Pirmasens Zweites Spiel, zweiter Punktgewinn

Mainz (scht). Ein später Ausgleich als Aufsteiger bei einem hoch favorisierten Gegner, und das aufgrund einer starken eigenen Leistung auch noch absolut verdient – doch so richtig konnte sich Christopher Ludy nicht freuen, als die Oberliga-Partie seines FK Pirmasens II beim TSV Schott Mainz abgepfiffen wurde.
„Wir sind froh über den Punkt, aber ich ärgere mich ehrlich gesagt über meine vergebenen Chancen. Wer weiß, was bei einer Führung drin gewesen wäre“, berichtet der Stürmer nach dem 1:1 (0:0). Dreimal hatte Ludy bereits den Torjubel auf den Lippen, doch – zweimal nach gezielten Zuspielen von Benjamin Peters, dann nach Manuel Grünnagels Steilpass – jeweils war TSV-Torwart Patrick Manthe im Weg (15., 35., 56.). Die Taktik des Liga-Neulings ging bestens auf: „Wir wollten sicher stehen und kontern, wenn wir eine Lücke sehen“, erklärt Ludy. „Wir sind zufrieden mit dem Punkt, gerade wenn man sieht, welche Spieler speziell am Schluss auf dem Platz waren, da sind nur zwei über 21 Jahre alt“, sagt Trainer Sebastian Reich. In der Viererkette verteidigten drei Mann, die vergangene Saison noch zur A-Jugend zählten. Natürlich waren Mainzer Chancen nicht zur Gänze zu vermeiden, doch es gelang auch im engmaschigen Verbund mit der Mittelfeldreihe, die Kombinationsfreude der Hausherren in Grenzen zu halten. Und was durchkam, griff meist Torwart Matthias Gize ab. Im Eins-gegen-Eins gegen Can Özer (33., 46., 79.) blieb der Keeper dreimal der Sieger, den frei durchgelaufenen Ex-Profi Srdjan Baljak holte FKP-Mittelfeldmann Christian Schubert noch ein (53.). „In dieser Liga werden die Fehler schneller bestraft“, betont Reich, „aber den Jungs ist hoch anzurechnen, wie sie heute aufgetreten sind.“ Zumal dem frei durchgelaufenen Niklas Kupper nach rund einer Stunde noch ein sehr aussichtsreicher Vorteil weggepfiffen worden war. Aus kurzer Distanz hatte der starke Linksaußen in der 80. Minute freie Bahn. Nach Florian Bickings Pass in den Rücken der Abwehr legte Kevin Rose quer, sodass Kupper leichtes Spiel hatte. Damit war das Mainzer Führungstor – Masashi Sakai ließ Gize mit einem Aufsetzer aus 20 Metern keine Chance (54.) – egalisiert, was durchaus den Kräfteverhältnissen entsprach. „Uns war klar, dass es ein schweres Spiel wird, Schott ist technisch und spielerisch sehr stark“, sagt Reich, „aber das Unentschieden ist verdient.“ Das gaben die Hausherren unumwunden zu. „Bei der Laufarbeit hatten wir Probleme. Konditionell sind noch nicht alle Spieler auf demselben Niveau“, analysiert Schott-Trainer Ali Cakici, „wenn wir hier das 2:0 machen, haben wir die Partie auch im Sack.“ So hat der FKP II nach zwei Spielen zwei Punkte auf dem Konto – und darf sich über die Gewissheit freuen, in der Oberliga mithalten zu können.