien.“ Die Frotzeleien zwischen den jungen Musikern, die beide an der Musikhochschule Mannheim studiert haben, sorgten für heitere Momente. Santini ist laut Lastein in vielen Musikstilen zu Hause, schreibt auch Filmmusik und Melodien für Werbespots, „und ist in Italien eine Riesennummer“. Das Orchester spielte unter anderem Eigenkompositionen Santinis und von ihm arrangierte bekannte Stücke. Da wurde die Geige auch einmal wie eine Gitarre geschlagen, oder Sebastian Lastein pfiff eine einleitende Melodie. Viel beklatscht wurde auch eine Hommage an die Filmmusik des kürzlich 90 Jahre alt gewordenen Komponisten Ennio Morricone. Stille herrschte, als Marco Santini bewegt erzählte, dass er einen Brief von Papst Franziskus erhalten habe. Der habe Santinis Stück „Il Cristo delle Marche“ gehört, das dieser über eine Christusstatue in seiner Heimatregion geschrieben und gespielt hatte. Der Papst habe ihm geschrieben, „dieser Klang der Violine ist eine Laudatio an die Schöpfungsgeschichte“. Am Ende gab es stehenden Applaus und die Besucher ließen das Orchester nicht ohne Zugabe von der Bühne.

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