DUDENHOFEN RHEINPFALZ Plus Artikel Abenteuerspielplatz: Laufrad-Patrouille und Blaulicht-Signal

Endlich wieder Spielplatz: Auch von schlechtem Wetter ließen sich etliche Familien am Samstag nicht von einem Besuch auf dem Dud
Endlich wieder Spielplatz: Auch von schlechtem Wetter ließen sich etliche Familien am Samstag nicht von einem Besuch auf dem Dudenhofener Abenteuerspielplatz abhalten.

Der Abenteuerspielplatz in Dudenhofen hat vor der coronabedingten Schließung nicht nur Einheimische, sondern auch Familien aus dem weiteren Umland angelockt. Seit einigen Tagen ist er wieder geöffnet – zur großen Erleichterung vieler Familien. Aber nicht alles ist so wie vor Corona.

Der Samstag ist wettertechnisch eher suboptimal für das Toben im Freien. Schlecht genug, um zuhause zu sitzen, ist die Witterung aber nicht. Der Nachwuchs will raus. Der Abenteuerspielplatz mit angrenzender Skaterbahn bietet tolle Optionen – und lässt viel Raum für die Corona-Regeln.

Mit Abstand die Besten sein – den Leitspruch, den Heike Bresser in den vergangenen Tagen nun schon öfter in Geschäften entdeckte, hat sie sich zu Eigen gemacht. In entsprechender Entfernung zu einem anderen Elternpaar hat sich die Mutter zweier Kinder am Samstagnachmittag positioniert. „Gerade an Spielplätzen ist es zwar schwierig, den Mindestabstand zu wahren, aber mit Disziplin klappt das“, sagt sie.

Seit die Spielplätze in ihrer Heimatstadt Speyer und in der Umgebung wieder öffnen dürfen, ist Bresser mit Jonathan (4) und Melina (5) unterwegs. Auf dem Abenteuerspielplatz in der Nachbargemeinde Dudenhofen sind die Kinder am Liebsten, verrät die Mama. „Das Gelände ist so weitläufig und es gibt so viele Möglichkeiten, auch durch den angrenzenden Wald“, sagt sie. Angst vor Ansteckung hat Bresser nicht. „Ich achte auch bei den Kindern darauf, dass körperliche Kontakte zu anderen nicht zu nah sind. Mittlerweile haben die beiden das selbst schon verinnerlicht“, betont sie.

Große Freude für Kinder

Eine Vierer-Patrouille rollt derweil auf dem Rasen des Spielplatzes ein. Laufrad und Roller sind im Einsatz bei der Einheit, die aus zwei Geschwisterpärchen besteht. Clara Todzi lebt mit ihrer Familie in Dudenhofen, ihre Schwester ist aus Stuttgart gekommen, und die Oma genießt die Zeit mit allen.

„Wir sind zum ersten Mal seit der Wiederöffnung auf einem Spielplatz“, erzählt Todzi. Den Kindern sei die große Freude darüber deutlich anzumerken gewesen.

Den Abenteuerspielplatz hat die Familie bewusst als Ziel gewählt, da dort alles entzerrt werde durch die große Fläche. Probleme aufgrund der Schließung in den vergangenen Wochen habe es nicht gegeben. „Wir haben einen Garten, von daher geht es uns gut“, verrät Todzi.

Nicht zuletzt hat sie die Annehmlichkeiten der unmittelbaren Umgebung genutzt. „Wir sind anfangs viel im Wald gelaufen“, sagt die Dudenhofenerin. Oma Bärbel Wingerter berichtet von einer Tour zum Rhein in Speyer. „Wir kennen jetzt alle Ecken, an die man hin darf“, merkt sie lachend an. Das größte Problem seien die fehlenden Kontakte zu anderen Kindern gewesen in den vergangenen Wochen. „Sie hatten nur uns, und wir haben unheimlich viel gespielt“, bilanziert Wingerter.

Ein größeres Problem als die geschlossenen Spielplätze sieht Todzi im ungewohnten Kita-Alltag. „Der Kleine hat mit der Notbetreuung zu knabbern“, sagt die Physiotherapeutin. Nicht mit seinen Freunden spielen zu dürfen, sondern in einer bunt gemischten Gruppe betreut zu werden, gefalle dem Zweijährigen gar nicht, berichtet die Mama, bevor sie von ihrem Sohn zum Kletterturm gerufen wird.

Betrieb überschaubar

Der Betrieb auf dem Gelände ist überschaubar. Zwei Mädchen erklimmen gerade die Netzpyramide, ein Junge buddelt in sicherer Entfernung im Sand. Die Matschhosen sind optimal dafür. Der Kiosk ist seit dem Vortag wieder geöffnet, besagt ein Hinweis im Schaukasten. Die Rollläden sind aber dicht – wohl dem Wetter geschuldet.

Nebenan nutzen vier Jungs auf Fahrrädern den Skatepark. Sie jubeln, während sie die Rampen erobern. Wie war die Zeit ohne das Freizeitvergnügen? „Langweilig“, bringt es Steven (12) auf den Punkt und zieht die Schultern nach oben. Zwar sei er oft in der Natur unterwegs gewesen mit seinen Eltern, aber das sei eben anders als mit den Kumpels Kurven zu ziehen.

Jannis sieht das genauso. Der 13-Jährige kennt aber auch die Corona-Regeln. „Wir halten Abstand, auch wenn wir mal Pause machen. Das haben wir in den letzten Wochen gelernt“, erklärt er mit nachdrücklichem Nicken. Sicher ist sicher, denken sich wohl die Behörden. Häufig ist das Ordnungsamt in den vergangenen Tagen im Umkreis von Spielplätzen zu sehen gewesen. Auch am Samstag wird kontrolliert: Ein Polizeiwagen biegt um die Ecke. Todzis Zweijähriger macht große Augen. Viel mehr noch, als die beiden Beamten zum Abschiedsgruß kurz das Blaulicht einschalten. Dieses Erlebnis wäre dem Kleinen zu normalen Zeiten wahrscheinlich entgangen.

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