Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Rote Karten für Torschützen, ein 6:2 nach 0:2 und ein Blitz-Urteil

Helmut Igel
Helmut Igel

Unserem Mitarbeiter Helmut Igel fiel bei den Fußballern in der Region Pirmasens auf, ...

... dass gleich vier Torschützen Rot sahen.

Tor und Rot: Diese Erfahrung machten am vergangenen Wochenende im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken gleich vier Spieler. Nummer eins und zwei kicken für den derzeit in der Bezirksliga enorm erfolgreichen SV Hinterweidenthal. Felix Burkhard schoss sein Team in der dritten Minute der Partie gegen die SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg in Führung und sah in der 81. Minute nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Hinterweidenthals Co-Spielertrainer Daniel Tretter markierte in Minute 18 das 2:0 und hörte den Schlusspfiff auch nicht mehr auf dem Platz. Denn als ihm in der 90. Minute ein Akteur des Gegners auf dem Fuß gestanden habe, habe er diesen wegschubst, berichtet SVH-Coach Denis Jung. Schiedsrichter Jannick Ziehmer zeigte für diese Aktion die Rote Karte. „Es war ein sehr intensiv geführtes Spiel, in dem der Schiri in der zweiten Halbzeit gefühlt alles gegen uns gepfiffen hat“, sagte Jung, dessen Team am Mittwoch (19.45 Uhr) beim TuS Bedesbach gastiert.

Tor und Rot gab es auch für Luca Genova, der für die SG VB Zweibrücken/SV Ixheim kickt. Genova markierte in der dritten Minute der Nachspielzeit im Landesliga-Match beim SV Hermersberg den 2:1-Siegtreffer. Und weil sich Genova riesig über seinen Treffer freute, zog er sein Trikot aus. Sie kennen die Regel: Dafür gibt es Gelb. Und weil Genova bereits zuvor Gelb gesehen hatte, zückte Schiedsrichter Jonas Isufaj Rot hinterher.

Tor und Rot war am 1. Advent auch das Schicksal von Marcus Herrlich, der für den SV Gersbach in der 69. Minute des B-Klasse-Derbys beim TuS Winzeln den Ehrentreffer zum 1:8 erzielte. Drei Minuten vor Ende der Partie legte sich Herrlich mit Schiedsrichter Peter Deliargyris an. Sie ahnen, wer den Kürzeren zog? Nicht Deliargyris, denn der zog lediglich Rot.

... dass Daniel Lenhard laut geworden ist.

„Ja, ich bin zur Halbzeit in der Kabine etwas laut geworden. Aber ich musste meine Mannschaft einfach wachrütteln“, sagte Daniel Lenhard, der Trainer des SV Herschberg, zum Bezirksliga-Kellerduell bei der SG Rieschweiler II. Und nach der Ansprache im höheren Dezibelbereich fluppte es so richtig beim Drittletzten. Nach 0:2 zur Pause gewann Herschberg noch mit 6:2. „Fabian Groh spielte dabei überragend. Er legte vier Tore auf und erzielte ein weiteres selbst“, lobte Lenhard seine Nummer sieben. Lenhard, der zuletzt noch über den mangelnden Trainingsfleiß seiner Schützlinge geklagt hatte, wollte allerdings nicht eine physische Überlegenheit seines Teams erkannt haben, sondern: „Rieschweiler hat uns in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr gefordert.“

... dass es auch Blitz-Urteile gibt.

Dass die Gebietsspruchkammer schnell, ja rasend schnell sein kann, bewies sie in der abgelaufenen Woche. Nach einem Fauxpas des Leiters der B-Klasse West, Marco Kochert, war die Gebietsspruchkammer vom Verbandspielausschuss aufgefordert worden, ein Einzelurteil des Staffelleiters zu korrigieren. Kochert hatte (wie berichtet) versehentlich Marc-André Müller vom SSV Höheinöd einen Tag zu kurz gesperrt, so dass Müller trotz einer Roten Karte beim nächsten Spiel am 24. November gegen den SV Bottenbach schon wieder mitmischen und auch ein Tor erzielen konnte. Bereits am Freitag, 29. November, entschied die Gebietsspruchkammer, die sonst Wochen für ein Urteil benötigt, dass Müller nachträglich für zwei Partien gesperrt wird. Das bestätigte Höheinöds Spielleiter Peter Schäfer. An der Wertung des mit 5:2 gewonnenen Spiels gegen Bottenbach hat sich nach Schäfers Angaben „wohl nichts geändert“.

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