Pirmasens Tretter: Vorne fehlt die Entschlossenheit
Trier. Nur eine Halbzeit lang konnte der FK Pirmasens die Trierer Eintracht am Samstag im Auswärtsspiel der Fußball-Regionalliga Südwest ärgern. Verpasste es die Mannschaft von Trainer Peter Tretter zunächst in Führung zu gehen, musste sie unterm Strich eine klare 0:3-Niederlage quittieren – RHEINPFALZ am SONNTAG informierte.
In der 16. Spielminute hatten die FKP-Fans unter den 2332 Zuschauern im Moselstadion den Torschrei auf den Lippen: Da köpfte Benjamin Auer nach einem Freistoß von Christian Grimm aus kurzer Distanz aufs Trierer Tor, Eintracht-Keeper Chris Keilmann rettete aber bravourös. „Wir waren in der ersten Halbzeit richtig gut im Spiel, hatten die besseren offensiven Momente auf unserer Seite“, durfte Trainer Peter Tretter in seiner Analyse zurecht anmerken. „Der FKP hat vor kurzem nicht ohne Grund 1:1 in Mannheim gespielt“, sagte Tretters Gegenüber Peter Rubeck. Taktisch diszipliniert, zweikampfstark, ballsicher im Spiel nach vorne und immer wieder gefährlich bei Standardsituationen: So präsentierten sich die Pirmasenser beim Spitzenteam in Trier. Die geharnischte Halbzeitansprache Rubecks, in der er vor allem das mangelnde Tempo im Spiel nach vorne monierte, zeigte dann aber früh ihre Wirkung. Ein von Grimm im Mittelfeld verlorener Zweikampf leitete die Trierer Führung durch Mario Müller ein (47.). Weil der FKP-Mittelfeldakteur seit dem vorangegangenen Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II (0:1) an Schienbeinproblemen laboriert, nahm ihn Coach Tretter kurz danach bereits vom Platz. Am Trierer 2:0, das Christian Telch auf Eckballvorlage von Patrick Lienhard aus 18 Metern mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel markierte (60.), besaß auch der Ex-FKP-Spieler Dennis Gerlinger einen Anteil: Sascha Hammann hatte dem Angreifer zuvor erst im letzten Moment den Ball Richtung Toraus wegspitzeln können. „Normal kann ich so ein Ding auch reinmachen. Nach meiner Verletzung bin ich aber einfach noch nicht bei 100 Prozent“, sagte der 25-Jährige. Ein Muskelfaserriss machte dem bislang sechsfachen Trierer Torschützen zuletzt zu schaffen. Der Wechsel im Sommer aus Pirmasens zu den jetzt sogar auf Platz zwei rangierenden Moselanern hat sich für Gerlinger nicht nur sportlich ausgezahlt. Auch in Team und Umfeld fühle er sich bestens aufgehoben, während er vergangene Saison beim FKP den Eindruck gehabt habe, dass „dort nicht alle das gleiche Ziel verfolgen“. Sein Ex-Trainer sah auch trotz des Trierer 2:0-Vorsprungs nach einer Stunde weitere vielversprechende Pirmasenser Offensivaktion im gegnerischen Strafraum, wie etwa Felix Bürgers Schuss aus zwölf Metern, bei dem Keeper Keilmann wieder sehr gut reagierte (71.). „Im Spiel nach vorne hat uns die Entschlossenheit gefehlt, und hinten haben wir es nicht geschafft, fehlerfrei zu agieren“, kritisierte Tretter. Das dritte Trierer Tor in der Nachspielzeit (Lienhard, 90.+1) gegen seine zu weit aufgerückte Hintermannschaft konnte er noch verschmerzen. Beim zweiten Treffer der Eintracht durch den in der Regionalliga allseits bekannten Fernschussspezialisten Telch habe man aber ähnlich wie beim ersten Gegentreffer „einfach schlecht verteidigt“.