Thaiboxen RHEINPFALZ Plus Artikel Waldfischbacher Treverer Fighters boomen nach Aufnahme von Muay Thai ins Olympia-Programm

Vereinschef Marco Bußer (Ringmitte) beobachtet das Nachwuchstraining, das Trainer Marcus Klimscha (kniend) mit den jüngsten Vere
Vereinschef Marco Bußer (Ringmitte) beobachtet das Nachwuchstraining, das Trainer Marcus Klimscha (kniend) mit den jüngsten Vereinsmitgliedern, Paul und Frieda Schmücking, absolviert. in der rechten Ringecke trainieren Janine Haller und Abdelkader Mekkous mit- und gegeneinander.

Der Traum von den Olympischen Spielen lebt. „Es wäre toll, wenn wir 2024 in Paris einen Olympiateilnehmer aus der Region, aus unserem Club hätten. Dafür tun wir alles“, sind sich Marco Bußer und Marcus Klimscha einig. Bußer ist Vorsitzender der Treverer Fighters.

Seit August vergangenen Jahres gibt es in Waldfischbach-Burgalben den Verein, in dem Muay Thai, zu deutsch Thaiboxen, einen hohen Stellenwert hat. Marcus Klimscha ist der Trainer der Treverer Fighters und zugleich Inhaber des Studios Nunquam Retrorsum Home, wo die Treverer Fighters trainieren.

„Geht fast durch die Decke“

Boxen, Thaiboxen und Functional Training gehören zum Vereins- und Studioangebot. Seit entschieden wurde, dass Muay Thai 2024 in Paris olympisch sein wird – am 20. Juli erhielt der Weltverband in Tokio vom Olympischen Komitee die volle Anerkennung –, „geht das hier fast durch die Decke“, freuen sich Bußer und Klimscha über die stetig steigende Resonanz, die Thaiboxen erfährt. Auf gut 100 Mitglieder ist der Club in Waldfischbach-Burgalben angewachsen.

In Garage fing alles an

Begonnen hat alles vor etwa drei Jahren. Klimscha, in der Kampfsportszene als Kämpfer und vor allem als Trainer bekannt, bot das Thaibox-Training in seiner Garage in Schmalenberg an. Im Thaiboxen darf mit Fäusten, Ellbogen, Knien und Schienbeinen gekämpft werden. Auch der Clinch ist erlaubt. Ein Kampf geht über drei Runden à drei Minuten. Das Training fand zunehmend Fans, die Garage wurde zu klein.

Jetzt in früherem Autohaus

Klimscha fand Trainingsräume in Waldfischbach-Burgalben in der Hauptstraße 16. In einem früheren Ausstellungsraum eines Autohauses, in denen zwischenzeitlich mal die Post untergebracht war, wurden der Hochring und verschiedene Trainingsgeräte eingebaut. Nunquam Retrorsum, lateinisch für niemals zurückweichen, heißt das Domizil, in dem Fans des Boxens, des Thaiboxens oder des Functional Trainings perfekte Trainingsmöglichkeiten haben. Und es ist das Domizil der Treverer Fighters. Parallel zum Ausbau des Studios wurde die Vereinsgründung vorangetrieben. Corona sorgte in beiden Fällen für Verzögerungen. „Aber jetzt können wir wieder trainieren“, freut sich Klimscha.

Nach Keltenstamm benannt

Marco Bußer aus Waldfischbach-Burgalben, früher Landesliga-Fußballer beim TuS Heltersberg, und Michael Löw aus dem saarländischen St. Ingbert sind die Vorsitzenden des Vereins, den es seit August vergangenen Jahres gibt. Der Vereinsname Treverer Fighters geht auf einen Keltenstamm zurück. „Wir haben sehr enge Verbindungen zu den Vikings Muay Thai aus Marnheim“, erzählt Klimscha. Angelehnt an die Vikings im Namen der Thaiboxer vom Donnersberg, „haben wir uns für einen dazu passenden Keltenstamm entschieden, die Treverer“, erläutert Klimscha, wie es zur Namensfindung kam.

„Unsere Mitglieder sind drei bis 63 Jahre alt. Bei uns trainieren Männer und Frauen“, berichtet Bußer. Darunter sind erfolgreiche Kämpfer wie der Rodalber Frederic Jodl, der schon über 40 A-Klasse-Kämpfe bestritten hat, nationale Meisterehren hat.

Südwestdeutsche Titelkämpfe

Sechs Kämpfer der Treverer, Manuel Aman (bis 81 Kilo), Erik Gries (75), Dennis Leis (91 plus), Abdelkader Mekkous (67), Marcel Seide (67) und Andre Stephan (75), kämpfen am Samstag im bayerischen Lauingen im sechsmal sechs Meter großen Hochring um die südwestdeutsche Meisterschaft. In Bayern deshalb, „weil Corona auch den Wettkampfkalender ausgedünnt hat und es bedingt durch Corona nur begrenzte Angebote an Veranstaltungsräumen gibt“, erläutern Bußer und Klimscha.

In Lauingen werden Vertreter des Muay Thai Bundes Deutschland (MTBD), dem auch die Treverer Fighters angehören, Kandidaten mit Blick auf die Weltmeisterschaften im Dezember in Thailand sichten. Der MTBD ist der einzige Verband in Deutschland, über den die Qualifikation für die Olympischen Spiele möglich ist.

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