Pirmasens Wenn die Kleinen dem Großen alles abverlangen

So ein Turniersieg freut auch den großen Favoriten, den FKP: (stehend von links) Turnierleiter Gerhard Metzmann, Oberbürgermeist
So ein Turniersieg freut auch den großen Favoriten, den FKP: (stehend von links) Turnierleiter Gerhard Metzmann, Oberbürgermeister Bernhard Matheis, Salif Cissé, Sebastian Brenner, Kevin Dauenhauer, Christopher Ludy, Trainer Patrick Fischer, Betreuer Thomas Jeckel, Heike Riebenthaler, der künftige OB Markus Zwick, (vorne) Max Cölsch, Arne Neufang, Torschützenkönig Jan Luca Rebmann, Philipp Schuck, Maurice Müller und Daniel Kläs.

«PIRMASENS.» „Gerade weil es so eng wurde, war es doch interessant – auch für uns.“ So kommentierte der sportliche Leiter des Fußball-Regionalligisten FK Pirmasens , Attila Baum, den Erfolg seines Teams, das am Freitagabend bei der Endrunde der 43. RHEINPFALZ-Hallenstadtmeisterschaft (wie berichtet) im ersten Endrundengruppenspiel gegen den TuS Winzeln (3:2), im Halbfinale gegen den FC Fehrbach (1:0) und im Endspiel gegen den TuS/DJK Pirmasens (3:1) auf erheblichen Widerstand stieß. „Gegen Fehrbach fanden wir fast kein Mittel, um zum Torerfolg zu kommen“, sagte Baum, der auch noch den Bezirksligisten SC Weselberg trainiert. Erst 90 Sekunden vor der Schlusssirene im Halbfinale bewahrte der gute Kevin Dauenhauer mit einem „Käppchen“ sein Team vor einem Neunmeterschießen und einem möglichen Ausscheiden. Baum weiter: „Es macht doch Spaß, wenn in der Halle alle gegen den FKP sind.“ „Spielerisch, taktisch und vom Einsatz her stimmte bei uns alles. Wir waren die konstant beste Mannschaft und sind verdienter Turniersieger“, stellte der Coach des FKP-Hallenteams, Patrick Fischer, fest. Immerhin sei bei vier gegen vier in neun Minuten alles möglich. Und Fischer, ab Sommer neuer Cheftrainer des FKP, stellte die Leistung des TuS/DJK heraus: „Großen Respekt vor denen!“ Seine Schützlinge, die sonst in der Liga gegen Ex-Bundesligisten wie den 1. FC Saarbrücken, den SSV Ulm, Kickers Offenbach, den SV Waldhof Mannheim oder den FC Homburg spielen, erzielten im Finale gegen den TuS/DJK, dessen Punktspielkontrahenten Glashütte, Rumbach oder Ludwigswinkel sind, erst 23 Sekunden vor dem Ende das erlösende 3:1. Kurz davor hatte FKP-Keeper Daniel Kläs bei einem Schuss von Steven Palm mit einer Riesenparade das 2:1 gerettet. Auch der goldene Schuh der Sparkasse Südwestpfalz für den Torschützenkönig ging an einen FKP-Spieler. Stolz trug der elfmal erfolgreiche Jan-Luca Rebmann die schmucke Trophäe aus der Wasgauhalle. Mit ihm hatte keiner gerechnet. Eher wohl mit dessen Teamkollegen Christopher Ludy. Mit dem hatte sich Rebmann vor der Endrunde nach eigenen Worten „verbale Duelle im Spaß“ geliefert. „Ich bin jetzt ein bisschen müde“, sagte dann Rebmann und trottete nach dem RHEINPFALZ-Interview gegen 22 Uhr aus der Halle – nicht ohne zu bestätigen, dass „der Schuh einen guten Platz in meiner Wohnung in Zweibrücken kriegt“. Ludy (2013, 2016 und 2017 Torschützenkönig der Stadtmeisterschaft) ließ, für ihn ungewohnt, mehrere Topchancen aus und kam mit acht Treffern auf Platz zwei der Torschützenliste. Er und seine Mannschaftskollegen hätten es im Halbfinale und im Endspiel „unnötig spanend gemacht“, befand Ludy. Obwohl „nur“ auf Platz zwei, war der TuS/DJK Pirmasens eindeutig ein Gewinner des Traditionsturniers. Die beiden Trainer, Oliver Rau und Timo Sammel, standen, die Atmosphäre bei der Siegerehrung inhalierend, hinter der Mannschaften und bestätigten wie aus einem Mund: „Wir sind sehr zufrieden.“ Das Endspiel erreicht und dann noch dem großen FKP im Finale alles abverlangt zu haben – das war aller Ehren wert. „Wir hatten keinen Druck, keine Angst und konnten befreit aufspielen“, nannte Rau die positiven Vorzeichen vor dem Endspiel. Als Eugen Besrodni in der fünften Spielminute das 1:1 erzielt hatte, stand die Halle kopf und wie ein Mann hinter dem Tabellendritten der C-Klasse Ost. Und gerade weil „die TuS“ auch noch die jüngste alle 13 Mannschaften in die Wasgauhalle geschickt hatte, ist diese Vizemeisterschaft besonders hoch zu bewerten. „Bis auf zwei Spieler waren das alles Eigengewächse“, betonte TuS/DJK-Urgestein Peter Bauer stolz. Timo Sammel lobte insbesondere den erst 18 Jahre jungen Winter-Zugang Liviu Trofin. Der Keeper zeigte insbesondere am Finaltag eine bemerkenswerte Leistung und bestach mit seiner Coolness. Und noch ein Neuer fügte sich blendend ein: Steven Palm. Der 23-Jährige, in der Winterpause vom PSV Pirmasens gekommene Stürmer hatte mit seinen sieben Treffern – Rang drei in der Torjägerwertung – wesentlichen Anteil am Erfolg des TuS/DJK. Der sehr dynamische Palm schoss zudem nach zehn Sekunden in der Partie gegen den VfB – gemeinsam mit dem in der Vorrunde ebenfalls so früh erfolgreichen Marcus Herrlich (SV Gersbach) – das schnellste Tor des Turniers. Er sei „sehr glücklich“, den Wechsel vom PSV zum TuS/DJK vollzogen zu haben. Dass er mit Marcel Sammel, dem zweiten Topstürmer des TuS/DJK, so gut harmoniert, sei nicht verwunderlich, denn „wir kennen uns seit Kindertagen“. Er sei mit Platz drei „absolut zufrieden“, sagte Moritz Schuhmacher, der die Hallenmannschaft des FC Fehrbach coachte. Allerdings hätten seine Schützlinge „nicht ihre besten Leistungen in der Halle“ gebracht“. Dennoch reichte es zum Einzug ins Halbfinale, „Und da haben wir dann unsere beste Turnierleistung gezeigt“, war Schuhmacher nach dem 0:1 gegen den FKP „zufrieden und stolz“. Schuhmacher: „Trotzdem war es ein bisschen schade, dass es uns nicht gelungen ist, das 0:0 über die Zeit zu bringen und in ein Neunmeterschießen gegen den FKP zu kommen.“ Im Neunmeterschießen um Platz drei gegen den MTV Pirmasens bestätigte dann der zum besten Torhüter gekürte Manuel Behr vom FC Fehrbach seine Wahl, als er den entscheidenden Neunmeter abwehrte. „Es freut mich sehr. Ich wollte schon immer mal zum besten Torhüter bei der Stadtmeisterschaft gewählt werden“, erzählte Behr, der insbesondere durch sein hervorragendes Stellungsspiel bestach. Behr anerkannte aber auch die Leistung des jungen TuS/DJK-Keepers Trofin: „Er hätte es auch verdient gehabt.“ Überhaupt waren die Leistungen der Torhüter bei der Endrunde im Vergleich zu den beiden Vorrundenspieltagen viel besser. „Pirmasens hat gesehen: Der MTV ist im Kommen. Wir sind richtig stolz auf unsere Jungs.“ Charles Hopkins, der Trainer des MTV Pirmasens , war offenkundig zufrieden mit dem Abschneiden bei dem Hallenspektakel vor 600 Zuschauern. Die Endrunde und dann sogar das Halbfinale erreicht – das sei mehr gewesen, als die Männerturner sich erhofft hatten. Und dennoch: „Zum Schluss hatten wir etwas Pech. Es fehlten nur Kleinigkeiten, um noch mehr als Platz vier zu erreichen“, resümierte Hopkins mit Blick auf das 2:3 im Halbfinale gegen den TuS/DJK. Gleichwohl zeigte der MTV eine imponierende Turnierleistung. Hopkins: „Das gibt uns Schwung für die Freiluftrunde.“ Da kann der MTV noch Platz zwei und damit den Aufstieg in die B-Klasse erreichen. Als die Trophäen letztmals aus der Hand des scheidenden Oberbürgermeisters und Turnier-Schirmherrn Bernhard Matheis an die Erstplatzierten vergeben wurden, schaute sich Steffen Braunert, an den Torpfosten gelehnt, die ganze Szenerie an. Braunert war mit seinem VfB Pirmasens ohne Punkt sang- und klanglos ausgeschieden. Trotzdem holte er sich stolz „seinen“ Pokal ab, denn der VfB stellte das fairste Team aller 13 Teilnehmer – und dafür gab’s den Pokal des Oberbürgermeisters.

Riesenjubel bei den TuS/DJK-Spielern Dominik Korfmann (links) und Marco Wahl (Nummer 3) nach dem Einzug ins Endspiel.
Riesenjubel bei den TuS/DJK-Spielern Dominik Korfmann (links) und Marco Wahl (Nummer 3) nach dem Einzug ins Endspiel.
Manuel Behr vom Landesligisten FC Fehrbach bekam das, was er sich schon lange gewünscht hatte: den Preis für den besten Torhüter
Manuel Behr vom Landesligisten FC Fehrbach bekam das, was er sich schon lange gewünscht hatte: den Preis für den besten Torhüter der Hallen-Stadtmeisterschaft.
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