Pirmasens Stehvermögen an Zitadellenwehr

BERLIN. Mit je einer Gold-, Silber- und Bronzemedaille ist Ulf Jung aus Höheischweiler vom Schüler-Länderpokal im Kanuslalom in Berlin zurückgekehrt.
Am Samstag, dem ersten Wettkampftag, fand an der Spandauer Zitadellenwehr zunächst ein offener Wettkampf statt, dessen Ergebnis dann entschied, welche drei Kanuten am zweiten Wettkampftag als Vertreter für die jeweiligen Landesverbände an den Start gehen. Für Ulf Jung keine leichte Qualifikation, denn der A-Schüler-Jahrgang im Einer-Kajak (K1) ist in Rheinland-Pfalz auf allerhöchstem Niveau besetzt. „Ganz oben, direkt unterhalb des Wehres, zieht die Strecke schon gut durch und ist für einen Schüler-Wettkampf durchaus anspruchsvoll. Gegen Ende allerdings wird die Strecke immer länger und man benötigt schon Stehvermögen, um das Tempo bis in das Ziel hochzuhalten“, beschrieb der für die Wassersportfreunde Zweibrücken startende Ulf Jung die Wettkampfstrecke. Nachdem Ulf Jung im ersten Lauf noch drei Torstabberührungen und somit sechs Sekunden Strafzeit auf seine Laufzeit hinzugerechnet bekam, fuhr er im zweiten Durchgang mit nur zwei Strafsekunden und schnellerer Laufzeit noch auf Rang vier bei insgesamt 50 Startern. Die erste Enttäuschung darüber, dass er nur eine halbe Sekunde am Podestplatz vorbeigeschrammt war, wich schon bald der Freude, am zweiten Wettkampftag als drittbester Rheinland-Pfälzer sein Bundesland beim Länderpokal vertreten zu dürfen. Was ihm im Einzel noch nicht gelang, konnte er dann am Samstagnachmittag im Mannschaftsrennen mit seinen beiden Kollegen Kegler und List vom KSV Bad Kreuznach in der vereinsübergreifenden Renngemeinschaft nachholen. Beim Mannschaftsrennen gehen drei Kanuten eines Teams gleichzeitig auf die Slalomstrecke, was natürlich großes fahrerisches Können und genaueste Absprachen erforderlich macht. Hier fuhren sie gemeinsam auf Rang drei und freuten sich, unter den 22 gestarteten Mannschaften, Bronze ergattert zu haben. Welche Konstanz er diese Saison entwickelt hat, konnte Ulf Jung dann am Sonntag unter Beweis stellen. Nun ging er für den Landesverband Rheinland-Pfalz an den Start. Wiederum wurde er Vierter, diesmal allerdings sogar als zweitbester Rheinland-Pfälzer. Im Mannschaftsrennen fuhr er dann gemeinsam mit Joshua Dietz vom VfL Bad Kreuznach und Simon Hartmann vom VfL Brohl die Goldmedaille für Rheinland-Pfalz ein. Während das Kajak sitzend mit einem Doppelpaddel fortbewegt wird, kniet der Kanut im Einer-Canadier (C1) und bewegt sein Boot mit einem Stechpaddel fort. In dieser Disziplin gelang Ulf Jung dann noch die eigentliche Überraschung des Wochenendes: Obwohl er den Einer-Canadier in dieser Saison sowohl bei Wettkämpfen als auch im Training weitestgehend außer Acht gelassen hatte, gelang es ihm tatsächlich, mit den Kanuten List und Kaletka aus Bad Kreuznach hier noch eine Silbermedaille einzustreichen. Bei den B-Schülern fuhr Ulf Jungs Bruder Holger im K1 am Samstag im Einzel auf Rang vier des 40 Starter großen Feldes, war dabei deutlich bester Rheinland-Pfälzer. „Meine Arme sind so lang, dass ich mir im Stehen die Schuhe binden kann“, witzelte Holger Jung direkt nach seinem Rennen am Ausstieg der Strecke, denn auch er hatte auf den letzten Metern damit zu kämpfen, das Tempo hochzuhalten und nicht einzubrechen. Am Sonntag, nun für den Landesverband startend, erreichte der Zwölfjährige wieder den vierten Platz. (rhp)