Pirmasens
Supermarkt-Toter: Warum die Aufklärung des Falls so lange gedauert hat
Bei dem Toten handelt sich laut Polizei um einen 70-Jährigen aus Pirmasens. Der alleinstehende Mann lebte zurückgezogen in einem Mehrfamilienhaus. Ermittlungen der Polizei führten zu seiner Identifizierung.
Eine Frage, die viele Menschen beschäftigt: Warum hat den Mann auch nach so langer Zeit niemand als vermisst gemeldet und warum ist sein Verschwinden nicht aufgefallen? Die Wohnung des 70-Jährigen befindet sich nach Angaben der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz in einem Mehrparteienhaus mit zehn Wohnungen in unmittelbarer Nähe zu dem Wasgau-Markt, in dem der Mann kollabierte. Demzufolge bestätigte sich die Vermutung der Beamten, dass der Mann zu Fuß in den Markt gegangen war.
Aufwendige Suche,Flyer und Befragungen
Nach Polizeiangaben seien an markanten Punkten in Pirmasens unter anderem Flyer und Plakate aufgehängt worden, um die Identität des Toten zu klären. Ein Sprecher der Polizei nennt hier beispielsweise die Stadtverwaltung oder die Poststelle, aber auch das Umfeld des Supermarktes.
Die Beamten seien durch die Bereitschaftspolizei unterstützt worden, die in der näheren Umgebung Anwohner befragte. Dabei seien sie auch in der Straße, in der der Tote lebte, unterwegs gewesen. Ob sie auch die anderen Bewohner des Mehrparteienhauses befragten, sei nicht mehr nachzuvollziehen. Laut Polizeiangaben hätten die anderen Bewohner des Hauses zwar von den Ermittlungen zur Identität des Toten aus dem Supermarkt gewusst, konnten aber die Verbindung nicht herstellen, dass es sich dabei um einen ihrer Nachbarn handelte. Dies könnte damit zusammenhängen, dass der Mann alleine und sehr zurückgezogen lebte, vermutet die Polizei.
Nachbar will den Mann gerade erst gesehen haben
Einer der Nachbarn sei der Meinung gewesen, den 70-Jährigen vergangene Woche in einem Auto gesehen zu haben. Die Polizei spricht in diesem Zusammenhang von einem ähnlichen Fall wie bei dem sogenannten Knallzeugen. Damit ist ein Zeuge gemeint, der glaubt, einen Unfall beobachtet zu haben. Eigentlich hat er jedoch nur den Knall des Unfalls gehört und sich danach umgedreht. So könnte der Nachbar beispielsweise einen Mann in einem Auto gesehen haben, die dem 70-Jährigen ähnlich gesehen hat. Wie die Polizei die Identität letztlich aufklärte, wollte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.
Die Leiche des 70-Jährigen wurde mittlerweile bestattet. Die Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus. Hinweise auf Gewalteinwirkung haben sich nicht ergeben. Zuletzt wurde über die Identitätssuche sogar in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ berichtet. Nach der Ausstrahlung waren 40 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Von diesen Hinweisen habe jedoch keiner eine neue Spur ergeben. Teilweise seien auch Hinweise eingegangen, die der Polizei schon bekannt waren. Darunter waren laut Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz beispielsweise Hinweise zu dem Trolley, den der Mann mit sich führte, oder zu den Liedtexten, die er auf einem Notizzettel dabei hatte.