Pirmasens
Zum Schutz vor Sprengung: Robuste Rollläden für Geldautomaten
Wer zu einem Geldautomaten der Sparkasse kommt, findet immer öfter massive Rollladenkästen mit Führungsschienen vor, die um den Automaten gebaut wurden. Nach den vielen Sprengungen von Geldautomaten in der Region wird nun mit den Rollläden ein weiterer Schritt zur Sicherung der Selbstbedienungsterminals unternommen. „Die ersten wurden bereits im September installiert, um den Sicherheitsstandard unserer Filialen zu erhöhen“, erklärt Iris Steuer, Pressereferentin der Sparkasse Südwestpfalz. Inzwischen sind 70 Prozent der Automaten ausgestattet. In den kommenden Wochen sollen die restlichen folgen.
Die Rollläden bestehen laut Steuer aus einem speziellen, massiven Materialmix, der besonders robust sein soll und den geforderten Sicherheitsklassen entspricht. Die Sparkasse verspricht sich davon einen besonders hohen Einbruchschutz. Das hat allerdings auch einiges gekostet. Die Gesamtkosten für Rollläden und Gitter an allen Geschäftsstellen werden sich auf etwa 650.000 Euro belaufen, informiert Steuer. Die Investition diene der langfristigen Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen an den Geldautomaten.
Färbetechnik und Überwachung mit KI
Und das sind nicht die einzigen Maßnahmen, die angesichts immer dreisterer Automatensprenger eingeleitet wurden. Alle Geldautomaten seien mit Färbetechnik ausgestattet, die bei einer Sprengung die Geldscheine so einfärben, sodass sie nicht mehr zu gebrauchen sind.
„Darüber hinaus haben wir in vielen SB-Geschäftsstellen eine zusätzliche spezielle Kameraüberwachung eingebaut“, erklärt Steuer. Da kommt Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel. Zusammen mit der österreichischen Keba-Group wurde für die Sparkasse Südwestpfalz als Pilotprojekt ein autark arbeitendes Überwachungssystem entwickelt, um einen Angriff auf Geldautomaten im Vorfeld zu erkennen. Die KI bewertet dabei alle Personen im Foyer und prüft, ob diese verdächtige Gegenstände mit sich führen. Ist dies der Fall, sollen automatisch die Sicherheitseinrichtungen aktiviert werden: Beispielsweise wird der Geschäftsstellenraum durch das Herunterlassen von Rollgittern gesichert und die Automaten von den Rollläden. Die Polizei könne zusätzlich alarmiert werden.
Automaten weiter geschlossen
Trotz der aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen werden die Automaten weiterhin nachts geschlossen sein. Steuer betont, dass aus Sicherheitsgründen zwischen 23 und 6 Uhr kein Geld abgehoben werden kann.
Die Anzahl der Automatensprengungen ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, doch der Trend ist noch nicht beendet. Zu Weihnachten wurden im Kreis Birkenfeld und im Kreis Trier-Saarburg wieder zwei Automaten gesprengt.