Pirmasens Von der Schnapsidee zur festen Größe
60 Jahre nach seiner Gründung ist der Kegelsportclub ,,Hau Ruck“ Pirmasens immer noch quicklebendig. Das wird am Samstag, 9. Juli, ab 18 Uhr mit geladenen Gästen im Restaurant und Landhotel Weihermühle gefeiert.
Die Geschichte der Hau-Ruckler begann 1956 mit einer Schnapsidee bei einem Treffen von Heinrich Chelius, Manfred Knerr, Albert Kröher, Kurt Ross, Erich Schneider, Klaus Weber, Klaus Würtz und Hans-Dieter Zehfuß, der ehemaligen Klasse Eckner Husterhöhschule. Nach mehreren Kegelabenden im damaligen Moningerbräu in der oberen Hauptstraße reifte der Entschluss, das Kegeln sportlich zu betreiben. Denn ab den 50er Jahren war Kegeln in der pulsierenden Schuhmetropole ein Trendsport. Als die Hau-Ruckler ins sportliche Lager einstiegen, kegelten bereits 23 Clubs unterm Dach des Keglervereins Pirmasens. Aus diesem Kreis haben neben dem KSC ,,Hau Ruck“ Pirmasens nur die Kegler des ESV Pirmasens vom Teufelstisch Hinterweidenthal und als Spielgemeinschaft Rapid/Grün Weiß/Pirat die Zeitenläufe überstanden. Mit über 50 Mitgliedern – die hat er auch dank der guten Jugendarbeit – ist der Club auf Landesebene einer der größten. In den vergangenen zehn Jahren ist er sehr gut aufgestellt und erfolgreich. Sieben Landesmeistertitel hat es gegeben: 2006 Nicolas Matheis und Dominik Müller im U18-Team des KV Pirmasens, 2007 Nicolas Matheis im Einzel U18 und 2009 im Einzel U23, 2010 Marcel Bachert sowie Christian Müller im U14-Team der KG Heltersberg, 2013 Marcel Holzer, Marcel Bachert, Lukas Buder, Jakob Fydika im U14-Team des KV Rodalben, 2014 Marcel Bachert im Einzel U18 und 2016 Marvin Schmitt im Einzel U23. Dazu kamen elf Silber- und fünf Bronzemedaillen – eine beeindruckende Bilanz. Dass der Club just im Jubiläumsjahr Vizemeister der DCU-Regionalliga wurde und sich Marvin Schmitt bei den Landesmeisterschaften den U23-Titel sicherte und zur Deutschen Meisterschaft durfte, war ein schönes Geburtstagsgeschenk für den Club. Bei Gründung zum Vorsitzenden gewählt, führte Heiner Chelius den Club mit seiner Crew souverän bis zur Saison 1994/95. Er legte damit die Basis für seine Nachfolger, die den Fortbestand sicherten und zugleich die sportliche Bilanz weiter aufpolierten. Die fiel im ersten Jahr mager aus. Trotz Gründungseuphorie war der Club zunächst nur Punktelieferant, etablierte sich jedoch schnell und stand ab 1957 auf Landesebene fast regelmäßig auf dem Siegertreppchen. Die erste Medaille als Landesmeister holten Heiner Chelius, Gerhard Roos und Klaus Würtz mit der Jugendmannschaft des KV Pirmasens und Heiner Chelius im Einzel auf Platz drei. Ein Jahr später gelang dem Club bei der Stadtmeisterschaft mit einem Derbysieg über den späteren Meister Rapid eine große Überraschung. Auf Platz vier qualifiziert für die Landesmeisterschaft, erkämpften sich die Hau-Ruckler Platz zwei, Klaus Würtz im Einzel sogar den Titel. Die erfolgreiche Serie setzten Christel Chelius, Renate Braun, Helga König, Christel Lieb und Isolde Scharf als Landesmeister im erstmalig ausgetragenen Clubwettbewerb fort. Helmut Bohrer, Klaus Würtz und Gerhard Ross wurden mit dem KVP-Jugendteam ebenfalls Landesmeister, Heinz Bohrer im Einzel Vizemeister. Im Sportjahr 1960/61 mit 50:2 Punkten Stadtmeister geworden, gelang Klaus Würz (433 Kegel LM-Bestleistung), Manfred Knerr (426), Heiner Chelius (401) und Gerhard Ross (392) mit der Landesmeisterschaft der ganz große Wurf. Dafür erhielten sie von Oberbürgermeister Jakob Schunk die Stadtplakette in Bronze. 1962/63 waren die Frauen wieder an der Reihe. Nach dem Gewinn der Stadt- und Landesmeisterschaft holten sich Helga Hach, Lili Bachert Maria Schwarz, Hildegard Follmer und Ilse Zimmer bei der Deutschen Meisterschaft Bronze. 1963/64 ging Ilse Zimmer als Landesmeisterin von der Bahn. Für Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften wurden Maria Schwarz, Ilse Zimmer, Liesel Federmann, Christel Chelius, Hildegard Follmer mit der Stadtplakette in Silber geehrt. So stetig der Erfolg des Clubs schon zu Beginn war, so unstet sind die Spielorte: Begonnen hat das bis heute andauernde keglerische Abenteuer auf den Pirmasenser Moninger-Bahnen. Nach deren Abriss behalfen sich die Kegler in Dahn, Dellfeld und St. Elisabeth Pirmasens mit Notlösungen. 1959 zogen sie in das von Karl Hutzler erbaute Keglerheim Am Sommerwald um. Nach dessen Schließung 1979 spielte der Club bis 1989 auf den Ganter-Bahnen in Rodalben. Für 20 Jahre fanden die Kegler dann auf den Mühlen-Bahnen in Münchweiler eine Heimat. Als dort 2009 der Vorhang fiel, endete die Odyssee vorerst auf den Weislogel-Bahnen in Thaleischweiler. Dort sollen die Kugeln auch in Zukunft weiter in Richtung Erfolg rollen. |edk