FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Tore, Träume, Temperamente: Ein besonderes Familientreffen und ein Abbruch

Waren am Sonntag erstmals Gegner: TSC-Trainer Kevin Rubeck (links) und sein für den FC Fehrbach spielender Sohn Kevin.
Waren am Sonntag erstmals Gegner: TSC-Trainer Kevin Rubeck (links) und sein für den FC Fehrbach spielender Sohn Kevin.

RHEINPFALZ-Mitarbeiter Helmut Igel fiel bei den Fußballspielen am Wochenende auf, ...

... dass Eltern nicht für ihren Sohn halten.

Papa hat 1:0 gewonnen. Mit diesem Ergebnis holte sich Peter Rubeck (59), der Trainer des TSC Zweibrücken, am Sonntag in der Fußball- Landesliga die drei Punkte gegen den FC Fehrbach, für den sein Sohn Kevin (31) spielt. Zuvor waren die beiden auf dem Fußballplatz noch nie als Gegner aufeinandergetroffen. Und: Es war ein echtes Familientreffen der Rubecks. Als Zuschauer verfolgten Angelika, die Ehefrau von Peter und Mutter von Kevin, sowie Opa Günther und Oma Renate die Partie. Und sie drückten alle dem Sohn beziehungsweise Enkel die Daumen. „Das finde ich auch so in Ordnung“, grämte sich Ex-Regionalligacoach Peter Rubeck nicht wegen der Parteinahme seiner Frau und seiner Eltern.

„Es wäre schön gewesen, wir hätten ein Unentschieden erreicht“, befand Kevin Rubeck nach der Partie. „Aber deswegen hängt der Haussegen nicht schief“, ist sich der in Pirmasens wohnende Finanzbeamte völlig sicher. Peter Rubeck, der in jungen Jahren dreimal für den 1. FC Saarbrücken in der Zweiten Bundesliga spielte, bestätigte seinem Filius im Gespräch nach der Partie eine „sehr gute Leistung“ und wunderte sich, dass dieser „so viele Kopfbälle bekommen“ habe. Da habe Kevin bei seinem ehemaligen Spieler und aktuellen Fehrbacher Trainer Jochen Ellermann „doch noch was gelernt“.

Kevin konnte sich nicht verkneifen, seinem Vater zu sagen: „Typisch für dich, dass du zufrieden bist, weil du zu null gewonnen hast.“ Papa Rubeck kommentierte diese Äußerung so: „Er kennt mich halt ganz genau.“

Dass sich der im Saarland wohnende Trainer Rubeck nach der Partie einen dreitägigen Wanderurlaub in Wilgartswiesen gönnt, ist indes nicht mit der etwaigen emotionalen Beanspruchung im Vater-Sohn-Duell zu begründen. Weil der TSC am kommenden Wochenende spielfrei ist, hat der Coach erst für Mittwoch wieder Training angesetzt.

... dass ein Bezirksligist keine Elf stellen kann.

Eine Spielabsage wegen Personalmangels ist in der Fußball-Bezirksliga nicht gerade an der Tagesordnung. Doch am Sonntag war es soweit. Der SV Herschberg brachte keine Mannschaft zum Heimspiel gegen die SG Knopp/Wiesbach zusammen.

Nach den Worten des Herschberger Vorsitzenden Uli Salzmann waren zwei Spieler nach Roten Karten gesperrt, drei verletzt und zwei beruflich nicht abkömmlich. Das macht in der Summe sieben nicht einsatzfähige Akteure. Da gab es sicherlich bei anderen Vereinen schon mehr Ausfälle, und trotzdem wurde gespielt. Und Herschberg hatte bis Anfang September eine zweite Mannschaft. Nach deren Abmeldung hätten doch noch einige verbliebene Spieler den Kader des Bezirksligateams auffüllen können – oder? Salzmann relativiert: „15 Spieler sind gegangen.“ Und weiter: „Die Kraft ist alle. Trotzdem müssen wir da durch.“ Ob das für Mittwoch angesetzte Rückspiel bei der SG Knopp/Wiesbach ausgetragen werden kann? „Das werden wir sehen. Wir wissen es noch nicht“, sagte Salzmann am Sonntagabend.

... dass ein Spitzenspiel abgebrochen wurde.

56 Minuten waren am Sonntag im B-Klasse-Spitzenspiel SC Busenberg gegen SV Trulben absolviert, als sich vor 300 Zuschauern die zum Abbruch führende Szene ereignete. Busenbergs Spielertrainer Felix Burkhard foulte nach den Worten von Trulbens Spielleiter Thomas Schatz SVT-Kicker Jannik Groh (was mit einer Gelben Karte geahndet wurde), und dabei fiel der Sohn des Trulber Trainers Eric Groh unglücklich auf die Schulter. Es sei sofort deutlich gewesen, dass sich Yannik Groh schwerer verletzt haben muss, denn er hatte große Schmerzen. „Es sah schlimm aus“, sagte Eric Groh.

Busenbergs Torwart Yannik Klemm, von Beruf Rettungssanitäter, kümmerte sich um den bei Regen verletzt auf dem Platz liegenden Jannik Groh, bis der Rettungsdienst und gleich später der Notarzt vor Ort waren. Der in seiner Berufsausbildung gerade vor mehreren Prüfungen stehende Jannik Groh konnte wegen starker Schmerzen nicht bewegt werden. „Die Mediziner gaben ihm schmerzstillende Mittel. Nach 35 Minuten konnte er weggebracht werden“, schilderte Eric Groh die Szenerie. Im Pirmasenser Krankenhaus seien dann „ein Bänderriss in der Schulter und ein Bruch“ diagnostiziert worden. Weitere Untersuchungen am Montag sollten mehr Klarheit bringen.

Trulbens Spieler sahen sich nicht mehr in der Lage, die Partie fortzusetzen, derweil die 3:1 führenden Busenberger die Begegnung gerne fortgesetzt hätten. Schiedsrichter Sascha Geisler brach die Begegnung ab. Es habe, so Schatz, sowohl nach dem Foul als auch bei der Diskussion über Abbruch oder Weiterspielen sehr unschöne Kommentare gegeben.

Helmut Igel
Helmut Igel
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