Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Warum eine Brasilianerin in Pirmasens eine Kosmetikschule betreibt

Fabiana Zwally hat die Meisterprüfung zur Kosmetikerin erfolgreich absolviert. Ihr Wissen will sie an Schüler weitergeben.
Fabiana Zwally hat die Meisterprüfung zur Kosmetikerin erfolgreich absolviert. Ihr Wissen will sie an Schüler weitergeben.

Fabiana Zwally ist Kosmetikerin von ganzem Herzen. Ein eigenes Studio und eine eigene Kosmetikschule hat sie bereits. Das reicht der 42-jährigen Brasilianerin aber nicht. Die Zeit während der Corona-Pandemie hat sie deshalb genutzt, um sich zur Meisterin weiterzubilden.

Eine Prüfung wie diese hat Fabiana Zwally, Inhaberin des Kosmetikstudios und der Kosmetikschule Cosmeticana, noch nicht abgelegt. Unter strengsten Corona-Maßnahmen, mit FFP2-Maske, Gesichtsschutz und Trennscheibe musste sie ihre praktische Meisterprüfung zur Kosmetikerin absolvieren. Gelohnt haben sich die Strapazen für die 42-Jährige allemal. „Denn die Meisterprüfung ist die höchste Stufe an Fachkompetenz, die ich kriegen kann“, sagt Zwally. Der zweijährige Weg dorthin sei eine tolle Herausforderung gewesen, die nicht immer leicht war.

„Ich bin ein sehr wissbegieriger Mensch“, meint die Kosmetikerin. Dennoch habe die Meisterausbildung Kraft, Wille und Konzentration gefordert. Besonders interessiert war sie daran, mehr über die Vor- und Nachbegleitung von Schönheitsoperationen zu erfahren. In ihrem schriftlichen Teil der Meisterprüfung ging es aber um ein anderes Thema. Auf rund 80 Seiten hat sie sich mit gefäßlabiler Haut auseinandergesetzt. Die zeigt sich bei Betroffenen durch erweiterte Äderchen, fleckige Rötungen, sowie ein Hitze- und Spannungsgefühl. Im praktischen Teil ihrer Prüfung hatte sie dann drei Stunden Zeit, um ein genau solches Hautbild zu verbessern.

Nicht nur Gesichtsbehandlungen

Zwally selbst stammt aus Rio de Janeiro. „Pirmasens ist für mich deshalb wie ein Dorf, jeder kennt jeden“, erzählt die Brasilianerin. Wohl fühle sie sich trotzdem aufgrund der vielen tollen Kunden. Für die bietet sie in ihrem Kosmetikstudio von der klassischen Schönheitsbehandlung bis hin zur erholsamen Massage alles an. „Bei uns gibt es nicht nur Gesichtsbehandlungen“, meint Zwally. Das sei nämlich ein weit verbreiteter Fehlglaube. Egal ob Maniküre, Haarentfernung, Spray Tanning oder Hautanalyse: Ihr Angebot reiche von Kopf bis Fuß.

Ihren Beruf übt die 42-Jährige mit voller Leidenschaft aus. „Wenn ein Kunde nach der Behandlung vor dem Spiegel steht und sich freut, dann macht mich das glücklich und zufrieden“, sagt die gebürtige Brasilianerin. Ihre Kunden behandele sie so, wie sie gerne selbst betreut werden würde. Deshalb brauche es viel Liebe zum Mitmenschen, um diesen Beruf auszuüben.

Die Meisterausbildung war für Zwally „das Licht am Ende des Tunnels“. Wegen der ständigen Schließung des Kosmetikstudios während der Pandemie habe sie Existenzängste gehabt. Ihre größte Sorge: dass sie ihre Lehrlinge nicht mehr bis zum Ende ausbilden kann. Das habe ihr einige schlaflose Nächte bereitet. „Aber wenn man will, schafft man das“, sagt Zwally. Von ihren Kunden habe sie in dieser Zeit viel Zuspruch erhalten. Das habe ihr ebenfalls Kraft gegeben.

Von ihrer neu gewonnen Expertise soll zukünftig nicht nur sie selbst profitieren. Denn von der Meisterschule komme Zwally noch motivierter zurück, als sie es sowieso schon war. „Diese Liebe und Leidenschaft, die ich für die Kosmetik habe, will ich an meine Schüler weitergeben“, meint sie. Ihre Lehrlinge seien sowieso wie Familie. Umso trauriger sei sie, dass es momentan nur drei Schüler bei ihr gibt. Das liegt vermutlich an Corona, schätzt die 42-Jährige. Denn vor der Pandemie war die Schule mit 15 Lehrlingen an ihrer Kapazitätsgrenze. Einen Appell richtet sie deshalb an alle jungen Leute, die Lust auf eine Kosmetikausbildung haben.

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