Pirmasens Viele Interessenten für in Auto gefundene Welpen
Ein Teil der 43 Hundewelpen, die am 12. Juni in einem Auto gefunden wurden, musste in die Zweibrücker Tierklinik.
Bei den Tieren in der Klinik handele es sich Chichuachuas. An weiteren Rassen waren in dem Auto gefunden worden: Yorkshire Terrier, Bichon, Minispitz Samojeden und französische Bulldoggen. Wie berichtet, hatte die Polizei bei einer Drogenkontrolle in dem VW Passat eines Franzosen aus dem Süd-Elsass die Tiere in zwölf Katzenboxen gefunden. Bis zu sechs Welpen waren in einer Box untergebracht. Der Mann war mit einem Leihwagen mit deutschem Kennzeichen unterwegs. Woher die Tiere kommen und wohin sie gebracht werden sollten, darüber haben die Polizei und auch das Veterinäramt keine Erkenntnisse. „Der Fahrer sagt nichts“, erzählt Martin Sema, Sprecher der Polizeidirektion. Die Polizei vermutet, dass die Tiere in Osteuropa in einer Zuchtfabrik gekauft wurden und hier „geadelt“ werden sollten, bevor sie für teures Geld verkauft worden wären – mitsamt vieler Würmer, Flöhe und anderer Parasiten. Die Tiere waren dehydriert, bekamen kein Wasser und seien verängstigt gewesen, so der damalige Polizeibericht.
Fünf der Welpen leiden noch immer unter einer Infektion
Die Tiere seien in keinem guten Zustand gewesen, erzählt Evi Hopmeier vom Tierheim. Ein Drittel der weniger als sechs Wochen alten Welpen habe unter Flohbefall sowie Nasen- und Augenausfluss gelitten, teilt das Veterinäramt über die Kreisverwaltungssprecherin Ulla Eder mit. Der Flohbefall sei inzwischen erfolgreich behandelt worden und der Ausfluss auch abgeheilt, so Eder. Fünf Welpen leiden laut Eder unter einer viralen Infektion mit Durchfall und Erbrechen. Alle Tiere stehen unter besonderer Beobachtung und seien noch etwas mitgenommen, so Eder.
Die Tiere benötigen noch immer viel Ruhe
Alle 43 Welpen wurden dem Fahrer weggenommen, allerdings nicht beschlagnahmt. Da dem Fahrer ein Halte- und Betreuungsverbot für Hunde erteilt worden sei, werde er die Tiere nicht zurückerhalten. „Die Tiere werden vermittelt“, so Eder. Was jedoch noch einige Zeit dauern werde, so Hopmeier. Viele Interessierte, die einen der Welpen haben wollen, hätten sich bereits beim Pirmasenser Tierheim gemeldet, wo allerdings derzeit nicht mal ein RHEINPFALZ-Fotograf kurz die Welpen für einen Fototermin sehen durfte. Das Veterinäramt wollte auch keinen Termin für die Vermittlung nennen. „Die Tiere benötigen noch immer viel Ruhe und sind isoliert.“ Sie sollen nicht durch fremde Personen gestört werden.
Ob Strafanzeige oder Ordnungswidrigkeit ist noch unklar
Gegen den Fahrer wird vom Veterinäramt wahrscheinlich Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet, sagt Eder. Sollte dies die Staatsanwaltschaft anders sehen, käme noch eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld in Frage. Allerdings habe die Kreisverwaltung noch keine Möglichkeit gehabt, den Mann zu befragen. „Er weigert sich, mit der Kreisverwaltung Kontakt aufzunehmen.“ Die Polizei hat den Fall an die Staatsanwaltschaft in Zweibrücken abgegeben. Oberstaatsanwältin Iris Weingardt verweist auf ein Ordnungswidrigkeitsverfahren der Kreisverwaltung.
Finanzielle Unterstützung, Welpenfutter und alte Bettwäsche werden noch benötigt
Eine große Welle der Hilfsbereitschaft habe das Tierheim nach dem Fund der Welpen erfahren, freut sich Evi Hopmeier. Futterspenden und auch Tücher seien abgegeben worden. Gerade für die Tierarztkosten und die Betreuung der Tiere brauche das Tierheim aber noch finanzielle Unterstützung. Außerdem würde Welpenfutter benötigt und für die Hygiene sowie das Wohlbefinden der Tiere brauche das Tierheim alte Bettwäsche ohne Knöpfe und Reißverschlüsse, die von den Tieren gefressen werden könnten. Spendenkonto Bei der Commerzbank Pirmasens unter der Kontonummer IBAN DE 86 5424 0032 0292 1088 00.