Pirmasens THW: Mehr Helfer, weniger Einsätze

Einsätze gibt es für das THW nach Stürmen, wenn Bäume wegzuräumen sind.
Einsätze gibt es für das THW nach Stürmen, wenn Bäume wegzuräumen sind.

Das Pirmasenser Technische Hilfswerk (THW) kann zwei gegenläufige Tendenzen beobachten: Die Zahl der Helfer steigt kräftig, während gleichzeitig die Zahl der Einsätze deutlich sinkt. Der neue Standort auf der Husterhöhe hat sich dabei als absoluter Vorteil erwiesen, vor allem für die Jugendabteilung.

Der Umzug des Technischen Hilfswerks vom früheren Gelände am Rehpfad auf die Husterhöhe ist erledigt, der alte Standort ist besenrein geräumt. Im neuen Gebäude am Kreisel Rodalber Straße werden noch letzte Restarbeiten erledigt. „Diese Woche werden die Jalousien montiert“, erzählt Pressesprecher Frank Maurer. „Wir haben noch Chaosphase“, schildert Maurer die Lage im neuen Haus, das viel mehr Platz und vor allem ordentliche Verhältnisse für die Helfer bietet.

Enormer Zulauf

Der neue Standort mit seiner verkehrsgünstigen Lage habe dem THW einen enormen Zulauf beschert. Elf neue Mitglieder durchlaufen laut Maurer aktuell die Grundausbildung zum aktiven Helfer. „Das sind so viel wie seit dem Elbehochwasser nicht mehr.“ Normalerweise seien immer nur zwei oder drei neue Mitglieder in der Grundausbildung. Dort lernen die neuen Helfer alles, was für die Bedienung der Geräte nötig ist. Der 80-stündige Kurs dauert ein halbes Jahr und schließt mit einer Prüfung ab. Für die Helfer ist er kostenlos. Zuwachs gab es auch bei den Frauen. Aktuell gibt es neun aktive Helferinnen beim Pirmasenser THW, was bei 40 Helfern insgesamt einem Anteil von 22 Prozent entspricht. Ein wesentlicher Grund für den Anstieg sieht Maurer in den großen Umkleideräumen am neuen Standort. Am Rehpfad mussten sich die Frauen in einer Art Besenkammer umziehen.

"Wir platzen aus allen Nähten"

Bei der Jugendabteilung sei der Zuspruch inzwischen so groß, dass der Ortsverband beinahe schon über einen Aufnahmestopp nachdenken müsse, meinte Maurer. „Wir platzen aus allen Nähten.“ Während früher 15 Helfer im Alter von zehn bis 17 Jahren beim Pirmasenser THW aktiv waren, sind es inzwischen 27. Hier dürfte auch der neue Standort ausschlaggebend sein. Am Rehpfad hätten viele Jugendliche gerade in den dunklen Monaten den Weg über den unbeleuchteten Feldweg gescheut. Bei der Ausrüstung erwartet das Pirmasenser THW im laufenden Jahr einen neuen Teleskopstapler, der zusammen mit einem Tiefladeanhänger das Einsatzspektrum erheblich erweitern dürfte. Das Gerät kann eine Last von vier Tonnen bis zu 13 Meter hoch heben. Als Zusatzausrüstung gibt es einen Korb, mit dem vier Personen für Arbeiten in schwindelnder Höhe angehoben werden können. Der Teleskopstapler soll im August geliefert werden.

Weniger Einsätze

Sorge bereitet dem THW die sinkende Zahl an Einsätzen. Das THW wird nicht von alleine aktiv, sondern nur nach Anforderung. Der Bürger kann das THW nicht alarmieren. Das müssen Feuerwehr, Polizei oder die Kommune tun. Und denen stellt das THW dann auch den Einsatz in Rechnung. Bei den Einsätzen sei es relativ ruhig gewesen im vergangenen Jahr, räumte Maurer ein. Die meisten Einsätze gab es zur so genannten Eigentumssicherung. Wenn ein Betrunkener seine Wohnungstür demolierte oder die Polizei eindringen musste, wurde anschließend das THW beauftragt, eine Art Ersatz zum Schließen der Wohnung anzubringen. Im Juni galt es einen Baum von den Schienen bei Thaleischweiler-Fröschen zu beseitigen und im September orderte das Ordnungsamt ebenfalls die THW-Helfer wegen eines Baums im Stadtgebiet, der auf die Zufahrt zu einem Wohngebiet zu fallen drohte. Außerdem waren Pirmasenser Helfer bei der Sicherung des Tages der deutschen Einheit in Mainz aktiv. „Wir sind im Gespräch mit Feuerwehren und Kommunen wegen der fehlenden Einsätze“, sagt Maurer. Denn trotz großen Zuspruchs und vielen neuen Helfern brauche es auch Arbeit für das THW. „Das schlägt sonst auf die Motivation der Helfer“, gibt Maurer zu bedenken.

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