Der SV Ruhbank veranstaltet am Freitagabend in der Pirmasenser Wasgauhalle den Top-6-Cup, der zwar nicht alle, aber die meisten der sechs besten Mannschaften aus der Südwestpfalz zusammenführt.
Christopher Ludy: Das ist der einzige neue Name, von dem beim Titelverteidiger des Top-6-Cups, dem Landesliga-Vierten SV Hermersberg, in der Winterpause zu lesen war. „Die Verpflichtung von Christopher als Spielertrainer für die kommende Saison wurde durchweg positiv aufgenommen“, berichtet Sebastian Schütz, der 36-jährige Co-Spielertrainer des Verbandsliga-Absteigers von der Sickingerhöhe. Schütz und Ludy kickten einst gemeinsam beim FK Pirmasens, wo Ludy aktuell noch Spielertrainer des Verbandsligateams ist. Aber auch einige junge SVH-Spieler wie Jona Wohlgemuth oder Noah Buchmann kickten schon mit Ludy in der Verbandsliga für den FKP II.
Personalgespräche in Hermersberg
Am Dienstag startet der SVH mit der Vorbereitung auf die restliche Freiluft-Saison. „Dann beginnen auch die Gespräche mit den Spielern. Christopher ist dabei schon involviert“, informiert Schütz. Zwar habe sein Team im Vorjahr den Top-6-Cup des SV Ruhbank gewonnen, doch werde „es wohl sehr schwierig werden, diesen zu verteidigen“, schätzt Schütz angesichts der starken Konkurrenz. Immerhin reist der SVH mit der Empfehlung an, das Turnier in der Verbandsgemeinde Waldfischbach gewonnen zu haben.
Jener Christopher Ludy spielt am Freitagabend vielleicht gegen seine künftige Mannschaft, sollten der FK Pirmasens und Hermersberg in ihren Gruppen das Halbfinale erreichen. Denn der 31-Jährige aus Leimen gehört zum FKP-Hallenteam, einem Mix aus zwei Oberliga-Stürmern (Dennis Krob und Kristof Scherpf), fünf Verbandsligaspielern (Niklas Wangler, Henry Fieger, Jannis Zimmermann, Stefan Scoular-Stajic und Ludy) und zwei A-Junioren (Torhüter Jason Becker und ein noch nicht benannter Feldspieler). „Im Vorjahr haben wir uns etwas blamiert. Unser Anspruch ist es, dieses Mal zumindest die Gruppenphase zu überstehen, auch wenn wir voll aus der Winterpause kommen, während andere Teilnehmer schon Hallenturniere gespielt haben“, formuliert Ludy das Ziel für das Turnier des SV Ruhbank.
Routinier Kupper
Niklas Kupper dürfte am Freitagabend in der Wasgauhalle der Spieler mit der meisten Top-6-Cup-Erfahrung sein. Er war bereits mit dem SC Hauenstein, der SG Eppenbrunn und dem FK Pirmasens bei dem alljährlichen Turnier im Bandenviereck am Ball. Der in Hornbach wohnende Kupper reist mit der in dieser Freiluft-Saison bislang erfolgreichsten südwestpfälzischen Mannschaft an (16 Siege in 17 Partien), aber auch mit der klassentiefsten, denn seine Palatia Contwig kickt „nur“ in der A-Klasse und kam erst zum Zug, weil höherklassige Teams dem Veranstalter, dem SV Ruhbank, eine Absage erteilt hatten. „Eigentlich haben wir beim Top 6 nichts verloren, und wir erwarten auch nichts“, befindet Kupper, der seinen Spielern die Chance bieten will, „Erfahrungen zu sammeln“. Der Inhaber der Trainer-B-Lizenz ist nach dem Verbandsliga-Aufstieg mit Hauenstein nach eigenen Worten mit „neuen Ideen“ zu Bezirksliga-Absteiger Contwig gekommen. Diese sind: „Die Mannschaft muss topfit sein. Alle müssen defensiv mitarbeiten, und ich will, dass wir einen gepflegten Fußball spielen.“ Sein Team hat wohl die Vorgaben perfekt umgesetzt, denn es führt die Tabelle in der A-Klasse mit neun Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Petersberg an.
Als bestplatzierter der vier am Turnier teilnehmenden Landesligisten reist der TSC Zweibrücken an. „Das Feld hat Qualität. Meine Jungs sind heiß darauf, sich mit dem FKP und den anderen zu messen“, sagt TSC-Coach Özal Acer. Obwohl sein Team von einer Grippewelle heimgesucht worden war, gewann es die Hallen-Stadtmeisterschaft in Zweibrücken durch ein 5:2 im Finale gegen die SG VB Zweibrücken/TuS Rimschweiler. Natürlich konzentriert sich der TSC auf die Freiluftrunde, wo er als Tabellendritter neun Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten Hohenecken hat. „Wir müssen eigentlich alles gewinnen, wenn wir noch da oben dran kommen wollen“, weiß Acer, der den TSC nach der Saison wieder verlassen wird. „Ich gehe zurück ins Saarland“, kündigt Acer an. Er setzt in der Restsaison vor allem auf den von einem Bänderriss genesenen Tim Wachall: „Ein sehr wichtiger Spieler für uns, den wir sehr vermisst haben.“
Hüther: Noch alles möglich
Auch die SG Rieschweiler hat diesen Winter schon einen Titel geholt, wurde Hallenmeister der Verbandsgemeinde Thaleischweiler/Wallhalben. Gleichwohl will SGR-Coach Björn Hüther von seinem Team am Freitagabend nicht zu viel erwarten. „Wir beginnen ja erst in zwei Wochen mit dem Training“, merkt er an. Hüther gibt sich mit dem aktuellen Landesliga-Mittelfeldplatz zufrieden. Er warnt jedoch: „Bei einem Sieg mehr wären wir zwar sogar Fünfter, aber bei einem Sieg weniger stünden wir auf einem möglichen Abstiegsplatz.“ Zu Beginn der Saison sah es trotz der Verstärkung durch Erik Durm, den zu seinem Heimatverein zurückgekehrten Weltmeister von 2014, gar nicht gut aus bei dem Verein aus dem Schwarzbachtal. „Erst seit Oktober konnten wir uns aus dem Tabellenkeller nach oben schaffen“, weiß Hüther, dass „bei der Ausgeglichenheit der Landesliga noch alles möglich sein dürfte“. Etwas kurios ist es, dass Daniel Preuß als Sportvorstand bei der SGR im Fußball das Sagen hat, derweil Daniel Preuß immer wieder als eingewechselter Spieler in der Landesliga das zu machen hat, was Trainer Hüther vorgibt. „Das klappt selbstverständlich ohne Probleme, und alle sind froh, dass wir Daniel haben“, stellt Hüther seinem „Chef“ ein gutes Zeugnis aus. Wichtig ist für den SGR-Coach, „dass meine Spieler in der Wasgauhalle Spaß haben. Für mich persönlich ist wichtig, dass man sehr viele Leute trifft, die man sonst nicht treffen würde.“
„Für uns steht ganz klar der Spaß im Vordergrund“, sagt Christian Zarbel, der Spielertrainer des Landesliga-Elften SG Eppenbrunn. Es sei „schwierig, bei diesem topbesetzten Turnier, etwas mitzunehmen“, auch wenn die SGE im Vorjahr das Finale erreicht hatte. Stützen des Hallenmeisters der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land sind Keeper Tobias Dreyer und die technisch sehr starken Manfred Tarek Rabahi, Bastian Brauner und Andrei-Catalin Roman. Zarbel, einst auch Spielertrainer beim veranstaltenden SV Ruhbank: „Wir sind froh, dass es das Turnier gibt, und nehmen sehr gerne daran teil.“ Der 42-jährige Kriminalbeamte hat seinen Vertrag mit der SGE um ein weiteres Jahr verlängert. In Eppenbrunn gab es einen Winter-Transfer: Xaver Sunkel wechselte zum SV Obersimten.
Inhaber einer RHEINPFALZ-Card zahlen nur vier statt fünf Euro Eintritt.
TURNIER-ZEITPLAN
18.30 Uhr: Hermersberg - TSC Zweibrücken (Gruppe A)
18.44 Uhr: Rieschweiler - Eppenbrunn (B)
18.58 Uhr: Contwig - Hermersberg (A)
19.12 Uhr: FKP - Rieschweiler (B)
19.26 Uhr: TSC - Contwig (A)
19.40 Uhr: Eppenbrunn - FKP (B)
20.07 Uhr: 1. Halbfinale
20.21 Uhr: 2. Halbfinale
20.35 Uhr: Spiel um Platz drei
20.49 Uhr: Finale