Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Was Prinz Philip mit dem Pirmasenser Stadtgründer zu tun hat

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Am Samstag wird Prinz Philip, der Gatte der britischen Königin zu Grabe getragen. Der Prinz war ein direkter Nachfahr des Pirmasenser Landgrafen Ludwig IX. Allerdings nur offiziell lässt sich die Linie von dem Pirmasenser bis in das britische Königshaus verfolgen. Inoffiziell hat da im 19. Jahrhundert ein Schweizer Baron dazwischen gefunkt.

„Es ist alles kompliziert“, meint Rainer Maass vom Hessischen Staatsarchiv zu den Verwandtschaftsverhältnissen des Pirmasenser Landgrafen zum britischen Königshaus. Genau genommen ist der britische Prinz Philip nämlich doppelt mit dem Pirmasenser Stadtgründer verwandt.

Ganz offiziell ist die Version, dass Ludwig IX., also der Pirmasenser Landgraf von Hessen-Darmstadt, der Ururururgroßvater von Prinz Philip ist.

Ein Sohn von Ludwig IX. war Ludwig X. von Hessen-Darmstadt, der sich später in Ludwig I. Großherzog von Hessen und bei Rhein umbenennen ließ. Sein Sohn wiederum, Ludwig II. Großherzog von Hessen und bei Rhein heiratete Wilhelmine von Baden und hier bricht dann die Linie zu Prinz Philip. Zumindest ist die Wissenschaft uneins, ob deren Sohn Alexander von Hessen-Darmstadt auch wirklich der Sohn von Ludwig I. und damit der Urenkel des Pirmasenser Landgrafen ist. Auch Rainer Maass vom Hessischen Staatsarchiv glaubt nicht, dass Alexander der leibliche Sohn Ludwigs II. ist. Allerdings wurde Alexander als legitimer Sohn angenommen, weshalb nach offizieller Zählweise die Verwandtschaftslinie weitergeht.

Die nicht offizielle Geschichte war jedoch eine Liebschaft von Wilhelmine von Baden mit dem Schweizer Baron Auguste Louis de Senarclens-Grancy, der als Reitlehrer an den Darmstädter Hof kam und von dem wahrscheinlich neben Alexander noch dessen Schwester Marie stammte. Die heiratete übrigens den russischen Zaren Alexander II. und wurde selbst Zarin Marija Alexandrowna.

Zurück zu Alexander von Hessen-Darmstadt, der seine Schwester an den russischen Hof begleitete, dort Karriere im russischen Militär machte und sich in Julie Hauke, die Hofdame seiner Schwester, verliebte. Die war jedoch bürgerlicher Herkunft – und das war ein richtiger Skandal, zumal Julie bei der Hochzeit schon im fünften Monat schwanger gewesen sein soll. Die Gattin wurde also erst zur Gräfin ernannt und dann Prinzessin des im Mittelalter erloschenen Grafengeschlechts Battenberg, um den Skandal zu kaschieren. Alexander und Julie nannten sich fortan „von Battenberg“ und bezogen Schloss Heiligenberg bei Jugenheim. Das Schloss sollte sich später zum Treffpunkt des europäischen Adels entwickeln. Prinz Philip, Charles und dessen Kinder waren dort öfter zu Besuch.

Die Verbindung nach England knüpfte Alexanders Sohn Ludwig von Battenberg, der es bis zum Kommandeur der britischen Atlantikflotte brachte und sich in dieser Funktion im Ersten Weltkrieg in „Louis Mountbatten“ umbenannte. Ein deutscher Name machte sich im Krieg gegen das Deutsche Reich nicht so gut. Die Windsors, also Königin Elisabeths Stammhaus, hatten es im übrigen ähnlich gemacht. Das englische Königshaus hieß früher Sachsen-Coburg-Gotha.

Schön verwickelt wird es mit Louis Mountbattens Gattin. Der nicht mehr ganz so direkte Nachfahr des Pirmasenser Landgrafen verguckte sich in seine Nichte Victoria – Prinzessin von Hessen-Darmstadt und damit eine ganz legitime Nachfahrin des Landgrafen Ludwig IX. Mit dieser zeugte er unter anderem Alice von Battenberg, die den griechischen Prinzen Andreas heiratete und das waren letztlich die Eltern von Philip Mountbatten, dem Herzog von Edinburgh, der die spätere britische Königin Elisabeth II. ehelichte.

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