Pirmasens
Tore, Träume, Temperamente: Außergewöhnliche Rufnamen, zehn statt 17 Spieler und „Doping“
Bei den Fußballspielen am vergangenen Wochenende fiel unserem Mitarbeiter Helmut Igel auf, ...
... dass Abdirahman in Gersbach „Ossi“ heißt.
Zwei Brüder mit langen, fast identischen Namen spielen für den SV Gersbach in der Fußball-B-Klasse Ost: Abdirahman Osman Nuur und Abdirahin Osman Nuur. Wie ruft man nun die beiden im Training oder im Spiel, ohne Verwechslungen zu provozieren? Gar kein Problem für SVG-Spielertrainer Hans Teegen.
Abdirahman, der jüngere der beiden Nuur-Brüder, habe nicht nein gesagt, als er gefragt worden sei, ob man ihn „Ossi“ (Koseform von Osman) rufen dürfe. Und Abdirahin habe erklärt, dass er eh „Mario“ gerufen werde. Warum auch immer. Also wurde aus Abdirahman „Ossi“ und aus Abdirahin „Mario“.
... dass in „fussball.de“ nicht alles stimmt.
Bleiben wir bei Teegen und beim SV Gersbach, der am 2. Advent mit 0:9 beim SV Hochstellerhof unterging. „Ich fand das Ergebnis noch okay“, nahm der Coach gegenüber der RHEINPFALZ Stellung zur höchsten Saisonniederlage und verwies darauf, dass der Aufsteiger beim Titelkandidaten „nur mit zehn Mann gespielt“ habe. Nur zu zehnt? In der im DFB-Internetportal „fussball.de“ veröffentlichten Mannschaftsaufstellung zu dieser Partie waren doch 17 Spieler aufgeführt! „Einer hatte einen Knick im Auge, andere waren krank, gesperrt oder in Urlaub“, begründete Teegen den Mangel an Personal im letzten Match seines Teams in 2019.
Mit aufgeführt als Ersatzspieler war auch Alexander Herrlich, der Bruder des nach Rot gesperrten SVG-Torjägers Marcus Herrlich. Die beiden bildeten einst beim SV Rot-Weiß Pirmasens ein kongeniales Gespann. Doch Alexander Herrlich sei oft verletzt, krank und eben „nicht richtig fit“, um sein Team zu verstärken, befand Teegen.
... dass ein Torschütze „gedopt“ war.
Mit Ibuprofen, einigen Rückwechseln während der Partie und zwei Comebacks nahm am Sonntag der SV Erlenbrunn die hohe Hürde beim SV Lemberg II. Die „Erlehöfer“ gewannen das Spitzenspiel der C-Klasse Ost beim Tabellenvierten mit 3:1 und überwintern damit auf Platz eins. „Wir haben etwa 15 kranke und verletzte Spieler“, klagte der selbst angeschlagene SVE-Spielertrainer Oliver Reich sein Leid. Reich: „Vorigen Freitag musste das Training sogar ausfallen, weil keine Spieler da waren.“ Daher schickte er in Lemberg ein Team aufs Spielfeld, das so noch nie zusammengespielt hatte.
Ex-Verbandsligaspieler Björn Schatz lief erstmals nach rund eineinhalb Jahren ohne Fußball wieder auf. Hung Le Quoc, zwei Tage zuvor von einer langen Asienreise zurückgekehrt, erklärte sich ebenfalls bereit zu helfen. Und Cengiz Kirisoglu wurde am Morgen des Spieltags ein Zahn gezogen. Er spielte mit dem Schmerzmittel Ibuprofen. Und er war solchermaßen „gedopt“ sogar der Matchwinner, erzielte er doch das erste von drei Toren und bereitete den dritten entscheidenden Treffer von Gregory Palacio mustergültig vor.
Weil die Kräfte bei den „Reservisten“ nicht ausreichten, wechselte Reich, wie es in der untersten Klasse möglich ist, manche Spieler erst aus und dann wieder ein. Dass nun gar bei den starken Lembergern ein Dreier eingefahren werden konnte, überraschte ihn selbst und Reich lobte seinen Ex-Verein ob seiner Fairness: „Obwohl Lemberg die Möglichkeit hatte, setzte es keine Spieler aus der ersten Mannschaft ein.“ Lemberg I war in der A-Klasse spielfrei.
Obwohl Erlenbrunn bislang in 17 Partien ohne Niederlage geblieben ist, bleibt die Meisterschaftsfrage in der C-Klasse Ost offen. Der TuS/DJK Pirmasens, Bruchweiler und auch Lemberg II haben noch Chancen, ganz nach vorne zu kommen.