Pirmasens
Tore, Träume, Temperamente: Trainer-Rücktritt, Phantom-Team und Dahner Leiden
Bei den Fußballspielen am vergangenen Wochenende fiel unserem Mitarbeiter Helmut Igel auf, ...
.... dass der MTV keinen Trainer hat.
Wenn Sie ein Fan der Fußballer des MTV Pirmasens sind, dann müssen Sie sich Sorgen machen. Denn seit vorigen Dienstag hat das C-Klasse-Team des Männerturnvereins keinen Spielertrainer mehr. Charles Hopkins, der im Sportpark Husterhöhe seit etwa drei Jahren nicht nur der Übungsleiter der MTV-Kicker war, sondern auch organisierte und überall half, wo es irgendwie mangelte, ist zurückgetreten. „Sportliche und persönliche Gründe“ hätten den Ausschlag gegeben, sagte Hopkins. Wichtig sei, dass er ein Haus gekauft habe und nicht mehr die Zeit erübrigen könne, „drei-, viermal in der Woche zum MTV zu fahren“.
Ohne ins Detail gehen zu wollen, merkte Hopkins an, dass es auch zwischenmenschliche Probleme gegeben habe, die mit ausschlaggebend für seine Kündigung gewesen seien. Hopkins führte weiter aus, dass der Vorsitzende Philipp Zimmermann „alles komplett alleine regeln“ müsse – „und das schafft er nicht.“ Mit ihm hätten sich, so Hopkins, noch „zwei, drei weitere Spieler abgemeldet“, so dass der ursprüngliche, mit 15 Spielern nicht gerade große Kader schrumpfte und die Begegnung am vergangenen Samstag in Martinshöhe wegen Personalmangels abgesagt werden musste. Die nächste C-Klasse-Partie am kommenden Sonntag in Höheischweiler wird wohl verlegt werden. Die Vereine sind sich einig, es muss nur noch Klassenleiter Wolfgang Hunsicker sein Okay geben.
Irritiert ist indes Philipp Zimmermann. Vorvorigen Sonntag nach dem 7:0 gegen den SVN Zweibrücken II habe Hopkins nichts von einem Rücktritt verlauten lassen. Und dann habe er über Spieler von Hopkins’ Rücktritt erfahren. Das wurmt Zimmermann: „Er hätte es mir doch persönlich sagen können. Diese Entscheidung ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Nun sucht Zimmermann händeringend nach Spielern. Solche, die noch ihren Pass beim MTV liegen haben, aber lange nicht mehr aktiv waren, oder solche, die sonst bei einem Verein gemeldet sind, allerdings sechs Monate nicht mehr gespielt haben und somit sofort mitmachen dürften. Was bleibt, sind die Sorgen um den MTV.
... dass ein abgemeldetes Team noch weiter lebt.
Bereits seit zwei Wochen hat die SG Wallhalben/Mittelbrunn ihr C-Klasse-Team abgemeldet. Offiziell darf der zuständige Klassenleiter Wolfgang Hunsicker die Mannschaft allerdings nach eigenen Worten erst dann aus dem Spielbetrieb nehmen, „wenn die Gebietsspruchkammer ihr Urteil gefällt hat.“ Daher ist im Internetportal des Verbands „www.fussball.de“ zum Spiel am vergangenen Sonntag beim TuS Rimschweiler noch zu lesen: „Nichtantritt SG Wallhalben/Mittelbrunn“. Klar, die Mannschaft gibt es ja auch nicht mehr. Die Sportgerichtsbarkeit hat ein Aktualitätsproblem.
... dass es beim FC Dahn noch Optimisten gibt.
Auch in diesem Spieljahr schreibt der FC Dahn ein weiteres Kapitel seiner Leidensgeschichte. Dem Abstieg aus der Bezirksliga in der Saison 2017/18 mit 30 Niederlagen in 30 Begegnungen und einem Torverhältnis von 6:240 folgte der Abstieg aus der A-Klasse mit immerhin 14 Punkten und 33:157 Toren. Doch auch in der laufenden Saison scheint sich der ehemalige Verbandsligist nicht fangen zu können: acht Spiele, acht Niederlagen und 0:73 Tore. Und so formuliert Spielertrainer Jens Frischmann denn auch ein bescheidenes Ziel für die kommenden Partien: „ein Tor“.
Die Leistungsträger der vorigen Saison seien allesamt gegangen. „Wir mussten wieder neu anfangen“, erzählt Frischmann. Bezeichnend sei, dass das Hauptaugenmerk im Training darauf liege, den Spielern, von denen die meisten Flüchtlinge sind, den richtigen Einwurf beizubringen und zu erklären, was Abseits ist. Das sei angesichts der Sprachschwierigkeiten kein leichtes Unterfangen.
Nur mit Platz vier in der Fairplay-Wertung kann Dahn aktuell zufrieden sein. „Aber egal, was auch ist, wir spielen die Runde fertig. Es wird wieder besser werden“, gibt sich Frischmann optimistisch. Das Einzige, was dem FC Dahn fehle, sei „die Qualität“.