Pirmasens Tüftler auf der Fachmesse

. „Wir hoffen auf die Verbesserung bestehender Kundenkontakte und das Interesse von Solarbetreibern für unser Produkt.“ Dazu hat Oliver Strecke, Geschäftsführer der Viamon GmbH, keine schlechten Karten in der Hand. Bereits zum vierten Mal wird sich das junge Unternehmen aus Kaiserslautern, das sich noch in der Start-up-Phase befindet, diese Woche in München auf der „Intersolar 2014“, der weltweit größten Fachmesse für Solartechnik, präsentieren. Noch wird in den Entwicklungsräumen im Innovationszentrum Westpfalz, dem BIC in der Trippstadter Straße, an der Präsentation des Messestands gefeilt. Dort hat die Viamon seit 2012 ihren Firmensitz. „Die Besucher sollen sehen und nachvollziehen können, wie unsere Technik zur Diebstahlsicherung von Solarmodulen funktioniert“, sagt Oliver Strecke. Was der ehemalige Auszubildende bei Pfaff entwickelt hat, wird für viele Betreiber von Solarparks die Lösung gegen Diebstahl von Solarmodulen sein. 2004 steckte der Tüftler bereits als Student der Fachhochschule seine Kreativität in eine Technik, mit der er über das Internet Geräte und Maschinen ansprechen kann. Bei Pfaff absolvierte Oliver Strecke zuvor eine Berufsausbildung zum Mechatroniker. An der FH vertiefte er sein Wissen in Mechatronik und studierte zusätzlich Wirtschaftsingenieurwesen. Als er 2008 wiederholt von Diebstählen von Solarmodulen in Spanien erfuhr, wurde er hellhörig. „Versicherer wollten wegen der Zunahme von Diebstählen keine Solarparks mehr versichern.“ Für den „Hobbygründer“ ein Wink, seinen bislang unter dem Firmennamen „Browsertec“ konzipierten Microcomputer weiterzuentwickeln. So saß er Ende 2008 mit Vertretern von fünf großen Versicherungsunternehmen am Tisch und stellte seine Version des Diebstahlschutzes von Solarmodulen vor. „Ein System, das die Betreiber von Solaranlagen nicht nur alarmiert, sondern die gestohlenen Module verfolgt und ortet“, erklärt der Tüftler. Solaranlagen mit Zäunen und Videoüberwachung zu schützen, reiche heute schon lange nicht mehr, weiß Oliver Strecke. Seine Lösung, gestohlene Solarmodule zu orten, demonstriert der Ingenieur anhand eines Solarmodells mit integriertem GPS-Ortungsgerät, einem Funkmodul, das mit einer Sogenannten Machine-to-Machine (M2M)-Technologie der Telekom ausgestattet ist. Dazu werden M2M-SIM-Karten der Telekom in die Ortungsmodule integriert. Ein Sensor reagiert auf Erschütterungen. Greift ein Dieb zu und bewegt das Teil, baut das Funkmodul eine Internetverbindung auf und sendet die Daten an einen Server. Alle wichtigen Informationen werden in einem Onlineportal und einer App auf einer digitalen Karte visualisiert. Computer, Smartphone oder Tablet ermöglichen einen Zugriff auf das Portal. „Solarparkbetreiber, Versicherer und Ermittler können die Position der Solarmodule in Echtzeit verfolgen und orten.“ Mit Hilfe des flächendeckenden Mobilfunknetzes der Telekom sei eine Ortung weltweit möglich, erläutert Oliver Strecke gegenüber der RHEINPFALZ. „Es gibt kein vergleichbares Sicherheitssystem für Solarmodule auf dem Markt.“ Ein Grund für den Ingenieur, das von ihm entwickelte System 2009 patentieren zu lassen. Nach Einschätzung des Jungunternehmers verfügt Deutschland über rund ein Drittel der weltweiten Solaranlagen. Die wirtschaftliche Entwicklung in China und Indien und die damit verbundene Nachfrage nach Strom werde erneuerbaren Energien wie Fotovoltaik-Kraftwerken zum Aufschwung verhelfen, blickt Oliver Strecke in die Zukunft. „Ein riesiger Markt für uns.“ Dass die auf einem GPS-Ortungsgerät basierte Diebstahlsicherung gefragt ist, zeigte eine Panorama-Sendung über illegalen Schrotthandel jüngst im Fernsehen . Der für die Sendung in den Lautsprecherboxen eines ausgedienten Fernsehers versteckte GPS-Peilsender stammte von Viamon aus Kaiserslautern. „Mit dem Modul war es möglich, den Weg des Elektroschrotts nach Afrika auf dem Handy zu verfolgen“, freut sich Oliver Strecke über den Erfolg. (jsw)