Pirmasens
Umfrage: Wie war das mit dem Ferienjob?
„Zu meiner Zeit waren Ferienjobs noch dünn gesät, allerdings erinnere ich mich sehr gut an mein erstes Schulpraktikum. Bezahlt war es nicht, aber es hat mir Spaß gemacht“, erzählt Horst Dillenkofer. In der achten Klasse haben er und seine männlichen Schulkameraden eine Woche bei den US-Amerikanern auf der Husterhöhe gearbeitet, zum ersten Mal hat Dillenkofer in dieser Zeit etwas selbst gelötet, wie er weiter berichtet. „Wir haben viel mit den Händen gearbeitet und kleinere Teile für die Hubschrauber von den Amis vorbereitet, das war schon interessant, obwohl ich beruflich dann schließlich etwas ganz anderes gemacht habe“, so der gebürtige Pirmasenser.
Auch persönlich vorangebracht
Seit 2013 befindet sich Kevin Haag nicht mehr in der Schule. Aus seiner Schulzeit noch gut im Gedächtnis geblieben ist ihm aber das Taschengeldprojekt der Bauhilfe für Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei konnten die Teilnehmer gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Ansprechpartner ihr Wohnumfeld gestalten und eigene Ideen miteinbringen. „Damals habe ich mein Taschengeld aufgebessert und mitgeholfen, das Quartier schöner und sauberer zu halten“, erinnert sich Haag, der damals knapp 13 Jahre alt war. Fernab des finanziellen Aspekts habe ihn die Arbeit damals aber auch persönlich vorangebracht, wie er weitererzählt. Denn durch die Reinigungsaktionen vor den Häusern habe er mehr über die Umwelt erfahren und im Miteinander mit seinen jugendlichen Kollegen gelernt, wie es ist, in einem Team zu arbeiten.
Bei der Regra Kunststofftechnik in Gersbach hat Martina Wilzius gejobbt. Damals war sie im Teenie-Alter und hat Kunststoffsohlen für Schuhe bearbeitet. „Es hat mir leider nicht wirklich Spaß gemacht, aber ich war jung und brauchte das Geld, wie man so schön sagt“, erklärt Wilzius. Mit den zusätzlichen D-Mark in der Tasche habe sie ihre Mutter unterstützt, den Rest habe sie für sich selbst behalten, wie sie sagt.
Gastronomie, Blättchen austragen, Schoko-Fabrik
In seiner Studienzeit hat Valentino Vogt wiederum regelmäßig einen Ausflug in die Gastronomie unternommen. „Im Café meiner Mutter habe ich hier in Pirmasens gekellnert und das hat mir große Freude bereitet. Ich mochte den Kontakt zu den Gästen“, sagt er. Die Arbeit sei ihm leicht von der Hand gegangen, nie habe es größere Unfälle mit dem Getränketablett gegeben, „höchstens auf dem Weg zurück zur Theke sind hin und wieder ein paar Gläser umgefallen“, erinnert er sich.
Die heute 23 Jahre alte Nadine Rupp hat vor elf Jahren mit Ferienjobs angefangen. „Anfangs habe ich Blättchen ausgetragen, bei denen mir auch meine Eltern geholfen haben, danach bin ich zu Wawi nach Münchweiler und habe dort in der Fabrik gearbeitet. Nur im Call Center hat es mir nicht gefallen, den Job habe ich nach wenigen Wochen aufgegeben“, erzählt sie. Von ihrem ersten eigenen Geld hat sich Nadine Rupp schließlich eine Jacke der Marke Bench gekauft, wie sie sich erinnert – damals sei sie nicht wenig stolz auf sich selbst gewesen. „Heute bin ich Hebamme und habe die anderen Berufsfelder, in denen ich früher gejobbt habe, nicht weiterverfolgt“, stellt sie fest.
Im Alter von 18 oder 19 Jahren hat Michael Hieronymus in der Gastronomie gearbeitet und dort viele Biere gezapft, wie er berichtet. „Ich war saisonmäßig in einem Restaurant in Bundenthal eingesetzt und ständig auf Abruf. Das Extrageld habe ich für den Führerschein und für meine Freizeit verwendet“, erinnert er sich. Wenn es in den Sommerferien gut gelaufen und er oft zum Einsatz gekommen sei, habe er mitunter vier Wochen am Stück durchgearbeitet, erzählt er.