FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Torhüter nach Jubel im Krankenhaus und Hilsts historisches 4:3

Helmut Igel
Helmut Igel

Unserem Mitarbeiter Helmut Igel fiel bei den Fußballspielen am vergangenen Wochenende auf, ...

... dass Torjubel zur Operation führen kann.

Merlin Schäfer war der Held im Landesligaspiel SG VB Zweibrücken/SV Ixheim gegen SC Hauenstein (2:2). Denn Zweibrückens Torhüter stürmte in der Schlussphase beim Stand von 1:2 mit und erzielte mit der letzten Aktion der Partie den Ausgleichstreffer. Merlin Schäfer ist aber auch der tragische Held der Begegnung.

Weil das Tor so wichtig war und weil es in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke fiel und sich dadurch die gesamte Mannschaft im und am Strafraum der Hauensteiner versammelt hatte, stürzten sich zehn Zweibrücker freudig-ausgelassen auf den 23-jährigen Keeper, der für die SV Elversberg II dreimal in der Oberliga und zuvor beim U19-Regionalligateam des FK Pirmasens zwischen den Pfosten gestanden hatte. Und dadurch wurde aus dem Helden Schäfer ein tragischer Held, denn als die Mitspieler ihren Torschützen und Torwart unter sich begruben, verletzten sie ihn. „Er hat Probleme mit den Bändern an der Schulter und wird wohl operiert werden müssen“, informierte der Spielleiter der Spielgemeinschaft, Pascal Dahler. „Er musste sogar ins Krankenhaus“, erzählte VB-Vorsitzender Ralf Helmert.

Helmert schildert das Tor zum 2:2 so: „Gerade hatte der Hauensteiner Torwart mit einer Glanztat das mögliche 2:2 verhindert und war daraufhin von seinen Mitspielern beglückwünscht, weil diese dachten, den Sieg in der Tasche zu haben. Doch dann gab es ja noch diesen einen Eckball. Alle aus unserer Mannschaft waren abgedeckt, nicht aber Merlin, der nach vorne geeilt war. Er stand völlig frei, stieg hoch und köpfte den Ball zum 2:2 ins Tordreieck. Der Schiedsrichter pfiff zweimal: das Tor und das Spielende. Dann brachen die Dämme. Unsere Spieler jubelten, begruben Merlin unter einer Traube, und Hauensteins Spieler waren fertig.“

„Jetzt haben wir ein Problem“ befand indes Dahler. Zwar stehe mit Steffen Hunsicker ein guter Mann als Ersatz parat, doch dann fehle der zweiten, in der A-Klasse spielenden Mannschaft der Torwart.

... dass Hilst ein ganz besonderer Sieg gelang.

Hackmesserseite-Tag: Bei der Premiere der neuen A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Ost haben alle drei Teams aus dem Landstrich südwestlich von Pirmasens, der SV Obersimten sowie die beiden Aufsteiger SV Hochstellerhof und Hilster SV, ihre Spiele gewonnen.

Besonders bemerkenswert war das Hilster 4:3 nach 0:2- und 1:3-Rückstand im ersten A-Klasse-Spiel der Vereinsgeschichte. „Das war super. Die Mannschaft, wir alle haben uns unheimlich gefreut, viel mehr als über einen Sieg in der vorigen Saison“, kommentierte Hilsts Trainer Ronny Geiersbach den ersten Dreier. Er räumt allerdings ein: „Es hätte auch leicht andersrum ausgehen können.“ Denn beim Stand von 3:3 lief Münchweilers Daniel Wadle allein auf Hilsts Keeper und Vorsitzenden Patrick Schmitt zu, vergab aber die dicke Möglichkeit. In der sehr turbulenten Schlussphase – von der 87. bis zur 92. Minute zog Schiedsrichter Tobias Brödel dreimal Gelb und einmal Gelb-Rot (für Münchweilers Philipp Hütchen) – erzielte Philipp Silzer das entscheidende 4:3 für Hilst.

... dass Hauenstein gern gegen Fehrbach spielt.

Der FC Fehrbach scheint sich in der Saison 2020/21 zum Lieblingsgegner der Hauensteiner Fußballer zu entwickeln. Zumindest in der zweiten Halbzeit der jeweiligen Begegnungen. Kassierte Fehrbachs Landesligateam im Verbandspokal nach einem 0:0 bis zur 57. Minute noch eine 0:6-Niederlage beim SC Hauenstein, so kam die zweite Mannschaft am Sonntag im A-Klasse-Spiel mit 2:7 unter die Hauensteiner Räder. Hier stand es bis zur 45. Minute 2:2, dann landete der Ball noch fünfmal im Fehrbacher Tornetz. In der Summe sind dies elf Gegentreffer in zwei zweiten Halbzeiten für Fehrbach.

Der neue Spielertrainer des TV/SC Hauenstein II, Thorsten Riggers, strahlte nach dem Abpfiff. Er hatte drei Tore erzielte, sein Sturmpartner Oliver Sander versenkte den Ball gleich viermal im Fehrbacher Gehäuse. „Wir spielen einen komplett anderen Fußball als zuvor, als viel mit langen Bällen auf Oliver gearbeitet wurde“, erklärte Riggers. Sein Team sei spielstark, weshalb der Ball nun kombinierend nach vorne getragen werde und da stehen nun mal mit ihm selbst und Sander zwei Männer, die wissen, wo das Tor steht.

... dass das DFB-Netz schlappgemacht hat.

Störungsfrei verlief der erste Spieltag nicht. Das DFB-Netz machte teilweise schlapp. „Das war deutschlandweit der Fall. Bereits am Sonntag um 12.44 Uhr war eine entsprechende Meldung an uns rausgegangen, dass es Probleme gebe“, sagte Oliver Herrmann, der beim Südwestdeutschen Fußball-Verband für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Wir konnten die Mannschaftsaufstellung nicht ins System einstellen“, berichtete beispielhaft für viele Vereine Dirk Schneckmann vom SV Hermersberg. Der SVH hatte mehrmals von verschiedenen PCs versucht, das Netz des DFB zu entern. Vergeblich.

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