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Strahlende Kinderaugen sind für Oliver Samsel beim SV Lemberg Lohn und Motivation
Jugendleiter, Trainer der Jugend und der Herren, Spielleiter, zweiter und dritter Vorsitzender: All diese Ämter bekleidete der Wahl-Lemberger Oliver Samsel (54) in den vergangenen 20 Jahren beim SV Lemberg. Jetzt folgte er dem ehemaligen Vorsitzenden des SVL, Andreas Faass, in den „Club 100“ des Deutschen Fußball-Verbands, in dem „herausragend engagierte“, so der DFB, ehrenamtlich agierende und besonders verdienstvolle Funktionäre geehrt werden.
Dem Fußball war Samsel seit seiner Jugend verbunden. Er stammt aus Heltersberg und kickte dort beim TuS 06. Mit 20 Jahren zog er der Liebe wegen nach Lemberg und wechselte zum SVL, bei dem Ehefrau Katja (geborene Matti) mit ihrer Familie engagiert war. Oliver Samsel schnürte aber lange Zeit nur sporadisch die Fußballschuhe (auch in der AH). Seine Begründung: „Ich war bei der Bundeswehr und sehr oft auf Lehrgängen unterwegs, weshalb ich nicht ständig vor Ort war.“
Seit 2004 Jugendleiter
Seine Funktionärskarriere begann erst 2004, als der SVL sportlich und wirtschaftlich am Boden lag und Faass, Samsel, André Sommer „und weitere wichtige Mitstreiter“, so Samsel, das Ruder in die Hand nahmen. Samsel übernahm das Amt des Jugendleiters und dritten Vorsitzenden. Er erinnert sich: „Wir hatten insgesamt 17 Jugendspieler über alle Jahrgänge verteilt. Heute haben wir 17 Jugendmannschaften im Spielbetrieb.“
Samsel ist seit 2004 nicht nur ununterbrochen Jugendleiter, sondern trainierte selbst (mindestens) eine Mannschaft. Sein „Steckenpferd“, wie es SVL-Vorsitzender Marc-Kevin Schaf bezeichnet, waren die Spieler des Jahrgangs 1997 und 1998, die er von der E- bis zur A-Jugend trainierte. Mit den A-Junioren der beiden Jahrgänge stieg er in die Landesliga auf, wurde zudem in der Halle Kreismeister und Dritter im SWFV.
Fahrt mit dem Nachwuchs zum DFB-Campus
Die Arbeit mit dem Nachwuchs mache ihm „einfach Spaß“, erklärt Samsel. Lohn und Motivation für die Investition in sein Hobby seien immer wieder „strahlende Kinderaugen“. Ein Erlebnis war die Fahrt im Oktober nach Frankfurt, wo Samsel mit D- und E-Jugendlichen des Vereins den neuen DFB-Campus besuchte. Sich dort umzukleiden und zu trainieren, wo die Stars der Nationalmannschaft sich sonst aufhalten, den Presseraum zu inspizieren und das Essen zu genießen, sei ein Höhepunkt nicht nur für die Kids des SVL gewesen.
„Mein Bestreben ist es, jedem einzelnen jungen Fußballer zu zeigen, dass er wichtig ist, egal, welche fußballerischen Qualitäten er besitzt. Bei mir sind alle gleich und werden deshalb auch gleich behandelt“, gibt er einen Einblick in seine Philosophie in Sachen Jugendarbeit. Der in Germersheim arbeitende Berufssoldat coachte indes auch für drei Jahren schon mal die zweite Mannschaft der Lemberger. Es sei nie sein Bestreben gewesen, unbedingt eine erste Mannschaft zu trainieren. Im Jugendbereich fühlt er sich wohler und besser aufgehoben. Eine zweite Freizeitbeschäftigung hat Samsel nicht, sieht man von Wanderurlauben in Tirol gemeinsam mit den Familien von André Sommer und Dirk Singer ab.
Lob an die Jugendtrainer
„Dass wir im Jugendbereich so gut dastehen, ist alleine sein Verdienst“, lobt der SVL-Vorsitzende Schaf seinen Jugendleiter. Der will davon jedoch nichts wissen. „Ich bin doch keine Lichtgestalt“, sagt Samsel und gibt das Lob lieber an die rund 30 Jugendtrainer in Lemberg weiter. Schaf indes bezeichnet die Tätigkeit von Samsel beim SVL als ein „Herumwirbeln“. Samsel ziehe beim SVL-Nachwuchs die Fäden und mache „immer die richtigen Schritte“. Er sei schlicht „unverzichtbar“ und mache „hoffentlich noch lange weiter“.