Dannstadt-Schauernheim / Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Adventsfenster in der Weihnachtszeit: Zwei Gemeinden, eine Idee

Anstelle des „Lebendigen Adventskalenders“ gestaltete Initiatorin Jutta Böse in Schauernheim ein Fenster.
Anstelle des »Lebendigen Adventskalenders« gestaltete Initiatorin Jutta Böse in Schauernheim ein Fenster.

Keine Weihnachtsmärkte, keine Adventsfeiern – wie soll man da so richtig in Weihnachtsstimmung kommen? Engagierte in Schauernheim und Fußgönheim hatten unabhängig voneinander eine Idee: Es könnten doch selbst gestaltete Adventsfenster als vorweihnachtliche Grüße in der momentan schwierigen Zeit Verbundenheit signalisieren.

Die Idee für den Aufruf zur Gestaltung „Schauernheimer Adventsfenster 2020“ entstand bei der Vorbesprechung für den „Lebendigen Adventskalender“. Der wird in Schauernheim in ökumenischer Zusammenarbeit organisiert und ist seit fast 20 Jahren Tradition. Wegen der Corona-Beschränkungen muss er dieses Jahr ausfallen. „Jutta Böse kam dann der Gedanke mit den Adventsfenstern“, sagt Gemeindepädagogin Beate Özer. So sollte etwas von dem warmen Licht als Gruß nach außen strahlen und sagen: Wir gehören trotzdem zusammen, erläutert Jutta Böse ihre Intention.

Unter dem Motto „Macht euch bereit – Macht die Herzen weit!“ kann man auf Spaziergängen in Schauernheim adventlich gestaltete Fenster entdecken. Auch die evangelische Kirchengemeinde, Pfarrer Joachim Feldes sowie Ideengeberin Jutta Böse, machen mit. Als Symbol der Zusammengehörigkeit können die Teilnehmer ihr Fenster mit einer von Ingo Dierck gestalteten Folie versehen. Die gibt es in den Gemeindehäusern, am Bücherregal am evangelischen Gemeindehaus und in Geschäften. „Diese Folie ist auch ein schönes Mitbringsel, zum Beispiel bei Krankenbesuchen“, sagt der anglikanische Pfarrer Feldes. „Die Menschen fühlen sich dann als Teil der Aktion, auch wenn sie nicht aktiv teilnehmen können.“ Als zusätzlichen Anreiz für Familien, sich in der Adventszeit auf einen Entdeckungsspaziergang zu begeben, wird in einem der nächsten Amtsblätter ein Foto-Rätsel für Kinder veröffentlicht. Die Gestaltung der Fenster selbst soll für die Beteiligten völlig stressfrei sein, es könne auch noch jederzeit mitgemacht werden. „Es soll nicht in einen Wettbewerb ausarten, jeder kann es nach eigenen Möglichkeiten gestalten“, sagt Beate Özer. Es reiche auch ein einfacher Stern oder ein Licht.

Es wurde ein Selbstläufer

„Kein Wettbewerb, kein Stress, einfach ein Zeichen der Verbundenheit setzen“, ist auch die Intention von Annegret Gasteyer aus Fußgönheim, die ebenfalls die Idee mit den Adventsfenstern hatte. „Wie kann man es im Dorf trotz der aktuellen Situation für Weihnachtsbegegnungen schön machen?“, fragte sie sich. Die Adventsfenster sollen dazu einen Beitrag leisten. Jeder könne das nach seinen Vorstellungen ohne Stress umsetzen, so die Idee. Im Unterschied zu Schauernheim sind die Adventsfenster in Fußgönheim als Adventskalender durchnummeriert, jeden Tag kommt ein weiteres Fenster hinzu. „Ich habe Menschen in meinem Umfeld angesprochen und 16 bis 17 Leute waren spontan zum Mitmachen bereit“, berichtet Annegret Gasteyer, die selbst natürlich auch ein Fenster gestaltet.

Es sei dann zum Selbstläufer geworden, die Leute hätten sich bei ihr gemeldet. Nachdem sie dann von den Schauernheimer Adventsfenstern gelesen habe, hat Annegret Gasteyer mit der evangelischen Kirchengemeinde Kontakt aufgenommen. Und so finden die Fußgönheimer Adventsfenster nun in Zusammenarbeit statt. Die evangelische Kirchengemeinde beteiligt sich mit einem Fenster und veröffentlichte die Aktion im Amtsblatt. Ein örtlicher Verein gestaltet sogar einer Tür. Eigentlich war dieser etwas andere Adventskalender als Suche und Entdeckungstour gedacht, aber da die Fenster über ganz Fußgönheim verteilt sind, wird es im Amtsblatt eine kleine Hilfestellung geben: Die Straßennamen werden verraten, in denen die Adventsfenster zu finden sind, „damit bei der Suche kein Frust aufkommt“. Annegret Gasteyer würde sich freuen, wenn ihre Aktion auch andere Menschen im Ort anregen würde, ein Fenster zu gestalten, um noch mehr vorweihnachtliche Stimmung aufkommen zu lassen.

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