Pirmasens Zeit der Vorlesungen neigt sich dem Ende entgegen
Für aktuell 738 Studierende an der Hochschule in Pirmasens ist die vorlesungsfreie Zeit vorbei: Gestern begrüßte sie Dekan Ludwig Peetz zum Start des Wintersemesters 2018/19. Für 185 junge Menschen beginnt ein ganz neuer Lebensabschnitt. 148 nehmen an der Pirmasenser Hochschule erstmals ein Bachelorstudium auf, 38 ein Masterstudium.
571 Studenten verteilen sich aktuell auf sieben Bachelor-Studiengänge. Von der Angewandten Chemie über die Industriepharmazie bis zu Kunststoff-, Leder- und Textiltechnik und verschiedenen Logistikstudienangeboten. Der Studienschwerpunkt Kunststofftechnik, eines der Ur-Studienangebote an der Hochschule in Pirmasens, läuft aus. Professor Helmut Schüle ist in Ruhestand gegangen. An der neuen Studienausrichtung, die ohne die Kunststofftechnik den Schwerpunkt auf die Bereiche Schuhe/Leder/Textil legen wird, werde derzeit gearbeitet, sagte Peetz. Was die Kunststofftechnik anbelangt, werden Kooperationen in Richtung Maschinenbaustudium geprüft, wo die Themen Leichtbauweise und Verbundwerkstoffe auch eine große Rolle spielen, erläuterte Peetz. Zwei Master-Studiengänge (167 Studenten) gibt es bereits in Pirmasens: den englischsprachigen Studiengang „Product Refinement“ und „Logistik- und Produktionsmanagement“. Zwei weitere Master-Studiengänge sind in Vorbereitung: im Bereich Pharmazie und in der Angewandten Chemie. Derzeit sind Studenten des deutsch-chinesischen Kollegs aus Shanghai in der Technischen Logistik eingeschrieben, die am Ende ihres Studiums sowohl einen chinesischen wie einen deutschen Studienabschluss haben werden. Studieren erfahre derzeit eine Wandlung, merkte der Vizepräsident der Hochschule Kaiserslautern, Karl-Herbert Schäfer, an. „Wir sind in einer Übergangsphase zu völlig neuer Lehre“, sagte er. Dabei spiele die Digitalisierung eine große Rolle. Große, bisher typische Hörsäle, die nach oben aufsteigen, „werden für die Lehre der Zukunft überhaupt nicht mehr gebaut“, bauliche Entwicklungen würden inhaltlichen Entwicklungen optisch Rechnung tragen. Die Zeit der Vorlesungen durch Professoren neige sich dem Ende zu. Aus Professoren werden Coaches. Am Campus Pirmasens mit seiner familiären Atmosphäre, dem engen Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden, sei das Studium der Zukunft durchaus schon erlebbar. Teamgeist sei gefragt, ergänzte Peetz mit Blick auf zukünftige Arbeitsfelder. In nahezu allen Bereichen sei Teamarbeit gefordert, werde in der Regel in Projektgruppen zusammengearbeitet. Auf die Arbeitsmarktchancen, gerade auch in Pirmasens, ging Bürgermeister Markus Zwick bei der Begrüßung ein. „Der Fachkräftemangel ist absehbar“, sagte er. Die Hochschule in Kombination mit attraktiven Arbeitsplätzen, die es in der Stadt und der Region gebe, ermögliche es, die klugen Köpfe auch in der Stadt zu behalten. Mit einem Abschluss hätten die Studenten exzellente Chancen, sagte Zwick.