Rhein-Pfalz Kreis Ärger im Idyll

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„Es ist eine Unverschämtheit, was dort los ist.“ Anwohner Jörg Weber macht nach dem ersten richtigen Badewochenende am Binsfeld seinem Ärger Luft. Er bezieht sich vor allem auf die Situation am Parkplatz, der an sein Grundstück grenzt. Dort seien „Rallyefahrten“ und wildes Campen an der Tagesordnung. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) berichtet von erheblichen Verunreinigungen der Uferbereiche.

„Verstöße gegen die Nutzungsregelungen im Binsfeld wie wildes Campen, Ruhestörung und Müllberge nehmen trotz Kontrollen des städtischen Vollzugsdienstes zu“, bestätigt Barbara Fresenius von der Pressestelle der Stadtverwaltung. Schon seit 2006 sei zu bestimmten Zeiten neben dem Vollzugsdienst auch ein Sicherheitsdienst im Einsatz – aber überall könne man eben nicht sein. Die Hauptaufgaben seien Ermahnen und Aufklären; die Haushaltssituation verhindere mehr Personal. Konflikte gibt es immer wieder. Anwohner Weber berichtet von Rallyefahrten und wildem Campen mit Grillfeuer und Musik in den vergangenen Tagen. Eine Nachbarin habe kurz nach Mitternacht wegen Ruhestörung die Polizei rufen müssen. Die Probleme hätten sich im Umfeld des Parkplatzes am südlichen Rand des Naherholungsgebiets zugetragen. Weber sieht den Pächter in der Pflicht. Die Polizei sei trotz Meldung am Samstag erst sonntagvormittags gekommen und habe nicht viel unternehmen können. „Nicht auf dem Parkplatz wurde wild gecampt, sondern 20 Meter hinter dem Grundstück der Anwohnerin, die die Polizei verständigte“, nimmt Stadt-Sprecherin Fresenius den Pächter in Schutz. Auf dem Parkplatz übernehme Pächter Stefano Tedesco die Entsorgung und verpflichte sich, die Stellflächen in der Zeit von Mai bis September täglich von 9 bis 22 Uhr durchgehend öffentlich zugänglich zu machen. Von Oktober bis April bleibe die Schranke fest verschlossen. In der Regel lasse er die Schranke in der Saison auch nachts offen, sagt Tedesco auf Anfrage. Das helfe auch den Anwohnern, weil Badegäste dann erst gar nicht ins Wohngebiet hineinführen. Bei Badewetter kassiere er zwei Euro Tagesparkgebühr. Viel komme nicht zusammen, zumal die rund 400 Stellplätze in zehn Jahren nie voll belegt gewesen seien. Die Müllentsorgung sei viel Aufwand. Autozubehör, ein Aquarium oder eine Kücheneinrichtung habe er schon aus der Natur geholt. Am Freitag musste Tedesco mit Hilfe von außen und einem Schweißgerät ein Eisenschloss öffnen, mit dem Unbekannte die Schranke am Platz verriegelt hatten. „Ich weiß, wer es war“, sagt Weber. Er könne den Namen des Täters nicht nennen, wisse aber, dass die Sache mit dem Schloss kein „übler Scherz“, wie von der Stadt eingeordnet, sondern als stiller Protest gegen die Ruhestörungen zu verstehen sei. Von Problemen nach abendlichen Feiern an den nahen Stränden berichtete nach dem vergangenen Wochenende die DLRG: Mehrere Badegäste hätten seit Fronleichnam Schnittverletzungen erlitten, einer sei sogar ins Krankenhaus gekommen. (pse)

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