Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Trotz Problemen beim Zeltaufbau: Nachwuchskicker haben jede Menge Spaß

Die besondere Atmosphäre im Stadion saugten die Nachwuchskicker auf: Hier spielt Phönix Schifferstadt (schwarze Trikots) gegen d
Die besondere Atmosphäre im Stadion saugten die Nachwuchskicker auf: Hier spielt Phönix Schifferstadt (schwarze Trikots) gegen den FSV Frankfurt. Die Vorderpfälzer siegten mit 1:0.

Wer Erfahrung im Zeltaufbau hat, der war am Wochenende gefragt. Auch wenn längst nicht alle Mannschaften, die am Meckle-Cup auf der Husterhöhe kickten, am Eisweiher in temporären Unterkünften nächtigten, Spaß und gute Laune gab es allerorten.

„Das ist ja ein richtig toller Sportpark, den ihr hier habt. Der Organisator gibt sich viel Mühe, dass es alle so angenehm wie möglich haben“, ist Miguel da Silva, Trainer der U17 von Hassia Bingen, voll des Lobes. Der Meckle-Cup 2022 bescherte Pirmasens sowohl auf drei Plätzen des Sportparks Husterhöhe als auch mit einer Zeltstadt am Eisweiher zwei „Ameisenhaufen“ voller Leben, mit zufriedenen, strahlenden Gesichtern.

Der Trainer aus Bingen ist der Cousin des Leipziger Bundesligaspielers André da Silva, wie er stolz einfließen lässt. „Wir haben gerade in Frankfurt beim German-Cup mitgespielt. Da waren Teams aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg dabei. Wir wurden Fünfter. Solche Turniere passen prima in die Vorbereitung für die neue Saison, sind für die Teambildung ideal.“ Lachend erzählt er, dass die Binger sich ein „Schlaf-Doping“ verpasst hätten: „Wir haben im Hotel übernachtet.“

Keine Butter zum Frühstück

Da kommt Laurin Alt, ein Spieler des in die Verbandsliga aufgestiegenen 1817 Mainz, dazu und bestätigt: „Wir hatten auf dem Zeltplatz mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Das ging schon beim Zeltaufbau los. Dann war es auch noch richtig kalt. Und im Nachbarzelt hat einer geschnarcht. Beim Frühstück hat die Butter gefehlt.“ Teamkollege Yanick Schmitt ergänzt: „Das war das erste Mal, dass ich so richtig gezeltet habe. Bei mir ist da nicht unbedingt Freude aufgekommen. Aber so schlimm war es auch wieder nicht“, lässt er sich eine Wiederholung offen.

Ganz anders meistert der TuS Hohenecken das Turnier übers Wochenende. „Da die Tendenz bei uns nicht zum Zelten gegangen ist, reisen wir von zu Hause an. Wir haben es ja nicht weit“, sagt Kapitän Lukas Kohlruss, der in Kaiserslautern wohnt. „Einfach mal gegen Teams spielen, die wir sonst nicht haben“, ist für ihn der Reiz bei so einem Fußballturnier.

Vier Jahrgänge auf einem Platz

Der FV Kapsweyer verlor als Kreisligist nur knapp mit 0:1 gegen den Verbandsligisten Bornheim. Der Zeltaufbau? „Na ja. Mit viel Hilfe ging’s“, bringt Mohammed Reza Yousufi, der in Bad Bergzabern wohnt, mit ein.

„Wir nutzen das Turnier als Saisonabschluss. Viele unserer Spieler rücken hoch in die A-Jugend“, klärt Kevin Laubmeister, Trainer der TSG Pfeddersheim, auf, warum der Größenunterschied bei den Kickern so auffällig ist. „Im Turnier sind vier Jahrgänge unterwegs. Das ist so eine Phase des Übergangs. Einige kommen jetzt erst in die B-Jugend. Andere gehen in die A-Jugend.“ Der Spaß am Fußball stehe klar im Vordergrund. „Uns macht das Freude, hier dabei zu sein. Wir haben auch schon für das Turnier im Winter in der Wasgauhalle zugesagt“, fügt Laubmeister an.

Ankunft um 1:30 Uhr

Auf dem benachbarten Trainingsrasen kickt auch der TuS Oggersheim. „Wir sind Kreispokalsieger geworden. Ich sehe den Vergleich mit Teams, die in höheren Ligen spielen, als Lernprozess für unsere Jungs“, ist Trainer Derman Atmaca tiefenentspannt. Viel zu lachen habe es beim Zeltaufbau gegeben. Zum Glück sei ein Elternteil mit Zelterfahrung dabei gewesen. „Wer weiß, wie wir die Nacht sonst verbracht hätten.“

Der FT Gern spielt im Stadion gegen den Karlsruher SC. „Wir kommen aus Neuhausen. Einem Vorort von München“, erklärt Gerns Trainer Andreas Mirosavljevic: „Im Stadion zu spielen, das ist eine tolle Erfahrung für unsere Jungs. Wir haben hier in Pirmasens zum ersten Mal Zelterfahrung gesammelt. Gerne wieder“, versichert er. Der Zeltaufbau hat für die Münchner unter erschwerten Umständen stattgefunden. „Wir sind erst in der Nacht um 1:30 Uhr am Eisweiher eingetroffen. Die Jungs hatten alle noch Schule. Und München ist halt nicht hier vor der Haustür. Der FTG-Coach schwört sein Team in einem 4-3-3-System auf Gegner Karlsruhe ein, der als Bundesligist Turnierfavorit war, seiner zugedachten Rolle am Ende aber nicht gerecht wurde. Für KSC-Trainer Lukas Brunner steht die Teambildung und die Integration der Neuzugänge im Vordergrund. Dann fügt Brunner schmunzelnd noch an, dass sich sein Team geistlichen Beistand geholt hat. „Wir sind in Maria Rosenberg untergebracht.“

Saukalt in der Nacht

Vielleicht auch deshalb berichtet Schiri Hermann Rummler aus Dunzweiler von „sehr fairen Spielen ohne unnötige Diskussionen. Es ist sehr diszipliniert alles.“

Am Eisweiher ist eine Zeltstadt mit gut 150 Iglu-Zelten zu bestaunen. Mittendrin kicken die Jungs vom hessischen SpVgg Oberrad: „Wir haben uns auch die Stadt mal angeguckt, waren ein Eis essen. Aufgefallen ist uns, dass es hier ganz schön hügelig ist.“ Im schönsten hessischen Dialekt erzählt Oberrad-Kicker Tahir Göven weiter: „Auch wenn die Nacht saukalt war, weil wir nicht entsprechend ausgestattet waren – wir genießen dieses Wochenende und haben auch schon Kontakte zu anderen Mannschaften geknüpft, die uns auch beim Aufbau der Zelte geholfen haben.“

TSG Weinheim gewinnt

Sieger wurde die TSG Weinheim durch ein 2:0 im Endspiel gegen den TuS Hohenecken. Platz drei belegte der FC Eddersheim nach einem 5:4 (0:0) im Elfmeterschießen gegen den TV 1817 Mainz.

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