Kolumne RHEINPFALZ Plus Artikel Von Woche zu Woche

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Straßenmusikerfest: Es funktioniert auch in Pirmasens

Es gilt, diese Woche viel Lob zu verteilen. Neue Veranstaltungsformen wurden gewagt und hatten Erfolg. Da wäre das Straßenmusikerfest in der Fußgängerzone zu nennen, dass zusammen mit dem Kultursommer vergangenen Samstag für eine richtig gute Stimmung in der Einkaufsmeile sorgte. Das Besondere an dem Straßenmusikerfest war die Organisationsform. Keine Verwaltung und kein Eventmanager haben es gestemmt, sondern Ehrenamtliche. Bernd Ernst und Klaus Reiter sind die Initiatoren, die es einfach mal probiert haben – und es hat geklappt. Hunderte Besucher der Einkaufsmeile haben es ihnen gedankt. Reiter und Ernst haben zudem bewiesen, dass auch in Pirmasens Veranstaltungsformen wie ein Straßenmusikerfest funktionieren. Genauso wie die Konzerte im Neufferpark mit über 500 Besuchern oder die Techno-Nächte im Lager 14 auf der Husterhöhe, wo zuletzt 400 junge Menschen tanzen konnten. Es geht auch in Pirmasens, wenn sich engagierte Bürger aufmachen und Bedenkenträger in Verwaltung und Bürgerschaft die Engagierten gewähren lassen.

Bernhard Matheis: Kultureller Sachverstand

Eine Notiz in dieser Woche hat die kulturell interessierten Pirmasenser aufhorchen lassen. Der frühere Oberbürgermeister, der nicht gerne Alt-OB genannt werden will, dafür ist er aber auch wirklich noch zu jung, also dieser Bernhard Matheis, der jetzt im Stadtrat sitzt, wurde zusammen mit seiner Frau in den Kulturausschuss der Stadt gewählt. Sonst hat sich Matheis für keinen weiteren Ausschuss interessiert. Das ist gut für Pirmasens und das Pirmasenser Kulturprogramm. Immerhin war mit Matheis ein Oberbürgermeister im Amt, der sehr oft bei Kulturveranstaltungen in der ersten Reihe als Zuschauer zu finden war. Nicht weil er repräsentieren wollte oder auf Wählerstimmen Jagd machte, sondern weil es ihn interessierte. Sein Sitz im Kulturausschuss lässt hoffen, dass er mit seinem Sachverstand weiter ein Auge auf das Kulturprogramm und dessen Qualität hat.

Nachhaltigkeit: Paradebeispiel Biomüll

Viel Lob hat Bürgermeister Michael Maas im Stadtrat am Montag von Peter Heck, dem Direktor des Instituts für Stoffstrommanagement, erhalten. Alles super mit der Nachhaltigkeit in Pirmasens, lobte der Wissenschaftler. Die Stadt hat schon viel auf den Weg gebracht und Maas nutzte die Gelegenheit, um zum wiederholten Mal die Bemühungen der Stadt um nachhaltiges Wirtschaften darzustellen. Auf seine übliche nachhaltige Art, damit es auch wirklich jeder dann weiß. Hoffentlich haben Maas und Oberbürgermeister Markus Zwick auch zugehört, als Heck über Maßnahmen zum Klimaschutz referierte. Da waren einige Projekte dabei, die in Pirmasens zwar mal überlegt wurden, dann aber aus den für eine Ablehnung immer beliebten Kostengründen wieder in der Schublade verschwanden. Ein Paradebeispiel ist die Methanisierung von Biomüll. Der wird von Pirmasens und dem Landkreis immer noch in eine Kompostieranlage außerhalb der Region gekarrt und dort zu Kompost über eine so genannte aerobe Zersetzung verarbeitet. Dabei wird Kohlendioxid freigesetzt. Bei der Methanisierung wird bei einer anaeroben Zersetzung Methangas gebildet, das in der Bio-Raffinerie des PFI bei Winzeln zu Bio-Erdgas weiterveredelt werden könnte. Für die Methanisierung fehlte bisher das Geld, das für die Sanierung der Mülldeponie in der Ohmbach gebraucht wurde. Die ist schon lange fertig. Wann die Riesenmenge an Biomasse in den Pirmasenser Biotonnen energetisch genutzt wird, steht in den Sternen.

Dass es funktioniert, kann übrigens beim Kaiserslauterer Müllzweckverband begutachtet werden. Dort klappt es schon seit Jahren.

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