Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel U19 des FK Pirmasens geht mit großem Kader in neue Regionalliga-Saison

Das U19-Team des FKP: (hintere Reihe von links) Trainer Peter Rubeck, Owen Ayers, Till Decker, Ben Berger, Alexander Petrovic, D
Das U19-Team des FKP: (hintere Reihe von links) Trainer Peter Rubeck, Owen Ayers, Till Decker, Ben Berger, Alexander Petrovic, David Humbs, Elias Weis, Noah Stilb, Lars Keilhauer, Benny Selgrad, (mittlere Reihe) Jugendkoordinator Klaus Wagenblatt, Co-Trainer Luca Brödel, Silas Kreis, Kimi Allesandro Frary, Henri Rech, Valentin Lerner, Marwin Schick, Maurice Lang, Konstantin Wölfle, Janis Beyer, Alex Formaniuk, Jugendleiter Andreas Kamphues, (sitzend) Max Welter, Vincent Weber, Finn Gross, Noah Jochum, Marius Gossow, Finn Luis Becker, Simon Schwarz, Philipp Martz, Noah Rabung und Till Froberg.

Mit einem neuen, im ganzen Südwesten bekannten Trainer, der einst auch den späteren WM-Rekordtorschützen Miroslav Klose entdeckte, startet die FKP-U19 in die neue Saison.

Schlummert in diesem 29 Spieler zählenden A-Junioren-Regionalligakader des FK Pirmasens ein neuer Miroslav Klose oder ein Robin Koch? Dass er Talente nicht nur entdecken, sondern auch formen kann, das hat der neue FKP-U19-Coach Peter Rubeck schon mehrfach bewiesen. Der mittlerweile 62-Jährige hat in seinen 31 Trainerjahren unter anderem in der Herren-Regionalliga Eintracht Trier (mit dem jungen Koch), den SV Niederauerbach und den FC Homburg (mit dem jungen Klose) trainiert, bringt es in der Herren-Oberliga, wo er die Niederauerbacher 2013 zur Meisterschaft führte, auf über 370 Spiele, etwa mit dem SV Weingarten oder dem SC Hauenstein. Einen ersten erkennbaren Effekt hatte sein Engagement schon. Zehn Zugänge von anderen Vereinen hat es für die FKP-U19 schon lange nicht mehr gegeben. „Ich werde mit Feuer alles geben, um die Jungs weiterzubringen“, verspricht Rubeck.

„Es gibt im Südwesten kaum einen Fußballer, der ihn nicht kennt. Es ist sein engagiertes, akribisches Arbeiten, das ihn bekannt und beliebt gemacht hat“, sagt FKP-Jugendleiter Andreas Kamphues über Rubeck, zu dessen Aufgabenbereich es auch gehöre, zu scouten und die Verzahnung vom Nachwuchsbereich hinauf zu den Herrenteams in Verbands- und Oberliga zu verbessern. Und dabei hat Rubeck sogar einen Fußballplatz im Südwesten entdeckt, auf dem er noch nicht war. „Das war tatsächlich der Platz in Hilst. Da hatte ich Premiere, als unsere U23 dort gespielt hat“, muss er selbst lachen über diese „Entdeckung“.

Großes Trainingspensum und Trainer-Rollentausch

Er hat auch schon einiges umgekrempelt der neue U19-Chefcoach aus dem saarländischen Gersheim, der zuletzt vier Jahre lang Nachwuchsteams des JFG Saarschleife von der U14 bis zur U19 trainierte. „Wir haben in der Vorbereitung sechs Einheiten pro Woche trainiert. Sobald die Saison anläuft, werden wir das mit vier Einheiten weiter hochhalten. Das wird genau so intensiv laufen wie bei unserer Oberliga-Mannschaft“, sagt Rubeck und fügt hinzu: „Die Jungs haben Bock auf Fußball, die wollen, die sind immer da – also warum nicht?“

Kurios: In seiner Zeit bei Eintracht Trier trainierte er die Regionalliga-Herren und Daniel Paulus die A-Junioren, in Pirmasens ist das jetzt umgekehrt. Für Rubeck gar kein Problem: „Im Gegenteil. Wir kennen uns, wissen, wie wir ticken, wo wir hin wollen.“ Der große Kader? „Das nehmen wir gerne so an. Da ist Konkurrenzdruck da. Und, da verrate ich kein Geheimnis – wir wollen mit der Landesliga-U18 hinauf in die Verbandsliga.“ Die U19 in der Regionalliga und die U18 in der Landesliga sollen vorne mitmischen.

Auch Co-Trainer Brödel kennt den Chef schon lange

Co-Trainer der U19 ist Luca Brödel. Der 27-jährige gebürtige Rodalber macht derzeit eine Ausbildung zum Zimmermann und spielte früher selbst als B- und C-Junior beim FKP. Er kennt Rubeck von seiner Zeit als Spieler bei der DJK Ballweiler-Wecklingen und beim TSC Zweibrücken. Nach mehreren schweren Verletzungen musste Brödel seine Spielerkarriere 2022 beenden.

Die Vorbereitungsspiele hat die FKP-U19 mit einer Ausnahme alle gewonnen. Sogar gegen die SV Elversberg (4:1), die, weil Nachwuchsleistungszentrum, ab sofort in der neuen DFB-Nachwuchsliga eingruppiert wurde. Rubeck: „Da haben die Jungs ein super Spiel abgeliefert. Da hat schon ganz viel gepasst.“ Die einzige Niederlage gab es gegen den SV Waldhof Mannheim (0:3).

Zum Regionalliga-Saisonstart gastieren die Pirmasenser am Sonntag, 13 Uhr, bei Aufsteiger JFG Schaumberg-Prims. „Ich habe den Gegner einmal beobachtet. Da sind Spieler drin, die ich bei Saarschleife trainiert habe. Eine gute Mannschaft“, erwartet Rubeck ein schweres Auftaktspiel.

Torjäger geholt

Mit Keeper Finn Luis Becker, Verteidiger Kimi Alessandro Frary, den Mittelfeldspielern Henri Rech und Alex Formaniuk kamen vier Neue von Regionalliga-Absteiger FC Homburg. Besonders interessant dabei der Ukrainer Formaniuk. „Er gehört noch dem jungen Jahrgang 2007 an, ist technisch versiert und mit hoher Geschwindigkeit unterwegs“, hält Kamphues große Stücke auf ihn. Auch Janis Beyer (JFG Saarschleife), Marvin Schick und Valentin Lerner (beide JFV Pfälzer Bergland) kamen neu hinzu. Lerner war vergangene Saison Torschützenkönig der B-Junioren-Landesliga Westpfalz/Nahe mit 59 Treffern.

„Wir haben etwa 80 Prozent Rückläufer“, erzählt Kamphues und meint damit die Anzahl der Spieler, die zunächst zu einem Nachwuchsleistungszentrum abgewandert waren, dann aber nach ein oder zwei Jahren wieder zurückkommen. Jetzt wechselten Maurice Lang und Konstantin Wölfle von der SV Elversberg zurück auf die Husterhöhe. Mit ihnen auch der kopfballstarke David Humbs.

Zurück zu Klose und Koch: Ob denn zu seinen früheren Schützlingen und späteren Nationalspielern noch Kontakt bestehe, wollte die RHEINPFALZ von Rubeck wissen. „Mit Miroslav habe ich vor längerer Zeit mal telefoniert. Robin hat mich und meine Frau 2020 mal zu einem Spiel in England eingeladen als er dort bei Leeds United spielte“, antwortet Rubeck.

DER REGIONALLIGAKADER

Torhüter: Simon Schwarz, Noah Jochum, Finn Luis Becker

Abwehr: Elias Weis, Nils Strassel, Finn Gross, Lars Keilhauer, Philipp Martz, David Humbs, Marvin Schick, Janis Beyer, Kimi Alessandro Frary, Konstantin Wölfle

Mittelfeld: Vincent Weber, Max Welter, Noah Stilb, Noah Rabung, Ronny Selgrad, Henri Rech, Alex Formaniuk, Maurice Lang

Angriff: Alexander Petrovic, Owen Ayers, Till Frohberg, Rouven Gutmann, Max Malinowski, Silas Kreis, Till Decker, Valentin Lerner.

Zwei Möglichkeiten, wie der FK Pirmasens in die neue DFB-Nachwuchsliga kommen könnte

Ab dieser Spielrunde gibt es die U19- und U17-Bundesligen nicht mehr. An ihre Stelle traten die DFB-Nachwuchsligen, die zunächst in acht Gruppen zu je acht Vereinen spielen. Startberechtigt sind dort alle Vereine mit einem Leistungszentrum – egal, ob sie sich sportlich qualifiziert hatten oder nicht. Hinzu kamen alle Vereine ohne Leistungszentrum, die sich in der abgelaufenen Bundesliga-Saison sportlich den Klassenverbleib gesichert hatten, und alle Vereine, die den sportlichen Aufstieg aus den zweithöchsten Spielklassen (im Südwesten ist das die Regionalliga) geschafft hatten.

Aus der Regionalliga Südwest rückten so der 1. FC Saarbrücken und die SV Elversberg hoch, da sie ein Leistungszentrum haben. Der TSV Schott Mainz qualifizierte sich sportlich als Regionalliga-Meister und Gewinner der Aufstiegsspiele gegen Hessenmeister SV Darmstadt 98.

Die Südwestvereine spielen im U19-Bereich entweder in der Gruppe A oder der Gruppe D der DFB-Nachwuchsligen. In Gruppe A treffen Saarbrücken und Elversberg auf den SC Freiburg, den VfB Stuttgart, die Stuttgarter Kickers, den 1. FC Heidenheim und den SV Sandhausen. Der FSV Mainz 05 und sein Stadtrivale TSV Schott spielen in Gruppe D gegen Eintracht Frankfurt, den Karlsruher SC, den 1. FC Nürnberg, Kickers Offenbach und den SV Darmstadt 98.

FKP-Jugendleiter sieht Leistungsprinzip ausgesetzt

Grundsätzlich gilt: Alle Vereine mit einem Leistungszentrum sind sportlich dauerhaft für die DFB-Nachwuchsliga qualifiziert, können also nicht absteigen. „Die Nachwuchsleistungszentren haben sich so ihre eigene Liga zusammengestellt. Da können nur noch wenige Vereine, die kein Leistungszentrum haben, mal reinschnuppern. Für uns als FK Pirmasens ist das schade. In der Vergangenheit konnten wir uns immer wieder mit dem ein oder anderen NLZ in der Regionalliga messen. Das wird es nun nicht mehr geben“, sieht FKP-Jugendleiter Andreas Kamphues das Leistungsprinzip hier ausgesetzt.

Nun, es gibt zwei Möglichkeiten für die Pirmasenser, selbst in die DFB-Nachwuchsliga aufzurücken. Variante eins: Wenn die Herren des FKP den Aufstieg in die Regionalliga schaffen, könnte der Verein ein Nachwuchsleistungszentrum auf der Husterhöhe aufbauen, was allerdings finanziell kaum zu stemmen ist. Variante zwei: Die FKP-U19 wird Meister der Regionalliga Südwest und setzt sich dann gegen den hessischen Meister durch. Dann dürfte „die Klub“ auch ohne Leistungszentrum in die DFB-Nachwuchsliga.

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