Dannstadt-Schauernheim
Abwasser wird im neuen Jahr teurer
Für das Schmutzwasser werden künftig 2,51 Euro statt bisher 2,30 Euro je Kubikmeter fällig, für Oberflächenwasser 73 statt 58 Cent je Quadratmeter. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem 500 Quadratmeter großen Grundstück bedeutet das einer Modellrechnung der Verwaltung zufolge eine monatliche Mehrbelastung von 5,17 Euro beziehungsweise auf ein ganzes Jahr hochgerechnet rund 62 Euro.
Die neuerliche Erhöhung ist Teil der schon vor vielen Jahren beschlossenen Strategie, die Abwassergebühren schrittweise anzupassen und auf diese Weise die nötige Finanzierung des auf rund 30 Millionen Euro geschätzten Projekts für die Bürger erträglicher zu gestalten.
Kläranlage muss mit den Orten wachsen
Nötig ist all das, da die drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau seit der Inbetriebnahme der Kläranlage vor rund 40 Jahren um mehrere Neubau- und Gewerbegebiete gewachsen sind und weiter wachsen sollen. Die steigende Anzahl privater Haushalte und Firmen, deren Abwasser entsorgt werden muss, sowie verschärfte Grenzwerte und andere Vorschriften erschöpfen die Kapazitäten der Kläranlage, zudem bedarf die technische Ausstattung dringend einer Frischzellenkur.
Fielen bisher nur Kosten für die Vorbereitungen an, beginnen nach Angaben von Bürgermeister Stefan Veth (CDU) im neuen Jahr nun die Bauarbeiten. Hierfür sind acht Millionen Euro eingeplant, 2023 und 2024 jeweils neun Millionen Euro. „Wir haben einiges vor der Brust“, sagt er im Hinblick auf den Start der heißen Phase. Dabei sei der Baugrund der Erweiterungsfläche ebenso schwierig wie beim Bau des Pumpwerks in der Angelstraße. Doch es müsse sein, da der Standort der tiefste Punkt in der Kommune sei, zu dem alles Wasser fließe – sprich: Ideal für eine Kläranlage.
Auch Hochwasserschutz in Arbeit
Daneben investiert der Eigenbetrieb Abwasser in den Erhalt des Kanalnetzes, rüstet an manchen Punkten etwa im Hochwasserschutz nach, zum Beispiel mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens in der Haardtstraße (2022: 1,1 Millionen Euro, 2023: 250.000 Euro). Außerdem kalkulieren die Verantwortlichen nächstes und übernächstes Jahr mit je 950.000 Euro für den Kanalbau im zweiten Bauabschnitt zum Erweitern des Gewerbegebiets Dannstadt-Ost.
Ralf Klein (Grüne) kritisierte in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats, dass die auf 16.000 Einwohner ausgelegte Kapazität der Kläranlage verdoppelt werden soll; das erscheine überdimensioniert. Eine Gebührenerhöhung von durchschnittlich 13 Prozent für einen Vier-Personen-Haushalt sei inakzeptabel. Da der Ausbau vor allem zugunsten der Betriebe erfolge, sollten diese stärker an der Finanzierung beteiligt werden.
Aufgaben haben sich verändert
Dazu sagte Veth, die Kläranlage müsse für die nächsten 20 bis 30 Jahre geplant werden. Marc Hauck (FDP) ergänzte, die Landwirtschaft habe sich stark verändert. Die Anlage müsse etwa große Mengen Gemüsewaschwasser mit besonderen Sandeinträgen verkraften. Die Kosten würden verursachergerecht aufgeteilt. Uwe Schölles (SPD) erinnerte daran, dass die Abwasserreinigung eine Pflichtaufgabe sei. Bettina Kleemann (CDU) räumte ein, dass die deutlich höheren Gebühren zunächst erschrecken. Doch eine zukunftsfähige Kläranlage samt Personal koste nun mal etwas. Das Investitionsprogramm bis 2025 und der Wirtschaftsplan 2022 seien solide. Das sah die Ratsmehrheit auch so und stimmte beidem zu.