Pirmasens Wenn Gelbe gegen Gelbe spielen

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PIRMASENS. Dramatisch, emotional, spannend, aber nicht immer hochklassig: So präsentierte sich die RHEINPFALZ-Stadtmeisterschaft im Hallenfußball bei ihrer 40. Ausgabe. Mit dem Regionalligisten FK Pirmasens, Bezirksliga-Primus FC Fehrbach, dem A-Klasse-Dritten MTV Pirmasens und dem C-West-Vierten TuS Winzeln qualifizierten sich die erwarteten vier Teams für die Endrunde am kommenden Freitag.

Der FK Pirmasens agierte mit angezogener Handbremse und jeder Menge Routine. Der Viertligist hatte in Gruppe A überhaupt keine Mühe, die vier Gegner aus der elften Liga in Schach zu halten. In Sachen Technik, Schnelligkeit (auch Handlungsschnelligkeit), Schuss- und Zweikampfverhalten war „die Klub“ ihren Gegnern haushoch überlegen. Dabei agierten die im gelben Auswärtsdress auftretenden FKP-Spieler noch verhalten und legten es keineswegs darauf an, den Gegner bloßzustellen. Glanz versprühte der FKP noch nicht, aber darf ja am Freitag noch einmal ran. Und freundlicherweise ließ der Rekord-Stadtmeister und Titelverteidiger auch noch ein laut umjubeltes Gegentor zu. Michael Lipps vom SV Ruhbank II überwand den gut mitspielenden FKP-Keeper Matthias Gize. Mit dem TuS Winzeln II qualifizierte sich in Gruppe A jene Mannschaft neben dem FKP für die Endrunde, welche die wenigsten (vier) Tore im neunminütigen Spiel gegen den Giganten aus der Regionalliga kassierte. Dies war auch ein Verdienst von Aushilfstorwart Andreas Fischer. Der Spielertrainer der Winzler zeigte zwar keine Glanzparade, war aber sehr oft mit einer Fußabwehr zur Stelle. „Wenn ich die Bälle mit der Hand abzuwehren versucht hätte, wären die alle drin gewesen, denn es hätte zu lange gedauert bis ich mit der Hand da unten gewesen wäre, wo ich mit dem Fuß war“, stellte Fischer fest und ergänzte: „Hauptsache, nicht drin!“ Die vier Treffer gegen die „Klub“ blieben die einzigen der Winzler. „Wir standen defensiv gut. Ich habe sonst fast nichts drauf gekriegt“, lobte Fischer seine Mitspieler und machte die starke Defensivarbeit als „Hauptgrund“ für das Weiterkommen. Und weil Manuel Dauenhauer, eigentlich ein Mann für die erste Winzler Mannschaft, zuletzt verletzt gewesen war, durfte dieser in der zweiten Mannschaft ran. Dauenhauer sagte Danke, schoss sein Team weiter und sich selbst – gemeinsam mit den FKP-Akteuren Christopher Ludy und Patrick Freyer – an die Spitze der Torjägerwertung. „Wir haben nicht gut gespielt, nicht gezeigt, was wir eigentlich können, aber wir sind weiter.“ Dieses Fazit zog Christian Ross, der Spielleiter des MTV Pirmasens. Immerhin habe sein Team „kein Spiel verloren“. Gegen Fehrbach und Rot-Weiß Pirmasens gab es ein Unentschieden. Ross: „Fehrbach stand gut, und die Rot-Weißen sind immer ein unangenehmer Gegner.“ Ross regte an, die Gruppenzusammensetzung nicht alleine dem Los zu überlassen. Er schlug vor, auch um die Attraktivität des Turniers zu verbessern, die klassenhöchsten Vereine in den vier Gruppen zu setzen. Denn so könnte wohl vermieden werden, dass „eine so starke Mannschaft wie Rot-Weiß vorzeitig ausscheidet“ und irgendeine schwächere Mannschaft aufgrund der noch schwächeren Gruppengegner weiter komme. Derweil lehnte sich Ross auch noch ein wenig aus dem Fenster und sagte: „Unser Anspruch ist es, das Halbfinale zu erreichen.“ „Es hat sich keiner verletzt“, war Jochen Ellermann, am Freitag nicht mitkickender Spielertrainer des FC Fehrbach, erleichtert. Allerdings sorgte sich der ehemalige Oberligaspieler um seinen Torwart Manuel Behr, der die Rote Karte sah. Ellermann merkte an, dass der rutschige Boden und der doch ungewohnte Ball einen Klassenunterschied reduziere. Er betrachtete sich übrigens das Geschehen in der Wasgauhalle von der Tribüne aus. „Da brauchen meine Spieler während der zwölf Minuten nun wahrlich keine taktischen Anweisungen oder jemand, der ihnen sagt, wie man wechselt“, sagte Ellermann – und irrte, denn den einzigen Wechselfehler im Verlauf des ersten Turniertages erlaubte sich Fehrbach ... Sauer waren nach dem Turnier Alexander Kraus und Ralf Friedewald, die beiden Trainer des gescheiterten SV Rot-Weiß Pirmasens. Im sehr umkämpften Spiel gegen Fehrbach, in dem nach Hinausstellungen zeitweise nur jeweils zwei Feldspieler auf dem Feld standen, habe Rot-Weiß-Top-Torschütze Marcus Herrlich eine Entscheidung des Schiedsrichters mit der Bemerkung „Das ist doch ein Witz“ (so Kraus) kommentiert und dafür die Rote Karte gesehen. Dies sei völlig überzogen gezeigt worden, kritisierte der Torschützenkönig des Vorjahres den Schiedsrichter. Es habe dem Unparteiischen an Fingerspitzengefühl gefehlt. Gleichwohl habe sich seine Mannschaft „gut verkauft“, immerhin gegen einen A-Klässler ein Unentschieden herausgeholt und gegen einen Bezirksligisten „knapp und unglücklich verloren.“ Was in der Wasgauhalle fehlte, waren „nicht-gelbe“ Überziehhemdchen, denn als Hengsberg II gegen den FKP spielen sollte, stellte man fest, dass beide in gelben Trikots im Bandenviereck standen. Und die Leibchen waren auch gelb! Letztlich unterschieden sich die Trikots durch blaue vertikale Streifen auf den Hemden der Hengsberger. Das Spiel konnte dennoch ausgetragen werden. Die sonst sehr umsichtigen Organisatoren vom SV Erlenbrunn haben nun wieder dazugelernt.

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