Fussball
Zwei Pirmasenser Talente schwärmen von einem besonderen Turnier
Nico Jeckel und Sky Gensinger, sind, wie es Skys Vater Patrick Gensinger formuliert, „die letzten Mohikaner“ im U19-Regionalligateam des FK Pirmasens. Sie fingen bei den Bambini auf der Husterhöhe mit dem Fußballspielen an, haben sich dort in den letzten sechs Jahren durch den Leistungsbereich „durchgebissen“ und laufen heute mit den A-Junioren in großen Stadien auf. „Der FKP ist unser Herzensverein. Wir würden uns freuen, wenn wir hier in den Herrenteams weiter spielen könnten“, sagen beide.
Keeper Jeckel hatte von klein auf kaum eine Chance, dem Kicken beim FK Pirmasens zu entkommen. „Mein Papa Thomas ist mit Leib und Seele FKPler, dort auch Spielleiter der zweiten Mannschaft, die es bis in die Verbandsliga geschafft hat. Ich konnte kaum laufen, da hat er mich auf den Fußballplatz mitgenommen“, blickt der Junior heute mit 18 Jahren auf 14 Jahre Fußball beim FKP zurück. Auch was die Entfernung von der elterlichen Wohnung angeht, konnte es nur „die Klub“ sein. „Zu Fuß habe ich zehn Minuten, mit dem Auto fünf“, ist Nico Jeckel auch noch ehrlich, als die Frage kommt, was er denn bevorzugt. „Mit dem Auto natürlich. Ich habe ja jetzt den Führerschein“, erzählt er lachend.
KSC und Elversberg abgesagt
Ganz stark ist der Kapitän der FKP-U19 auf der Linie, zeigt immer wieder glänzende Reflexe. Kommt es zum Elfer gegen den FKP, rufen die Mitspieler schon gleich: „Nico, hol dir das Ding!“ Und er fischt die Kugel gar nicht so selten, die aus elf Metern geflogen kommt. „Mit 14 hat der Karlsruher SC angefragt. Mit 17 die SV Elversberg. Aber ich wollte nie weg. Außerdem habe ich gegen Elversberg noch nie verloren“, sei das natürlich ein Argument, das nicht von der Hand zu weisen ist.
Beruflich soll es nach dem Abitur an der Berufsbildenden Schule Pirmasens irgendetwas mit Fußball oder Sport zu tun haben. „Wer im Leistungsbereich unterwegs ist, der hat auch den Traum, einmal Fußballprofi zu werden. Wenn ich in der nächsten Saison die Chance bekomme, mit dem FKP in der Verbandsliga zu spielen, wäre das schon eine super Sache“, weiß Jeckel, dass auf dem Weg nach oben Geduld eine der wichtigsten Tugenden ist.
Spontanes Debüt bei Herren
Als er an einem Sonntagmorgen um acht im Bus saß, um mit der U19 zum Spiel nach Andernach zu fahren, klingelte das Handy. „Nico, raus aus dem Bus! Du spielst heute mit den Herren in der Verbandsliga in Speyer“, kam die Order von FKP-II-Trainer Christopher Ludy. Da war sie, die erste Chance nach oben. Der FKP II siegte mit 4:2. „Mein bisher tollstes Erlebnis rund um den Fußball war die Teilnahme mit der C-Jugend am Cordial-Cup in Kitzbühel, dem größten Jugendturnier in Europa. Die Fahrt mit dem Bus in diese schöne Landschaft, das Hotel mit Pool und eine absolut professionelle Organisation. Einfach unvergessen!“, erzählt der FKP-Spieler vom Sommerwald von seinem bisherigen Höhepunkt als Fußballer.
Sky Gensinger hat dagegen einen ungleich längeren Weg auf die Husterhöhe. Er wohnt in Ludwigswinkel am Saarbacherhammer, wo sein Vater Patrick, der die FKP-U19 auch als Physiotherapeut betreut, seine Praxis hat. In Ludwigswinkel begann er im Alter von sechs Jahren mit dem Kicken. Sein Vater, Jens Hunsicker und Sandro Marinello waren die Trainer. „Dann waren nicht mehr genug Kinder da, und wir mussten uns neu orientieren“, ging es vor zwölf Jahren zum FKP in die Schuhstadt, erzählt der 18-Jährige mit dem starken rechten Fuß.
Links wie rechts
Mit 70 Kilo und einer Größe von 1,75 Meter ist Gensinger kein Kopfballungeheuer, das für die Innenverteidigung prädestiniert ist. Der „Winkler“ punktet durch Laufbereitschaft, geschicktes Zweikampfverhalten und guten Spielaufbau. Zudem kann er in der Defensivkette links und rechts gleichermaßen spielen. „Fußball war immer meine Leidenschaft. Beim FKP habe ich mich immer wohl gefühlt. Ich würde mich freuen, wenn ich dort auch bei den Herrenteams weiter spielen könnte“, will auch er sehr gerne über die A-Jugend hinaus bleiben.
Lange Tage
Sein Hobby hat jetzt Konkurrenz bekommen. Sky hat nach dem Abitur bei Stefan Niedermayr in Dahn eine Lehre als Landschaftsgärtner begonnen. „Das war in der Anfangszeit ganz schön hart. Morgens um sechs aufstehen. Die Trainingssachen nehme ich mit in die Arbeit und fahre von dort direkt auf die Husterhöhe zum Training. Bis ich nach Hause komme, ist es 22 Uhr“, muss Sky Gensinger seit September einen ungleich höheren Aufwand betreiben. „Zu dem Zeitdruck kam dann noch die körperliche Anstrengung. Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt“, habe sich alles eingependelt. Ob er einen grünen Daumen hat? „Davon habe ich noch nichts gemerkt“, entgegnet er lachend, „aber ich habe bei meinem Bruder Kim Rosin in der Firma schon ausgeholfen und auch privat gerne Dinge gemacht, die zu diesen Berufsanforderungen gehören und entdeckt, dass mir das liegt“.
Gegen Irans Nationalteam
Zum Glück wohnt seine Freundin Evelyn Steiger zwischen Wohn- und Trainingsort, denn: „Viel Zeit bleibt bei Beruf und Fußball nicht mehr übrig.“ Außer, dass Jeckel und Gensinger in der gleichen Mannschaft spielen, verbindet sie noch etwas. „Auch mein bisheriges fußballerisches Highlight war die Teilnahme am Cordial-Cup. Wir haben dort gegen Grashoppers Zürich gespielt und gegen die iranische Nationalmannschaft. Und dann diese Berge drumherum, diese Landschaft. Einmalig“, schwärmt auch er heute noch davon.