Pirmasens Tore, Träume, Temperamente:

Mit einem 9:0 über den Tabellensechsten FC Hengsberg fuhr der SV Herschberg II am Pfingstsonntag die Meisterschaft in der C-Klasse Mitte ein. Es war der 21. Sieg im 24. Spiel (bei nur einer Niederlage). Natürlich wurde auch in Herschberg gesungen, geschunkelt, gejubelt, gelacht, Bier im Meister-Shirt getrunken, mit Bier geduscht, eben das ganz „normale“ Jubelprogramm abgespult. Doch die „besseren Hälften“ der Meisterspieler sorgten für den Unterschied zu anderen Meisterfeiern. Sie hatten sich von der Muse küssen lassen und über jeden Spieler Reime verfasst. Das kam sehr gut an. Zudem luden die Frauen ihre Männer auch noch zu einem bayrischen Frühstück am Pfingstmontag ein. Die Herschberger sind also auch Meister beim Meisterfeiern. Beim FC Ruppertsweiler konnte man am Sonntag sein Glück kaum glauben. Durch den eigenen 1:0-Sieg beim SV Ruhbank und die 2:6-Niederlage des Konkurrenten FC Rodalben beim FC Fehrbach II stand der Neuling als Meister fest. „Wir alle sind überrascht“, sagte FCR-Trainer Patrick Betz. Dabei hatte schon der Termin für das Entscheidungsspiel in Glashütte gegen die vor dem letzten Spieltag noch punktgleichen Rodalber festgestanden. Bis gestern wurde in üblicher Art und Weise gefeiert. Temperamentvoll ging es in der C-Klasse Ost im bedeutungslosen letzten Saisonspiel des FC Fischbach II gegen den SV Rot-Weiß Kröppen (0:4) zur Sache. Nach knapp einer Stunde sah Gästespieler Kai Buchmann die Rote Karte. „Ein Fischbacher hat ihm mit der Faust auf den Rücken geschlagen. Da hat er sich gewehrt, und der Schiedsrichter hat das mit Rot geahndet“, beschrieb Kröppens Spielertrainer Markus Eiser die Szene. Buchmann ging vom Feld, zog sein Trikot aus und nahm auf der Bank der Ersatzspieler Platz. Wenige Minuten vor Schluss kam es nach einem Foul eines Fischbachers zu einer Rudelbildung. Daran soll sich auch Buchmann beteiligt haben. Er soll auf den Platz gelaufen und einen Fischbacher Spieler mit der Faust geschlagen haben. Kröppens Vorsitzender Matthias Schäfer und auch Eiser versicherten, von einem Schlag gegen den Fischbacher „nichts gesehen“ zu haben, zumal der Tumult groß gewesen sei. Eiser erklärte indes, dass er gesehen habe, wie ein Fischbacher seinem Mitspieler Carsten Schatz „mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen“ habe. Die Polizei war anschließend vor Ort und bestätigte gestern auf Nachfrage, dass – ohne Namen zu nennen – eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt wurde. „Der Schiedsrichter hat sich entschuldigt. Es war ein Versehen.“ Dies sagte der Leiter der A-Klasse, Edgar Wallitt, zum Ausfall der in Sachen Abstieg eventuell bedeutsamen Partie SV Hochstellerhof gegen SV Martinshöhe. Der eingeteilte Schiedsrichter sei irrtümlich davon ausgegangen, dass das Spiel am Sonntag und nicht schon am Samstag stattfinde. Kurzfristig fand sich kein Ersatz-Referee, die Begegnung wurde auf den heutigen Dienstag, 19 Uhr, verlegt. Siegt Martinshöhe, dann schiebt es sich vom 14. auf den 13. Platz vor und überholt in der Tabelle den FK Clausen. Rang 13 würde den Verbleib in der A-Klasse bedeuten, falls sich Vizemeister Ixheim in den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga gegen den VfR Kaiserslautern und den FV Kusel durchsetzt. Rein theoretisch kann auch der Vierzehnte noch drinbleiben, doch dazu müsste der MTV Pirmasens in der Bezirksliga bleiben – und das ist ziemlich unwahrscheinlich. Das hat es bisher noch nie gegeben: Die beiden Drittletzten der B-Klassen Ost (FV Geiselberg) und West (SSV Höheinöd) tragen kommenden Samstag in Waldfischbach ein vorsorgliches Abstiegsentscheidungsspiel aus. Hintergrund ist die neue, paritätisch geprägte Abstiegsregelung von der A- in die B-Klasse. Danach werden künftig bei vier Absteigern die beiden B-Klassen stets mit je zwei Teams bedacht. Da jede B-Klasse zwei Aufsteiger aus den C-Klassen aufnehmen muss und die B-Klasse-Meister selbst in die A-Klasse aufsteigen, müssten in jener B-Klasse, in der der Vizemeister aufsteigt, nur zwei Mannschaften nach ganz unten abrücken. In der B-Klasse mit dem Verlierer aus den Vizemeister-Aufstiegsspielen (Bottenbach gegen Rodalben) gäbe es drei Absteiger. Der Fußballkreis will dies nun sportlich regeln, in dem er ein Entscheidungsspiel zwischen den beiden Drittletzten ansetzte. Es könnte aber auch so kommen, dass nur drei Teams aus der A-Klasse absteigen. Fakt ist: Der Sieger der Partie wird mit Gewissheit in der kommenden Saison B-Klasse spielen. Geiselbergs Vorsitzender Klaus Vatter war „ein bisschen überrascht von dem Entscheidungsspiel, von dem vorher nichts bekannt gewesen“ sei. Erst vorige Woche habe ihn B-Ost-Leiter Serge-Michel Dentler informiert. „Wie vorige Saison haben wir wieder ein Entscheidungsspiel gegen den Abstieg“, sagte Höheinöds Trainer Markus Gerstle. Es könne sein, dass das Spiel abermals „witzlos“ ist, wenn Ixheim aufsteigt, „aber wir müssen und werden wohl in Waldfischbach spielen“.