Höhfröschen
Tag der offenen Gartentür: Familie Lehn zeigt grünes Refugium
Der Bachlauf plätschert, der Blick schweift von der Terrasse ins weite Grün. Unterhalb laden Sitzplätze zum Verweilen ein, Vögel zwitschern, sonst herrscht Stille. Palmen und Zitrusgewächse sorgen für mediterranes Flair mitten in Höhfröschen. Der Garten der Familie Lehn bietet all das – und ist am Sonntag beim Tag der offenen Gartentür zu besichtigen.
Mitten im Ort, Hauptstraße 36a, haben sich Karin und Herbert Lehn sowie Sohn Yannik ihr grünes Paradies geschaffen. Ein wenig versteckt, doch schon vor der Haustür versetzen Zitrusfrüchte und sogar Bananen die Besucher gedanklich in den Süden. „Da hat schon mancher gestaunt, was hier in Höhfröschen so wächst“, sagt Karin Lehn schmunzelnd.
„Natürlich haben wir auch Anfängerfehler gemacht“
Die Leidenschaft fürs Gärtnern hat sie aus dem elterlichen Garten in Clausen mitbekommen – mit Blumen und großem Nutzbereich. Beim Hausbau in Höhfröschen war klar: Ein Garten gehört dazu. Die Hanglage hinter der Terrasse machte die Anlage anspruchsvoll. „Natürlich haben wir auch Anfängerfehler gemacht“, sagt Karin Lehn und lacht. Rund drei Jahre dauerte die Erstanlage. „Ein Garten ist nie fertig, er verändert sich“, betont sie.
Ein Schwerpunkt sind die Wasserelemente. „Wasser gehört in einen Garten“, sagt die Bürokauffrau, für die die Arbeit im Grünen Entspannung ist. Solange Sohn Yannik klein war, gab es Rasen zum Fußballspielen. Später ersetzte ihn ein Gartenteich mit rund 7000 Litern. „Er war alt genug, um nicht mehr reinzufallen“, erzählt Lehn. Goldfische und Kois fühlen sich dort wohl. Ein Bachlauf – begünstigt durch die Hanglage – verbindet den Teich mit dem Nutz- und Beerenbereich. Alles Ess- und Trinkbare wird verarbeitet. Ein Netz übers Wasser ist mittlerweile unverzichtbar: Fischreiher kreisen regelmäßig über dem Garten.
Die Jahreszeiten sind immer sichtbar
Auch sonst blüht und duftet es – bereits auf der Terrasse mit einem selbst gebauten Holzofen. Darin backt Herbert Lehn am Sonntag Flammkuchen für die Besucher. Der Wandel des Gartens ist gewollt und sichtbar: Die viele Jahre als Sichtschutz dienende Thujahecke wurde kürzlich entfernt. „Ich hatte schon immer eine Vorliebe für mediterrane Gärten“, sagt Karin Lehn. Zur Hochzeit bekam das Paar eine Palme, die heute einen prominenten Platz hat. Viele Pflanzen sind Erinnerungen an Aufenthalte in Südfrankreich; aus dem botanischen Garten in Menton reisten Ideen – und manche Pflanzen – mit.
Der Klimawandel ist im Garten spürbar und hilft der Ausrichtung: Pflanzen, die früher im Haus überwintert werden mussten, vertragen nun oft das ganze Jahr im Freien. „Wie in einer Gärtnerei sah es früher im Winter im Haus aus“, erinnert sich Yannik Lehn. Weil manche Gewächse groß geworden sind und teils weiter ein Winterquartier brauchen, ist schweres Gerät für den Transport hilfreich. „Und wir haben Platz für die Überwinterung“, ergänzt Herbert Lehn.
Inzwischen stehen alle Pflanzen wieder draußen. Auf rund 1000 Quadratmetern blüht und duftet es. Rosen und Jasmin ergänzen sich. Um Rosen richtig zu schneiden, besuchte Karin Lehn einen Kurs im Zweibrücker Rosengarten. „Sehr interessant, man lernt nie aus“, sagt sie.
Anregungen holt sie sich in Gartencentern und Fachzeitschriften. In den vergangenen Jahren besuchte sie am Tag der offenen Gartentür verschiedene Anlagen – der Vergleich brachte die Idee, den eigenen Garten zu öffnen. „Wir sind zum ersten Mal dabei“, so Lehn. Sie freut sich auf Gespräche mit interessierten Gartenfreunden. Wichtig sei, dass der Garten Lebensraum für viele Arten ist und ein Ort der Entspannung. Mancher Gießdienst in der Urlaubszeit fühlte sich „wie im Urlaub“ – „das ist schön“, sagt Lehn.
Info
Am Tag der offenen Gartentür öffnet die Familie Lehn in Höhfröschen, Hauptstraße 36a, am 14. Juni und 28. Juni, 10 bis 18 Uhr, ihren Garten für Besucher. Ebenfalls geöffnet sind an beiden Terminen die Gärten von Renate Martin, Hängelstraße 11, Hauenstein (Garten über mehrere Ebenen), und Sabrina Müller, Schloßstraße 28, Dahn (Garten der Artenvielfalt). Das Freiluft-Atelier von Daniel Omlor und Jacqueline Lutz, Ortstraße 8a, Hermersbergerhof (Permakultur-Waldgarten), ist am 14. Juni geöffnet.