Handball
TS Rodalben gegen TV Thaleischweiler: Waryas-Plan geht auf
Der Matchplan von TVT-Trainer Marcin Waryas ging beim 30:23 (13:8)-Sieg in Rodalben vollends auf. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, hallte es nach der Schlusssirene aus den Kehlen der Thaleischweilerinnen. Ausschlaggebend für den völlig verdienten Auswärtssieg waren zwei Faktoren: Zum einen gewann TVT-Torfrau Jule Koßmann, die drei Siebenmeter parierte, das Torhüterinnenduell gegen Malena Lange und Hannah Allgaier, zum anderen hatten die Gäste auch die überragende Feldspielerin auf ihrer Seite.
Luca-Sophie Winkelhoff machte unter anderem wegen ihrer Physis den Unterschied. Zudem nahm sie per kurze Deckung über weite Strecken TSR-Rückraumakteurin Madeleine Schäfer so gut wie möglich aus dem Spiel. Schäfer kam so auf „nur“ sechs Treffer. „Das war unser Matchplan. Sie ist die gefährlichste Spielerin, und so wollten wir die Angriffe der TSR stören“, verriet Waryas. Doch Winkelhoff setzte auch in der Offensive Zeichen. Neben acht eigenen Treffern riss sie etliche Lücken im Rodalber Abwehrverbund. Überragend war ihr Entkommen aus der kurzen Deckung. „Wir haben kein Mittel gefunden, egal ob offensive oder defensive Deckung, ihr bärenstarkes Eins-gegen-eins zu unterbinden“, erklärte TSR-Trainer Timo Steinbach.
Elf Zeitstrafen
Er haderte zudem mit dem Schiedsrichter und den vielen technischen Fehlern seiner Sieben – zwölf waren es alleine in Durchgang eins. Diese führten dazu, dass die Gastgeberinnen in den ersten 30 Minuten auf lediglich acht Tore kamen, so wenig wie noch nie unter Steinbach. Sie wirkten in ihren Bemühungen sehr verunsichert, was in etlichen unpräzisen Würfen endete. Der TVT hingegen spulte seine Angriffe bedacht und routiniert ab.
„Wir kommen noch mal auf, Thaleischweiler ist jetzt schon müde“, mutmaßte TSR-Abteilungsleiter Romi Hirtle in der Halbzeitpause. Er sollte sich irren. Aber nach dem Seitenwechsel kam eine richtige Derbystimmung mit vielen Emotionen und Hinausstellungen auf. Neun der elf Zeitstrafen wurden nach Wiederbeginn verteilt. Der Höhepunkt war, als bei der Turnerschaft zwischenzeitlich nur noch drei Feldspielerinnen auf der Platte standen. Dies lag auch daran, dass eine davon gegen die Rodalber Bank in Person des sonst so besonnenen Timo Steinbach wegen seines häufigen Meckerns verhängt wurde. Durch diesen Auswärtssieg zog Thaleischweiler mit nun 6:6 Punkten in der Tabelle an der TSR (5:5) vorbei.