Wirtschaftsleben
Tierbestatter „Sleep tight“ sorgt für würdevollen Abschied von Haustieren
Die Bestattung Verstorbener wird seit Menschengedenken bei allen Kulturvölkern auf ganz verschiedene Weise vorgenommen. Dabei wurde in den letzten Jahrzehnten die ursprünglich alternativlose Erdbestattung weitgehend von der Feuerbestattung abgelöst.
Diese Möglichkeit der Einäscherung haben seit einigen Jahrzehnten auch Tierhalter, die ihren vierbeinigen Gefährten ein würdiges Ende bescheren und sich eine bleibende Erinnerung schaffen wollen. Seit fast vier Jahren bietet in Weselberg ein Tierbestattungs-Unternehmen seine Dienste an. Schon der Firmenname „Sleep Tight“ soll nach den Worten von Besitzerin Angela Engel ausdrücken, dass speziell Haustiere auch nach ihrem Tod gut behandelt – „und nicht einfach entsorgt werden“.
Junges Gewerbe
Tierbestattung ist ein relativ junges Gewerbe. Es gibt in Deutschland schätzungsweise über 200 Betriebe. Die am häufigsten gewählte Variante ist die Einäscherung der Tiere und kann als Einzel- oder Sammelkremation durchgeführt werden. Da bei Letzterer die Asche verschiedener Tiere anfällt, wird diese nicht an die Tierbesitzer herausgegeben. Meist gewünscht wird aber die Einzeleinäscherung von nur einem Tier. Die vollständige Asche wird dann in einer Tierurne, einem Aschekarton oder Aschesäckchen an den Tierhalter übergeben. Eine Bestattung im Garten oder einem Ort der Erinnerung bleibt dabei jedem überlassen.
Die Gebühren für eine Einäscherung der meist vierbeinigen Lieblinge richten sich nach dem Gewicht und dem Wunsch nach Einzel- oder Sammelkremierung sowie nach der Entfernung bei Abholung. Dazu kommen natürlich die Kosten für eine Urne. Diese sind zwar etwas kleiner als beim Menschen, aber ebenso vielfältig und künstlerisch. Ein ganz besonderes Andenken können Tierbesitzer bei der Tierbestatterin in Weselberg erwerben, nämlich einen Fotorahmen mit einer auf der Rückseite angebrachten Box für die Asche oder einen Teil davon.
Angela Engel stammt aus Ramstein und war dort lange als gelernte Bürokauffrau beschäftigt. Auf die Frage nach dem plötzlichen Wechsel der Beschäftigung sagt sie: „Da ist viel Zufall im Spiel und wohl auch ein Fingerzeig des Schicksals.“ Als absolute Tierfreundin wollte sie einer Bekannten behilflich sein, für deren kleinen Hund eine Möglichkeit der Kremation zu finden. „Wir mussten weit reisen und waren – ehrlich gesagt – mit dem Ergebnis und der Behandlung auch nicht zufrieden“. Das gab unter anderem den Ausschlag dafür, dass sie mit ihrer Tochter Falicia, einer ausgebildeten Tierarzthelferin, die Tierbestattung in Weselberg eröffnete.
Problem: Räume finden
Auch die Suche nach Geschäftsräumen gestaltete sich nicht einfach. In Landstuhl waren bereits Räume angemietet, aber der Besitzer hat im letzten Moment abgesagt. „Ein Glücksfall war es dann, dass wir hier im Gewerbegebiet von Weselberg diese Räume in einem alleinstehenden Haus gefunden haben, zumal die Verkehrsanbindung geradezu ideal ist“, schwärmt Angela Engel noch immer. Ihre Klienten kommen aus der ganzen Pfalz und darüber hinaus – viele auch aus dem Raum Kaiserslautern. Eingeäschert werden hauptsächlich Hunde und Katzen, aber auch Kleintiere wie Hamster, Schildkröten und Vögel, von denen manche einen langen gemeinsamen Weg mit ihren Besitzern gegangen sind und angemessen verabschiedet werden sollen. Alle lassen Angela Engel und ihre Tochter bei einem Tierkrematorium in Hermeskeil im Landkreis Trier-Saarburg einäschern.
Diese Einrichtung gibt es erst seit dem Jahr 2020. Das allererste Tierkrematorium entstand 1997 und entwickelte sich aus der Verbrennungsanlage für verstorbene Bewohner des Münchner Tierheimes. Über 30 Standorte gibt es mittlerweile in Deutschland, von denen vier oder fünf auch Großtiere wie beispielsweise Pferde oder Esel kremiert werden können. Außerdem gibt es noch etwa 120 Tierfriedhöfe in Deutschland.
Info
Die Tierbestattung „Sleep Tight“ in Weselberg ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr nach Terminvereinbarung unter Telefon 06333 2790236 geöffnet.