Pirmasens Von Woche zu Woche:

Die SPD befindet sich, lobt die Pirmasenser Parteichefin Angelika Glöckner, in Aufbruchstimmung. Um die Gunst der Stunde zu nutzen und wieder Mehrheiten zu gewinnen im Bund und in der Stadt, brauche die SPD die Kompetenz der älteren Mitglieder und hat in dieser Woche eine Arbeitsgemeinschaft 60 plus aus der Taufe gehoben. Aufbruch mit 60 plus? Nichts gegen die Senioren (bin selber einer). Aber was der Pirmasenser SPD seit Jahrzehnten in der Stadt fehlt, sind unbequeme Jungsozialisten, die die bequem gewordenen Altvorderen zum Jagen tragen. Während die CDU aus einer funktionierenden Jungen Union frische Kräfte rekrutiert für Partei und Räte, herrscht in der SPD in Sache Verjüngung tote Hose. Von wegen Aufbruchstimmung. Die gibt es nur wegen Kanzlerkandidat Martin Schulz und hat nichts mit Pirmasens zu tun. Vor Ort setzt die SPD keine Akzente, ihr Alleinunterhalter heißt Gerhard Hussong und der ist längst altersmilde und aus der Rolle des Oppositionsführers herausgeschlüpft in die Rolle des Alterspräsidenten. Akzente setzen in der Stadt? Themen anstoßen? Als Opposition auch einmal provozieren? Nichts davon setzt die SPD um. Aber vielleicht packen’s ja die Senioren der Pirmasenser SPD tatsächlich und es geht ein Ruck durch die Partei. Was Malu Dreyer über Pirmasens zu sagen hat, stand in dieser Woche in der Zeitung. Zusammengefasst könnte man sagen: Die Ministerpräsidentin weiß um die Probleme der Stadt, wünscht sich trotzdem mehr Optimismus und will helfen, wo sie kann – allerdings nicht bei einer Entschuldung, die dieses Wort auch tatsächlich verdienen würde. Immerhin vermittelte sie den Eindruck, als hätten die Pirmasenser bei ihr einen Stein im Brett. Diese Grundsympathie sollte man sich nicht dadurch verscherzen, dass man immerzu nur meckert. Mit der SPD haben wir angefangen, mit der SPD wollen wir auch aufhören. Es geht ganz schnell, versprochen. Für Mittwoch haben die Genossen zum politischen Aschermittwoch ins Sportheim der Rot-Weißen eingeladen. Sie versprechen großes Kino: Angelika Glöckner – nicht Angela Merkel, nicht Donald Trump – spricht zur Lage der Nation. Zur L a g e d e r N a t i on, sie haben richtig gelesen. | Peter Rojan