Pirmasens Zurück zur Automeile
Eine Zwischenlösung wird beendet: Das Autohaus Dieter Zimmermann wird 2016 seinen Standort in der Höfelsgasse aufgeben und ein neues Domizil an der Automeile auf der Husterhöhe beziehen. Damit vergrößert sich das Autohaus nicht nur in der Fläche: Auch zwei Arbeitsplätze in der Werkstatt kommen hinzu.
Das Grundstück ist erworben, erste Arbeiten sind eingeleitet. Eine neue Werkstatthalle mit Verkaufsraum wird dort entstehen, voraussichtlich im März oder April fertig sein. Einen sechsstelligen Betrag wird der Bauherr dafür investieren, die Belegschaft von derzeit drei – inklusive einem Auszubildenden – auf fünf Leute aufstocken. Etwa 1500 Quadratmeter wird das Autohaus Dieter Zimmermann dann am neuen Standort zur Verfügung haben – etwa doppelt so viel wie jetzt in der Höfelsgasse. Mit dem Umzug auf die Husterhöhe kehrt Zimmermann an die Automeile zurück, wo er schon einmal präsent war. 2012 war er von dort umgezogen in die Innenstadt – und hatte es so letztlich dem Zweibrücker Toyota-Händler Stoltmann ermöglicht, auf diesem Grundstück eine neue Filiale zu errichten. In der Höfelsgasse, wo er 2012 etwa 700 Quadratmeter anmietete, fand er ein neues Domizil. Vorübergehend, denn Pläne für ein eigenes Gebäude gab es schon länger. Am neuen vergrößerten Standort an der Automeile könne er nun auch mehr als die derzeit zehn bis 20 Fahrzeuge präsentieren, sagt Zimmermann. Im Angebot hat sein Autohaus mit jahrelanger Peugeot-Erfahrung heute alle Marken für unterschiedliche Geschmäcker und Geldbeutel: EU-Neuwagen, deutsche Neuwagen, Jahreswagen und Gebrauchte, vom Cabrio bis zum Kleintransporter. Alles sei machbar, bekräftigt der Chef – „vom Jaguar bis zum Volkswagen“. Möglich macht dies einmal die Partnerschaft mit „Autobund“, einer bundesweiten Kooperation eines Großhändlers mit einzelnen Autohäusern. Infolge dessen können Zimmermanns Kunden auf bis zu 1000 angebotene Wagen zurückgreifen. Die Auswahl könne der Kunde im Internet treffen, erklärt Zimmermann, und bei ernsthaftem Interesse könne er den Wagen vorführen. Das Internet spielt für den Unternehmer heute generell eine große Rolle. Seit etwa zehn Jahren ist er dort präsent, hat derzeit etwa 50 Fahrzeuge eingestellt. Über die Hälfte seines Geschäftes macht er inzwischen übers Internet, weswegen seine Kunden nicht nur aus Pirmasens und Umgebung, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet kommen. Damit besetzt Zimmermann ein spezielles Feld, unterscheidet sich auch von anderen (Marken-)Autohäusern in der Region. Auch wenn er alle Marken verkaufe, nehme er den anderen Regionalen wenig weg, formuliert er es. Sich mit vielen Marken auszukennen erfordert freilich nicht nur Flexibilität, sondern eine breite Kompetenz. Da komme ihm seine langjährige Erfahrung zugute, sagt Zimmermann. Denn seine Eltern hatten bereits ein eigenes Autohaus in Pirmasens – mit Autos sei er aufgewachsen, sagt der 57-Jährige, habe fast keine Automobilausstellung in Frankfurt versäumt. In den 50er Jahren fing Vater Ewald Zimmermann in der Marienstraße an, zunächst als Vertragshändler mit Fiat und Simca; später zog das Autohaus in die Rodalber Straße um. Bis zu 20 Mitarbeiter beschäftigten die Eltern damals, erinnert sich der Sohn. Der absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Bürokaufmann und zum Kfz-Mechaniker, sattelte dann ein Betriebswirtschaftsstudium in Saarbrücken drauf und war auch in der Industrie tätig, bevor er ins elterliche Unternehmen einstieg. 2004, nach dem Tod des Vater, gründete er den Betrieb neu als Einzelunternehmen. Zum Betrieb gehört neben dem Autohandel auch eine Werkstatt, die laut Zimmermann alles bietet, was eine übliche Werkstatt im Angebot habe: von der Reparatur bis zur Abnahme der Hauptuntersuchung im Haus. Mit seiner Betriebsgröße liegt Zimmermann in einem Bereich, der für ihn Zukunft hat. Bei einer durchschnittlichen Umsatzrendite von 1,2 bis 1,3 Prozent im Kraftfahrzeughandel werde es für klassische Betriebe in mittlerer Größe mit zehn, zwölf Beschäftigten immer schwieriger, glaubt er. Gute Chancen am Markt habe man entweder als kleiner oder großer Betrieb. Damit will er nun noch einmal „durchstarten“. Denn der Trend zur Mobilität sei insgesamt da, glaubt er. Nicht nur in Großstädten mit den Themen E-Mobilität oder Car-Sharing, sondern – oder gerade – auch im ländlichen Bereich. (tre)