Pirmasens Wie einst Robin Hood

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DAHN. Rot und Weiß, diese beiden Farben sind der Inbegriff des Osterturnieres der Dahner Bogenschützen. Am Ostersamstag und Ostersonntag ist die Dahner Pfaffendölle, angrenzend an das Sportplatzgelände, wieder Mekka des bundesdeutschen Bogensportes. Dort treffen sich Bogenschützen aus neun Nationen, um das erste große bundesdeutsche Freiluftturnier dieses Jahres zu absolvieren.

„Uns liegen bereits 430 Anmeldungen vor – ein guter Schnitt“, berichtet der Vorsitzende des ausrichtenden Vereins der Dahner Bogenschützen, Franz Schreiner. Geschossen wird auf zwei Parcours, die mit den Farben Rot und Weiß markiert sind. An beiden Wettkampftagen startet das Turnier um 9 Uhr. Es ist die 40. Auflage, die bevorsteht. Seit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2010 genießen die Dahner Bogenschützen einen weltweit guten Ruf und dennoch stellt die Ausrichtung des Osterturnieres die 35 Vereinsmitglieder vor große Herausforderungen. „Es bedeutet schon in der Vorbereitungsphase sehr viel Aufwand. Jedes Vereinsmitglied hat seine Aufgabe und leider bleibt oftmals wenig Zeit, mit den Sportfreunden länger ins Gespräch zu kommen, denn die Organisation genießt Priorität“, so Schreiner. Um den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, kann sich der Verein auf die Unterstützung der Stadt Dahn und der ortsansässigen Vereine verlassen. Sportlich liegt die Messlatte dieses größten regelmäßig stattfinden Turnieres in Europa recht hoch. Im vergangenen Jahr erzielte der Niederländer Thomas von Eil in der Compoundklasse das Rekordergebnis von 1100 von 1120 möglichen Ringen. „Er ist dieses Jahr leider nicht am Start, aber das Teilnehmerfeld verspricht ähnlich gute Ergebnisse“, freut sich der Vorsitzende auf zwei spannende Wettkampftage im Wasgau. Mit dem Schweizer Simon Fankhauser steht ein Rekordhalter aus den 1980er Jahren am Start. Daneben reisen Teilnehmer aus Schottland, den Benelux-Staaten, Tschechien, Frankreich und Luxemburg zum Osterturnier an. Auch viele Amerikaner gehören zum Teilnehmerfeld. Die Sicherheit wird groß geschrieben. An beiden Wettkampftagen ist der Felsenpfad im Bereich Schillerfels und Pfaffenberg gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Während der Wettbewerbe sind Aufsichtspersonen an den Einstiegspunkten platziert, um die Sicherheit zu gewährleisten. Beide Parcours gelten als sehr anspruchsvoll. Die Schützen müssen viele Berg- und Talschüsse absolvieren. Das zehrt an Kraft, Ausdauer und Konzentration. Bei der Feld- und Jagdrunde am Samstag wird auf 28 Scheiben geschossen. Die Teilnehmer werden in Gruppen von sechs bis neun Schützen eingeteilt, angeführt vom sogenannten Scheibenkäpt’n, der für den Ablauf und die korrekte Ergebnisauswertung der Gruppe verantwortlich ist. Auf jede Scheibe werden vier Schuss abgegeben. Die Tierbildrunde am Sonntag ist für erfahrene Schützen schon fast eine Erholung. Hier gilt es, auf vorgegebene Tierbilder auf Entfernungen von bis zu 61 Metern einen Treffer zu platzieren. Im optimalen Fall kommt ein Schütze pro Tierbild mit einem Schuss aus. Wird nicht getroffen, kann maximal zweimal nachgeschossen werden. Die Anzahl der erreichten Punkte nimmt dann allerdings ab. Gestartet wird in bis zu 35 unterschiedlichen Bogen- und Altersklassen, Damen und Herren jeweils getrennt. Die meisten Teilnehmer starten in der „Compound Freestyle Unlimited“-Klasse. Dieser Bogen ist durch Umlenkrollen an der Sehne so eingestellt, dass der Schütze in ausgezogenem Zustand weniger Kraft aufwenden muss und daher länger und genauer zielen kann. Die Sehne wird nicht mit den Fingern berührt, sondern über einen Auslösemechanismus betätigt. Das reduziert das Schlingern der Sehne beim Abschuss. Im Gegensatz hierzu schießen die Blankbogenschützen traditionell in Robin-Hood-Manier. Sie verzichten auf jegliche Hilfsmittel, wie Stabilisatoren und benutzen Holzbögen wie anno dazumal. „Mit knapp 600 Ringen gehört man hier zu den Siegern auf verkürzten Distanzen bis maximal 45 Meter“ weiß Schreiner, selbst auch Blankbogenschütze. Für die Zuschauer ist im Vereinsheim bestens gesorgt. (elim)

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