Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Hermersberg: Doppelschlag lässt großen Traum platzen

 Steffen Straub, 2016 Verbandspokalsieger mit dem SC Hauenstein, hängt hier die Hermersberger Johannes Mendel (Bildmitte) und Ti
Steffen Straub, 2016 Verbandspokalsieger mit dem SC Hauenstein, hängt hier die Hermersberger Johannes Mendel (Bildmitte) und Tim Dudek (hinten links) ab.

Der SV Hermersberg befindet sich im Verbandspokal-Viertelfinale eine Stunde auf Augenhöhe mit dem Oberligisten Arminia Ludwigshafen und verliert dann noch mit 0:4. Dabei sitzt ein 66-Jähriger als Ersatzspieler auf der Bank.

Der Traum vom Verbandspokal-Halbfinale war nach einer guten Stunde ausgeträumt: Nach einem Doppelschlag in der 62. und 65. Minute gewann Fußball-Oberligist FC Arminia Ludwigshafen am Mittwochabend letztlich standesgemäß mit 4:0 (0:0) beim Landesliga-Vierten SV Hermersberg.

Leitfigur Masch

„In der ersten Halbzeit war das Spiel ausgeglichen“, räumte Arminias Trainer Chris Chorrosch ein. Von einem Zwei-Klassen-Unterschied war zunächst nichts zu sehen. Die Hermersberger Defensive sah vor der Vierer-Abwehrkette in Kapitän Pascal Masch eine Leitfigur, die Struktur ins Spiel der Mannschaft von Trainer Jens Mayer brachte. Er hat seiner kampfstarken Elf eine erkennbare Handschrift verpasst. So setzte Philipp Ruf am linken Flügel Akzente. So ließ Tim Dudek seine feine Technik aufblitzen, und Torjäger Lukas Bißbort sorgte ansatzweise für Gefahr.

Chancen waren in den ersten 45 Minuten selten, die erste verbuchte der Landesligist in der 25. Minute. Den satten Distanzschuss von Christoph Metzger parierte FCA-Schlussmann Kevin Urban. „Den Schuss hält nicht jeder. Wer weiß, wie das Spiel läuft, wenn wir da in Führung gehen …“, bedauerte SVH-Trainer Mayer, der sich am taktisch disziplinierten Auftritt seiner Mannschaft erfreuen durfte, der es mit energischer Zweikampfführung gelang, Arminias Spielmacher Nico Pantano zu einigen Fehlpässen zu verleiten.

Weik pariert zweimal großartig

Der Oberligist hatte nach einer ersten Torannäherung durch Marvin Takpara in der 17. Minute zwei Riesenmöglichkeiten, die der 18 Jahre junge Mika Weik großartig vereitelte. Er hütet anstelle des bös verletzten Noah Wächter das Tor und verhinderte in der 27. Minute durch blitzgescheites Herauslaufen mit guter Körperspannung das 0:1, als Adnan Rizvanovic allein auf ihn zustürmte. Drei Minuten später parierte Weik mit großartiger Fußabwehr nochmals gegen den pfeilschnellen Rizvanovic. Bemerkenswert: Hermersbergs Torwarttrainer Klaus Scherer, 66 Jahre alt, saß erneut als Ersatz-Torhüter auf der Bank. Der einstige Homburger Bundesliga-Torhüter zeigte beim Warmmachen mit seinen Flugeinlagen, wie fit er noch immer ist.

Arminia brachte nach dem Seitenwechsel Marco Metzger, einen 32-jährigen Strategen mit der Erfahrung von 171 Regionalligaspielen. Der Wahl-Münchner mit Ludwigshafener Wurzeln hilft bis Jahresende bei der abstiegsgefährdeten Arminia aus. „Mit ihm kam der Gamechanger“, lobte SVH-Coach Mayer den Routinier, der als Abwehrchef dank seiner Übersicht und Technik Ruhe und mehr Struktur in die Aktionen des Oberligisten brachte.

Pantano dreht auf

Die 100-Prozent-Chance zur Führung der Gäste „verballerte“ Steffen Straub zwei Minuten nach der Pause, aber fortan bestimmte der Oberligist das Geschehen. Um die Hermersberger war’s geschehen, als der nun aufdrehende Pantano nach einem genialen Pass von Philip Krischa die Arminen in Führung schoss. Da war der junge Weik machtlos. Drei Minuten später nutzte der clevere Ricardo Antonaci einen von Johannes Mendel an Pantano verursachten Foulelfmeter zum 0:2.

„Da war das Spiel gelaufen. Wir sind auch nicht so vermessen zu glauben, dass wir jede Woche einen Oberligisten ausschalten können“, sagte Trainer Mayer in Erinnerung an den Pokal-Coup gegen den SV Morlautern. Noah Maier (72.) und Bastian Hommrich mit einem Abstauber-Tor nach Maiers Pass (82.) sorgten am Ende für klare Verhältnisse. „Wir wollen versuchen, in den beiden restlichen Landesligaspielen vor der Winterpause zu punkten und hoffen, dass die drei Teams vor uns mal schwächeln“, sagte Jens Mayer mit Blick auf die Aufgaben am Sonntag gegen den SV Nanz-Dietschweiler und am 30. November beim SV Hinterweidenthal.

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