Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Was die gestiegenen Strom- und Gaspreise für Verbraucher bedeuten

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Wer seinen Strom oder das Gas über die Pirmasenser Stadtwerke bezieht, muss ab dem 1. April mit deutlich höheren Kosten rechnen. Der kommunale Energielieferant spricht von einer Preisanpassung.

Starke Kostensteigerungen an den Energiemärkten in Verbindung mit kurzfristig notwendiger Beschaffung von Zusatzmengen seien der Grund für die Preiserhöhung. Insgesamt liegt die Preiserhöhung bei rund fünf Prozent für den Strom und rund acht Prozent für Gas.

Wie hoch sind die Zusatzkosten?

Ein Zwei-Personenhaushalt muss einer Beispielrechnung zufolge bei einem Stromverbrauch von jährlich 1700 Kilowattstunden mit 25 Euro Mehrkosten rechnen. Bei einem Vier-Personenhaushalt, der 3500 Kilowattstunden verbraucht sind es laut Stadtwerken 52 Euro.

Im Bereich der Gasversorgung wird die Kostensteigerung für einen Zwei-Personenhaushalt noch deutlicher: Bei einem Verbrauch von 9000 Kilowattstunden sind zusätzlich knapp 65 Euro fällig. Für Vier-Personenhaushalte (20.000 Kilowattstunden) haben die Stadtwerke Zusatzkosten von knapp 145 Euro ausgerechnet.

Was sind die Gründe?

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Christoph Dörr, sagt, dass Gas ein knappes Gut bei hoher Nachfrage sei. Er verweist auf die angespannte geopolitische Lage. Russland hat seine Gaslieferungen nach Europa gedrosselt. Hinzu kommt, dass die europäischen Vorräte in den Gasspeichern deutlich geringer sind als früher. Sollte Europa weiterhin so heizen wie im vergangenen Winter, könnten die Reservoirs Ende März noch zu etwa fünf Prozent gefüllt sein, hatte Tobias Federico, Chef des Berliner Analysehauses Energy Brainpool, dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ kürzlich erklärt.

Stadtwerke-Geschäftsführer Dörr sagt, dass die Strompreise steigen, weil die Beschaffungskosten in den vergangenen Monaten ebenfalls stark gestiegen seien. Die Großhandelspreise hätten sich seit Jahresbeginn verdoppelt. Kurzfristig gekaufter Strom habe sich im Preis verdreifacht. „Da wir aktuell auch kurzfristig zusätzliche Mengen beschaffen müssen, treffen uns die enorm gestiegenen Preise am Spotmarkt direkt. Noch nie zuvor waren diese so teuer“, sagt Dörr. Er verweist darauf, dass die Stadtwerke einen Teil der Kosten für die Kunden kompensieren.

Doch nicht nur die enorm gestiegenen Beschaffungskosten sind die Ursache für die Preiserhöhung bei den Stadtwerken. Dörr verweist in einer Pressemitteilung auf die Insolvenzen einiger großer Energievertriebe sowie akute Lieferstopps. Davon betroffene Kunden müssten sich kurzfristig einen neuen Lieferanten suchen. Wer ohne Energielieferant sei, falle automatisch in die Grundversorgung des ortszuständigen Grundversorgers. In Pirmasens sind das die Stadtwerke. Die Grundversorger müssen die benötigten Energiemengen für die neuen Kunden kurzfristig zusätzlich beschaffen. Das wiederum sei nur zu sehr hohen Marktpreisen möglich.

Dörr zufolge hat ein Teil der Kunden noch Optimierungspotenzial innerhalb der Stadtwerketarife. Er verweist auf entsprechende Sonderverträge, die ein etwas günstigeres Preisgefüge haben. Informationen dazu gibt es auf der Homepage der Stadtwerke.

Was ist mit dem Grundpreis?

Trotz der Preiserhöhung liegen die Preise der Stadtwerke laut Dörr bei Strom unter dem Bundesdurchschnitt. Der Gaspreis ist zusätzlich mit der nächsten Stufenerhöhung des CO 2 -Preises belastet. So steigt der Preis für eine Kilowattstunde Strom in Pirmasens ab 1. April 2022 um 1,49 Cent pro Kilowattstunde und bei Gas um 0,71 Cent pro Kilowattstunde (beides inklusive Mehrwertsteuer). Die Grundpreise bleiben sowohl bei Strom als auch bei Gas unverändert.

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