Handball
TV Dahn verliert Verbandsliga-Derby gegen HSG Trifels
Los ging das Wasgau-Derby der Handball-Verbandsliga mit drei Überraschungen. Der Trainer von Gastgeber TV Dahn, Michael Blank, hatte mit einer offensiven Verteidigung der HSG Trifels gerechnet (und dies auch in der RHEINPFALZ gesagt), doch die Männer aus Annweiler, Ranschbach und Wernersberg fingen mit einer defensiven 6-0-Abwehr an. Dabei hatte Blank wohl die Vorsaison im Blick, wie HSG-Coach Sebastian Doll später mit einem Augenzwinkern anmerkte: „Wir haben in diesem Jahr bisher immer 6-0 gedeckt. Aus dem Muster wollte ich eigentlich auch nicht raus, gerade nachdem ich es in der RHEINPFALZ gelesen habe.“
Stahlhofen doch dabei
Zweite Überraschung: Die Dahner spielten nun doch mit Lars Stahlhofen, der seinen Polizeidienst rechtzeitig beenden konnte. Dafür fehlten die Oldies Sebastian Kriebel und Sebastian Fischer ebenso wie Lukas Schwarz.
Trotz der personellen Probleme kam der TVD gegen die hoch eingeschätzten Gäste aus dem Trifelsland überraschend gut in die Partie. „Vorne nicht getroffen, hinten leichte Tore bekommen – wir haben am Anfang gar keinen Zugriff gehabt“, stellte Doll fest. Dahn nutzte Ballverluste der HSG, die Abwehr stand, die Abpraller landeten bei den Gastgebern. Nach etwas mehr als fünf Minuten warf Stahlhofen im Nachsetzen das 5:2, ballte die Faust und schrie ein „Jaaa“ in Richtung seiner Fans.
Zu tiefe Würfe
Doch offenbar war dies der Weckruf für die Gäste, die nun ihre Abwehr auf die offensive Variante umstellten. Es begann Phase zwei im Spiel - die der völligen Unterlegenheit der Gastgeber. Auf einmal waren sämtliche Dahner Ideen wie ausgelöscht, das Wurfglück wechselte komplett die Seiten. Von außen trafen Maximilian Eckelmann und Nico Dauenhauer alles, aber nie das Tor: „Es war klar angesagt, dass wir hoch schießen müssen gegen Torwart Tobias Hafner, aber wir haben immer auf Beinhöhe geworfen“, sagte der geknickte Blank.
In der zweiten Hälfte hat zumindest Eckelmann das besser gemacht, allerdings war da die Partie längst entschieden und die HSG hatte ihre Bemühungen deutlich reduziert. Auf Dahner Seite versuchte es Stahlhofen immer wieder mit der Brechstange, seine unvorbereiteten Abschlüsse waren ein Geschenk für Hafner. Die HSG lief Konter um Konter. „Eigentlich war das Spiel ja nach 23 Minuten schon entschieden“, gestand Blank später. Da stand es 7:14 - nach 7:8 (14.). Der Vorsprung der HSG wuchs und wuchs auf 14 Treffer.
Dann ging es in Abschnitt drei: Die HSG schaltete in den Freizeit-Modus, verlor nun einige Bälle schlampig. Dahn kam noch einmal auf neun Tore ran (20:29, 49.).
„Total verunsichert“
„Die Umstellung der Abwehr war der Schlüssel zum Erfolg, wie man gesehen hat“, fasste Doll das Geschehene zusammen. Blank entschuldigte den schwachen Auftritt noch mit dem stark veränderten Kader, der so auch nicht zusammen trainiert habe: „Wir haben nach dem ganz guten Beginn die Linie verloren, wurden zu hektisch und gaben das Spiel innerhalb von Minuten aus der Hand, waren schnell total verunsichert. Vorne haben wir zu viele Bälle verloren, dann ist die HSG ins Kontern gekommen und hat viele leichte Tore geworfen. Deren Tempo konnten wir auch nicht mitgehen.“ Die HSG Trifels ist nun punktgleich mit der TS Rodalben Tabellenführer.
SO SPIELTEN SIE
TV Dahn: Helfrich (20.-36. Schacht) - Stahlhofen (10/4), Link (5/1), Moritz Pavlitzek - Eckelmann (5), Dauenhauer (1) - Farbacher (3); Dilger, Buttell (1)
Spielfilm: 5:2 (6.), 5:6 (9.), 7:14 (23.), 11:18 (Halbzeit), 12:26 (41.), 20:29 (49.), 25:39 (Ende) - Siebenmeter: 5/5 - 4/3 - Zeitstrafen: 3:4 - Beste Spieler: Link, Farbacher - Ehrhardt, Braun, Jacob - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Winkler/Vögele (Dudenhofen/Schifferstadt).