Pirmasens
Warum eine Kläranlage für kaputte Straßen in Niedersimten sorgt
„Wir fordern die sofortige Instandsetzung der Straße zu Lasten des Abwasserbetriebes und erinnern an die mehrfach erfolglos in Aussicht gestellte Abhilfe“, schrieb die CDU-Fraktion in ihrem Antrag. Die schmale Littersbachstraße, durch die der gesamte Verkehr zur Kläranlage im Felsalbtal fahren muss, sei durchgängig beschädigt, sagte CDU-Fraktionssprecher Andrew Becker in der Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstagabend. Auch Gullyeinläufe seien wie die Fahrbahn an manchen Stellen bis zu 30 Zentimeter eingesunken. Die Bürgersteige wiesen teilweise eine derartige Schräglage auf, dass Menschen, die auf Gehhilfen und Rollatoren angewiesen sind, dort nicht mehr gefahrlos unterwegs sein könnten.
Den Unmut über die Verkehrssituation teilte der gesamte Ortsbeirat. Die 40 Tonnen schweren Lastwagen müssten oft sogar den Bürgersteig überfahren, weil parkende Autos die Straße noch mehr verengen.
Alle Nutzer sollen Kosten tragen
Eine längere Diskussion gab es über die Anzahl der Fahrten von Schwerlastern zur Kläranlage und von dort zurück, um getrockneten Klärschlamm abzuholen. Martin Hochdörffer vom Abwasserbeseitigungsbetrieb der Stadt Pirmasens gab in der Sitzung des Ortsbeirats Auskunft dazu. Becker und Timo Völker (CDU) sahen am Ende ihre Rechnung von 32 Fahrten pro Woche durch die Littersbachstraße in beiden Richtungen bestätigt.
Wenn die die zentrale Großkläranlage bei Niedersimten der Allgemeinheit diene, seien auch die Kosten von allen Nutzern zu tragen und nicht nur von den Anwohnern über die wiederkehrenden Beiträge, forderte die CDU in ihrem Antrag.
Ortsgemeinderat fürchtet mehr Verkehr
Jörg Groß, in Pirmasens für den Straßenbau zuständig, bestritt eine durchgehende Beschädigung der Littersbachstraße. Die Verwaltung sprach in ihrer Antwort auf den Antrag von einem „guten bis mittelmäßigen Zustand“ der Straße. Groß machte das Angebot, mit Mitgliedern des Ortgemeinderats bei einer Ortsbesichtigung die Situation erneut zu beurteilen.
Die Mitglieder des Ortsgemeinderats befürchten, der Verkehr durch den Ort könne sich ausweiten, wenn Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen der mehr als 30 Jahre alten Kläranlage notwendig werden. Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt informierte Hochdörffer über solche geplanten Baumaßnahmen: die Sanierung des Faulturms und den Bau einer Dosier- und Lagerstation für Fällmittel.