Pirmasens Wie eine besoffene Ente

Es ist sicher leichter, den „Badewannen-Tango unter der Brause zu singen“, wie Peter Alexander einst reimte, als eine zur Renn-Wanne umfunktionierte Badewanne 25 Meter vorwärts zu fahren und wieder zurück. Das war nämlich gefordert bei den Qualifikationsrennen zur ersten Weltmeisterschaft im Badewannenrennen am 21. November in Düsseldorf.
Das Plub war am Freitag Schauplatz dieser Rennen, die von der Event-Agentur „Kids World Event“ in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken organisiert worden waren. Die Idee zu dem Wannen-Spektakel hatte Manager Rainer Braun – na, wo schon? – klar: Zuhause in der Badewanne. Handelsübliche Badewannen wurden umgebaut zu Renn-Badewannen und im Jahr 2013 gingen die Teams erstmals an den Start – bei der ersten Deutschen Meisterschaft in Berlin. Der Spaß potenzierte sich zur Europameisterschaft 2014, die in Wolfsburg stattfand. Ein Team besteht aus einem Badewannenkapitän und einem Matrosen. Um den „Stadtmeister“ zu ermitteln, mussten am Freitag die Teams in mehreren Vorrundenrennen in der Wanne 25 Meter geradeaus fahren, um eine Boje herum und wieder zurück zum Start. Was allerdings von außen relativ leicht aussieht, erweist sich bei dem „schweren Wellengang“ im Plub als ziemliche Plackerei. Da lief bei manchem Team schon mal die „Titanic“ voll Wasser beziehungsweise die ein oder andere Wanne trudelte um sich selbst wie eine besoffene Ente. Diesem Team gab Rainer Braun den Rat mit auf den Weg: „Ihr trainiert daheim in der Badewanne und nächstes Jahr werdet ihr Weltmeister.“ Gleichgewicht halten und gleichzeitig Paddeln ist das Erfolgsrezept, das die beiden Brüder Vincent (12) und Luis (9) Kindel nahezu perfekt beherrschten. Die Kindel-Brothers (unter diesem Team-Namen waren sie gestartet) gewannen den Wettbewerb und vertreten die Stadtwerke Pirmasens bei der ersten Weltmeisterschaft im Badewannenrennen in Düsseldorf. Bis zu 90 Teams aus Europa und Afrika werden in Düsseldorf in drei Kategorien (Kinder, Erwachsene, Familien) um Ruhm und Ehren kämpfen, aber auch um tolle Preise (Reisegutscheine oder Familienwochenende im Europa-Park) im Gesamtwert von über 5000 Euro. Für die Kinder der Familie Kindel hat sich der Sieg schon jetzt gelohnt. Die Fahrt nach Düsseldorf wird vom Veranstalter ebenso bezahlt wie die Hotelübernachtung, Essen und Trinken und die Heimfahrt. Als Rainer Braun bei der Siegerehrung die Kindel-Brothers fragte: Holt ihr den WM-Titel?, antwortete Vincent wie aus der Pistole geschossen: Wer denn sonst? Jawoll. Solche Männer braucht die Stadt. (pt)