Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Vor Gericht: Haben Security-Mitarbeiter Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt?

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Eine Auseinandersetzung zwischen der Security und einer Gruppe junger Leute auf dem Gersbacher Dorffest im Juli 2023 hat am Mittwoch das Pirmasenser Amtsgericht beschäftigt.

Angeklagt waren drei Security-Mitarbeiter im Alter von 54, 49 und 27 Jahren. Der Vorwurf lautete auf gefährliche und einfache Körperverletzung. Laut Anklage sollen die Mitarbeiter Festbesucher geschlagen, mit Schlagstöcken und Pfefferspray traktiert haben. Das Amtsgericht musste nun herausfinden, ob das wirklich so gewesen ist.

Die beiden jüngeren Angeklagten waren an jenem Abend bei der Einlasskontrolle eingesetzt – der älteste kam erst später hinzu. Ihre Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass keine Flaschen und Drogen in die Mehrzweckhalle mitgebracht würden, und dazu auch Taschen zu kontrollieren. Mit mehreren jungen Leuten gab es eine Diskussion, weil sie ihre mitgebrachten Flaschen nicht draußen abstellen wollten. Einer wollte seine Umhängetasche nicht kontrollieren lassen. Die Security habe ihm nichts zu sagen, sie seien keine Polizei, soll seine Begründung gewesen sein. Dabei fielen Beleidigungen gegen die die Security-Leute. Das räumten die jungen Leute vor Gericht ein. Danach gingen die Aussagen auseinander.

Angeklagte: Schlagstöcke nur zur Abschreckung

Die beiden Einlass-Kontrolleure gaben an, zwei junge Männer seien auf sie zugelaufen. Sie hätten ihnen den Weg nach draußen gezeigt. Denen habe das aber nicht gefallen und es sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Dabei soll der 27-Jährige in einen Zaun gefallen sein. Ein junger Mann habe ihm danach gegen die Rippen geboxt. Daraufhin habe er sich mit Boxschlägen gewehrt. Sein Kollege habe den jungen Mann dann von ihm weggezogen und er habe die Polizei gerufen. Einer der jungen Leute sei immer wieder die Straße hochgelaufen, wieder zurückgekommen und habe geschrien. Der habe plötzlich eine Platzwunde am Kopf gehabt. Aber wovon, konnte keiner der Security-Leute sagen.

Kurz darauf habe sich ein Pulk von zehn bis 15 jungen Leuten aggressiv vor den Security-Mitarbeitern aufgebaut, sie beschimpft und Flaschen und Steine auf sie geworfen, aber nicht getroffen, berichteten die Angeklagten. Zur Abschreckung und um die Angreifer auf Abstand zu halten, hätten sie ihre Schlagstöcke gezogen, aber nicht zugeschlagen. Pfefferspray sei nicht eingesetzt worden. Dann sei auch schon die Polizei zu Hilfe gekommen.

Viele Widersprüche

Drei der jungen Leute waren vor Gericht als Zeugen erschienen. Sie gaben zu, dass sie „vorgeglüht“, also Alkohol getrunken hatten und respektlos waren. Die Situation sei dann eskaliert. Wer was konkret gemacht habe, habe er aber nicht gesehen, bekannte ein 19-Jähriger. Er wisse nicht, von wem er auf den Kopf geschlagen bekommen habe. Er meinte, es könne keine Faust gewesen sein, sondern nur ein Schlagstock. Die Richterin belehrte den Zeugen über die Unterschiede zwischen „sicher gesehen, glaube gesehen zu haben und nichts gesehen“. Er räumte ein, dass er „bei der Polizei irgendetwas gelabert“ habe. Schlagstöcke habe er erst zum Schluss gesehen, als die Security zusammengestanden habe.

Ein 21-Jähriger berichtete, er sei „dazwischen gesprungen“ und habe „jemandem ins Gesicht getreten“, als andere Stress mit der Security bekommen hätten. Mit einem Knüppel sei er auf den Arm geschlagen worden. Bei der Polizei soll er allerdings noch angegeben haben, er sei auf Hals und Stirn geschlagen worden. Er erwähnte auch eine „große weiße Flasche Pfefferspray“, aus der gesprüht worden sei. Solche hatte die Security aber nicht.

Die Richterin betonte, dass die Geschädigten nur vage Erinnerungen hätten, die keine belastbaren Gesichtspunkte ergäben. Die Staatsanwältin sprach von Widersprüchen in den Angaben der Belastungszeugen und fehlenden konkreten Angaben. Am Ende lautete das Urteil auf Freispruch für alle drei Angeklagten, wie Staatsanwaltschaft und Verteidigung es beantragt hatten.

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