Pirmasens Verspätet in Nairobi gelandet
Das war schon sehr anstrengend. Nach diesmal über 24 Stunden Reisezeit über drei Kontinente (Europa, Asien und Afrika) hinweg, landete die Ärztegruppe des Vereins „Wir helfen Kenia Südwestpfalz“ um Horst Brenneis und Steffen Nirmaier sicher in Kenia.
Aufgrund einer Verspätung des Zubringerflugs von Amsterdam nach Dubai verpasste das Team den finalen Flug nach Nairobi. So setzte der Flieger von Kenya Airways, in dem sich die Kenia erprobten Mitglieder befanden, gestern um 11.01 Uhr ostafrikanische Zeit (plus zwei Stunden zu unserer Zeit) auf dem Hauptstadtflughafen Jomo Kenyatta in Nairobi auf. Zeit zum Ausruhen blieb kaum: Unser langjähriger Fahrer Alex Burer stand mit drei Kleinbussen am Terminal bereit, um Team und Equipment in die 15 Kilometer entfernte medizinische Station des SOS-Kinderdorfes im Stadtviertel Buru-Buru zu transportieren. Dort kochte die gute Seele, Maasai-Dame Esther, für alle starken kenianischen Kaffee. Danach war das routinierte und eingespielte Team in knapp drei Stunden mit dem Aufbau fertig. Was nicht zuletzt daran lag, dass in der sonntäglich verlassenen Station niemand im Weg stand und uns SOS-Krankenpfleger Joseph Kanyi tatkräftig unterstützte. Neu ist in diesem Jahr, dass diese Zeilen nicht wie gewohnt aus der Feder von RHEINPFALZ-Mitarbeiter Andreas Petry stammen. Stattdessen werde ich diese Woche täglich aus Nairobi berichten. Seit 2013 gehöre ich ebenfalls zum Team und bin während des Einsatzes hauptsächlich für die Desinfektion und Sterilisation des OP-Instrumentariums zuständig. Eigentlich habe ich Ethnologie studiert und mich auf Ostafrika und Entwicklungszusammenarbeit spezialisiert. Bereits meine Bachelor-Arbeit verfasste ich über das Projekt unseres Ärzteteams in Kenia. Nachdem ich meine Master-Thesis über eine Partnerorganisation unseres Südwest-pfälzer Vereins, das soziale Sportprojekt „NGUVU Edu Sport “ in der Stadt Juja bei Nairobi geschrieben habe, werde ich nun dieses und weitere Projekte im Rahmen meiner Doktorarbeit weiter begleiten und bin somit vorläufig permanent in Ostafrika. Daher hatte ich Glück. Denn ich saß nicht mit dem Rest des Teams im Flieger, kam somit um den vierstündigen Aufenthalt in der Lounge im Dubai International Airport sowie den Stationsaufbau herum. Stattdessen empfing ich gestern Nachmittag in Juja (45 Kilometer von Nairobi entfernt), wo ich zur Zeit lebe, gemeinsam mit „NGUVU Edu Sport“-Gründer Lothar Firlej eine kleine Delegation um Horst Brenneis. Zehn Jungen der Fußballauswahlmannschaft des NGUVU-Projekts werden am Montag vom Ärzteteam in Buru-Buru operiert. Die schon aufgeregten Jungs wurden gestern in Ermangelung anderer Alternativen im Badezimmer des kleinen Hauses voruntersucht, das ich momentan auf dem Campus der hiesigen Jomo Kenyatta Universität (Juja Campus) bewohne. Info —RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Katharina Wilhelm gehört zu dem Team um den Pirmasenser Urologen Horst Brenneis, das zurzeit in Nairobi, Kenia, operiert.