Pirmasens Zum Staunen und Lachen

Das war schön, das war gut, das hat Spaß gemacht: Wenn drei Pirmasenser Schulen beim siebten schulübergreifenden „Musik-Schwarzlicht-Theaterprojekt“ ihre Artisten in die Manege des „Zirkus MaLaKa“ auf der Festhallenbühne in Pirmasens schicken, dann hat man einfach viel Freude dran. Gleich zwei Mal ging das sensationelle Programm am Dienstagmorgen vor gut 1000 Kindern aus Stadt und Landkreis über die Bühne.
„Man sieht so viele Sachen, zum Staunen und zum Lachen“, hat die Erzählerin versprochen. Und sie hat nicht zu viel versprochen. Der kleine Clown, noch zu klein, um mit seinem Zirkus mitzureisen, ist alleine zurückgeblieben. Natürlich ist er deshalb traurig. Aber da kommt schon die gute Fee und schenkt ihm Träume. Wundersame, poetische Zirkusträume. Sieben Projekte dieser Art – seit 2008 – haben bisher das Licht der Bühne erblickt. Christian und Elisabeth Steinbach von der Landgraf-Ludwig-Realschule plus, Ursula Schubert und Alexandra Martin von der Matzenbergschule und Volker Christ vom Immanuel-Kant-Gymnasium haben mit „ihren“ Kindern geprobt um dieses musikalische Ereignis, „von Kindern für Kinder“ zu realisieren. Längst hat es einen Förderpreis der Arbeitsgemeinschaft Förderschulen gegeben – 2013 hat die Stadt Pirmasens zum Stadtjubiläum eine eigene Aufführung in Auftrag gegeben. Kinder und Lehrer sollen sich bei der Arbeit am gemeinsamen Projekt näherkommen, besser verstehen, wie die Schule des anderen „funktioniert“. Geprobt wird zwar zunächst in einzelnen Gruppen unabhängig voneinander, aber alle sind dann bei der großen Generalprobe letzten Montag zusammengekommen. Der Chor vom Kant, die „Pinguine“ von der Matzenbergschule und die Bläsergruppe von der Landgraf-Ludwig-Realschule, die es zum Schuljahresende allerdings so nicht mehr geben wird, weil sogenannte Eliteklassen – und die Bläsergruppe zählt bei der Landesregierung als solche – im inkludierenden System der Realschule plus nicht mehr gewünscht ist, wie am Rande der Veranstaltung zu erfahren war. Aber wer versteht schon Schulpolitik. Für dieses Mal war aber alles schön im Zirkus „MaLaKa“, dessen Name sich aus den Anfangsbuchstaben der beteiligten Schulen ergibt; der Chor, die „Zirkusmusik“ der Bläser, das Schattenspiel, gar das Schwarzlichttheater, bei dem sich wie von Geisterhand bewegt ein Clownsgesicht im dunklen Nichts formt. Man darf eine Pferde-Nummer bewundern, den Tanz der Pinguine und viele, viele Attraktionen mehr. Die Kinder, das kritischste Publikum der Welt, sind begeistert. Sie kommen aus den Klassen eins bis sechs aller Pirmasenser Schulen (Förderschulen bis Gymnasium), den Förderschulen des Kreises und aus den Kitas. Die Kinder, allesamt in einem Alter, wo sich die Aufmerksamkeitsspanne auf minus zehn Sekunden berechnen lässt, sind mit aller Begeisterung bei dem einstündigen Programm dabei und wissen genau, wann eine Nummer Applaus verdient hat. Hut ab vor den Akteuren, die an diesem Morgen gleich zweimal auftraten, um 9 und um 11 Uhr. Das ist ein Pensum, das sich vermutlich nicht mal Profis trauen würden.