Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Warum beim B-10-Ausbau manchmal nicht klar wird, wer hier wen zum Narren hält

Der B-10-Ausbau ist seit Jahren ein Zankapfel.
Der B-10-Ausbau ist seit Jahren ein Zankapfel.

Die Linke und die Satirepartei „Die Partei“ bilden im Pirmasenser Stadtrat eine gemeinsame Fraktion: „Die Linke-Partei“. Die ungleichen Fraktionsmitglieder haben schon häufiger für Amüsement gesorgt. Beim Thema Ausbau der B 10 legen sie aber noch eine Schippe drauf.

Es ist ja eigentlich jedem klar: Die Lager der Ausbaugegner und -befürworter sind strikt getrennt und das Thema B 10 spaltet die Gemüter – seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten. Die jüngsten Entwicklungen rufen nun wortgewaltig und bierernst niemand Geringeren als Frank Eschrich auf den Plan, den Vorsitzenden der Stadtratsfraktion Die Linke-Partei. Seit vielen Jahren werde den Menschen in der Region suggeriert, der vierspurige Ausbau der B 10 zwischen Pirmasens und Landau stünde unmittelbar bevor, sagt Eschrich. Er konstatiert, sicher nicht ganz falsch: „Dass solche Hoffnungen trügen, ist ebenso lange bekannt, wie über den B-10-Ausbau gestritten wird.“

Eine Eschrich-Stellungnahme wäre keine Eschrich-Stellungnahme, wenn da nicht irgendwelche Papiere und Studien zitiert werden würden. Es geht ihm ja immerhin um die Sache, und dafür ist dem Linken wahrlich keine Recherche zu viel. Also argumentiert er – mal wieder –, dass ein zusätzlicher Fahrstreifen kein Wirtschaftswachstum erzeuge, sondern lediglich mehr Verkehr.

Natürlich schlägt Eschrich noch den großen Bogen zum fortschreitenden Klimawandel und bemängelt, dass CDU und SPD per Gesetz das Mitspracherecht von Umweltverbänden und Naturschützern ausgehebelt haben, um Planungsverfahren zu beschleunigen. Eschrich findet: „Wir alle sollten uns von politischen Hütchenspielern nicht länger zum Narren halten lassen.“

Stichwort Narren: Die Partei „Die Partei“ meldet sich umgehend auf die Pressemeldung des Mannes, der immerhin ihre gemeinsame Fraktion leitet. Florian Kircher, der für „Die Partei“ im Stadtrat sitzt, weist darauf hin, dass seine politische (?) Gruppierung weiterhin zum achtspurigen (!) Ausbau der B10 stehe. Um die Umwelt nicht über Maßen zu belasten, sollten die meisten Abschnitte jedoch in verkehrsberuhigte Zonen umgewandelt werden.

Somit könnte die CDU endlich einen Erfolg verbuchen, aber Menschen und Tiere entlang der Trasse würden nicht mit unnötigem Lärm belästigt. Um sein Anliegen zu unterstreichen, sagt Kircher: „Wir möchten auch gleich Gerüchten entgegentreten, unsere Forderung sei unrealistischer als die Forderung nach dem vierspurigem Ausbau.“

Bei so mancher Äußerung stellt sich dann schon die Frage, wer hier wen zum Narren hält ....

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