Leichtathletik / Radsport
Zur Unterstützung: Udo Bölts leidet in der Spirkelbacher Hölle
Der 54-jährige ehemalige Radprofi Bölts verhalf Jan Ullrich bei der Tour de France im Jahr 1997 zum Gesamtsieg. Sein Spruch „Quäl dich, du Sau“ genießt Kultstatus. „Ich möchte den Veranstalter, also den Sportverein und Frank Schmidt, in diesen schweren Zeiten unterstützen und ein paar Leute treffen“, erklärt Bölts vor dem Start des zehn Kilometer Hauptlaufes und merkte zu den sportlichen Ambitionen an: „Das Ergebnis ist zweitrangig.“
Wer ihn aber kennt, der weiß, dass er immer alles gibt. Der mit 400 Höhenmetern gespickte Rundkurs rund um den Höllenberg gilt als technisch sehr anspruchsvoll. Unter den 181 Teilnehmern wird Bölts Gesamtzwölfter in einer Zeit von 53:40 Minuten. Als Bölts an der Verpflegungsstelle einen Becher Wasser entgegennimmt, wird er von einer Helferin, die ihm den Becher reicht, erkannt. „Wisst ihr, wer das war? Es war Udo Bölts, dem hab’ ich das Wasser gereicht“, merkt sie stolz an. Ein Beleg für die anhaltende Popularität.
Die Knie bremsen bergab
Was den Pfälzer auszeichnet, ist vor allem Bodenständigkeit und Bescheidenheit, trotz des sportlichen Ehrgeizes. Der Radspezialist muss selbst schmunzeln, als er, erschöpft vom anstrengenden Wettkampf bei 28 Grad, den 23 Teilnehmern, darunter auch drei Damen, zusieht, die nach dem Laufen auch noch aufs Mountainbike steigen, um bei der Höllenberg-Trail-Trophy auch noch die 25 Kilometer lange, ebenso anspruchsvolle, mit 800 Höhenmetern gespickte Mountainbikestrecke in Angriff zu nehmen. „Ich bewundere die, die jetzt noch aufs Rad steigen“, sagt er schmunzelnd.
Die Laufstrecke kommentiert er mit den Worten: „Es war schwer. Dieser Rundkurs wird definitiv nicht meine Lieblingsstrecke, das liegt aber nicht an der Strecke, sondern an mir.“ Während Bölts bergauf volles Tempo gehen kann, bremsen ihn bei den Bergabpassagen die vom Leistungssport lädierten Knie etwas aus. „Bergab geht es nicht mehr so flott“, merkt er an.
Einer geht voran
Für die gesamte Veranstaltung findet er nur lobende Worte. „Ein so vielfältiges sportliches Angebot für Radfahrer und Läufer, für kurze und lange Strecken, für Kinder und Erwachsene, das ist einfach toll“, sagt er. Unter den erschwerten Bedingungen während der Pandemie eine Veranstaltung dieser Größenordnung durchzuziehen, sei nachahmenswert. „Manchmal gelingt es den kleinen Dorfvereinen besser, Veranstaltungen durchzuführen, als großen Organisationen. Einer geht voran, die anderen machen mit: Das ist das Motto eines Dorfvereins und zeigt den dörflichen Zusammenhalt.“
Für Bölts ist ein Tag ohne Bewegung ein verlorener Tag. Daher sieht man ihn entweder radfahren, laufen oder im Heltersberger Bergbad auch schwimmen, meist früh morgens. Er hofft, dass sich auch andere Vereine trauen, trotz immer noch bestehender Einschränkungen durch die Pandemie, Sportveranstaltungen in unserer Region zu organisieren. Die rege Resonanz und die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer sind ein Beleg dafür, dass sportliche Angebote auch unter erschwerten Bedingungen angenommen werden.